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Düngemittelhersteller Produktionsprobleme bremsen K+S

Der Konzern fördert weniger Kaliumchlorid als geplant und verbucht einen Verlust. K+S-Chef Lohr will die Probleme nun in den Griff bekommen.
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Der Kasseler Konzern muss seine Probleme in der Produktion lösen. Quelle: dpa
Salzberg von K+S

Der Kasseler Konzern muss seine Probleme in der Produktion lösen.

(Foto: dpa)

FrankfurtUnerwartet schwache Quartalszahlen bescherten der Aktie des Düngemittel- und Salzherstellers K+S am Dienstag vier Prozent Kursrückgang und damit den zweiten Wertverlust innerhalb weniger Tage. Bereits Ende vergangener Woche büßten die Papiere des MDax-Konzerns mehr als zehn Prozent ein, nachdem das Unternehmen eine Gewinnerwartung (Ebitda) für das laufende Jahr publiziert hatte, die deutlich unter der Konsensschätzung der Analysten lag.

Der Kasseler Konzern kann wegen verschiedener Produktionsprobleme nicht so viel Kali- und Magnesiumprodukte fördern wie geplant. Dank des neuen Werks in Kanada soll die Produktionsmenge in diesem Jahr aber dennoch deutlich steigen. Auch bei Umsatz und Gewinn plant K+S mit Zuwächsen. Der Umsatz soll zwischen acht und 14 Prozent auf bis zu 4,1 Milliarden Euro steigen. Der operative Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll um 14 bis 28 Prozent auf bis zu 740 Millionen Euro erhöht werden.

„Die Situation ist nicht einfach, aber wir sind weiter optimistisch“, fasste K+S-CEO Burkhard Lohr die Lage in einer Telefonkonferenz zusammen. Die Verschuldung durch die Milliardeninvestition in das kanadische Werk will Lohr wie geplant reduzieren. Für das kommende Jahr strebt der Konzern weiterhin einen positiven freien Cashflow an.

K+S hat in diesem Jahr mit diversen Problemen zu kämpfen. Erst stand die Produktion im neuen Kaliwerk Bethune in Kanada wegen Reparaturarbeiten ein paar Tage still, dann stimmte die Konsistenz der Produkte nicht. Zudem streikte die kanadische Bahn zeitweise, was den Produkttransport einschränkte.

In den deutschen Werken wiederum fehlt es an Minenarbeitern und Maschinen, nachdem die Produktion in den vergangenen Jahren wegen mangelnder Entsorgungsmöglichkeiten für die Abfälle immer wieder unterbrochen werden musste. Ferner musste eine Decke in einem Bergwerk aus Sicherheitsgründen zusätzlich abgestützt werden. Und der heiße Sommer sorgt dafür, dass die Flüsse zu niedrige Pegelstände haben und die Produkte nicht mehr per Schiff abtransportiert werden können. Stattdessen muss K+S auf den teureren Straßentransport ausweichen.

All dies spiegelt sich in den Zahlen des zweiten Quartals wieder. Danach stieg der Umsatz des Kasseler Konzerns zwar um neun Prozent auf 812 Millionen Euro, was vor allem auf gestiegene Kalipreise und das neue Werk in Kanada zurückzuführen ist. Das operative Ergebnis erhöhte sich dagegen nur um drei Prozent auf 105 Millionen Euro. Unter dem Strich verbuchte K+S im zweiten Quartal sogar einen Verlust von 9,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn erwirtschaftet wurde.

Hier spielen höhere Abschreibungen und Zinsen für das 2017 in Betrieb genommene Kaliwerk Bethune eine maßgebliche Rolle. Nach Angaben eines Sprechers wird K+S auch im dritten Quartal noch rote Zahlen schreiben. Aufs ganze Jahr betrachtet, erwartete K+S aber ein positives Ergebnis nach Steuern zwischen 110 und 160 Millionen Euro.

Im Unternehmen laufen mittlerweile zahlreiche Maßnahmen, um die Produktionsthemen wieder in den Griff zu bekommen. In Kanada wurde die Produktqualität verbessert. In Deutschland hat K+S zusätzliche Bergleute aus dem Ende des Jahres schließenden Werk Sigmundshall an die Werra abgeworben. Zugleich hat K+S mit Unterstützung der Beratungsgesellschaft McKinsey die operativen Abläufe im Konzern unter die Lupe genommen und verbessert.

Analyst Markus Mayer von der Baader Bank schätzt die Effekte, die die Kaliproduktion bei K+S belasten, als kurzzeitig ein. Gleichwohl sieht er das Risiko sinkender Kalipreise ab dem kommenden Jahr, wenn neue Kapazitäten unter anderem von Konkurrent Eurochem in Betrieb gehen. Sinkende Preise könnten den Schuldenabbau bei K+S verlangsamen. Aktuell hat K+S 4,1 Milliarden Euro Schulden, der Verschuldungsgrad bezogen auf das Ebitda sank im Vergleich zur Jahresmitte 2017 auf 6,8 von 8,1. Im Jahr 2020 will K+S einen Wert von etwa 4 erreichen.

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