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Duft- und Aromenhersteller Cyberangriff bremst Symrise – Gewinn und Dividende steigen dennoch

Der Duft- und Aromenhersteller hat aufgrund eines Hackerangriffs die Umsatzerwartungen verfehlt. Lösegeld hat er den Angreifern aber nicht gezahlt.
09.03.2021 Update: 09.03.2021 - 12:03 Uhr Kommentieren
Der Konzern war im Dezember Ziel einer Cyberattacke geworden und musste deshalb seine Produktion als Vorsichtsmaßnahme in Teilen anhalten. Quelle: dpa
Symrise in Holzminden

Der Konzern war im Dezember Ziel einer Cyberattacke geworden und musste deshalb seine Produktion als Vorsichtsmaßnahme in Teilen anhalten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Als der Duft- und Aromenhersteller Symrise Ende vergangenen Jahres Opfer einer Cyberattacke geworden ist, hat er kein Lösegeld bezahlt. Das betont Symrise-CEO Heinz Jürgen Bertram am Dienstag im Rahmen der Veröffentlichung der Jahreszahlen 2020. „Wir haben nicht nachgegeben“, sagte Bertram.

Die ursprünglichen Ziele hat der Konzern wegen des Angriffs allerdings verfehlt. So konnte das Unternehmen seinen Umsatz nicht wie angepeilt organisch um drei bis vier Prozent ausbauen. Das hatte Symrise bereits im Januar mitgeteilt.

Das organische Wachstum lag 2020 stattdessen bei 2,7 Prozent. Damit wuchs Symrise allerdings immer noch stärker als der Markt. Der börsennotierte Konzern erzielte einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um knapp sechs Prozent auf 742 Millionen Euro, die Ebitda-Marge auf 21,1 Prozent.

Die Bewältigung der Cyberattacke hatte das Unternehmen in den vergangenen Wochen fest im Griff. „Wir mussten den Betrieb zeitweise einstellen“, sagte CEO Bertram am Dienstag. Die Manager mussten die eigenen IT-Systeme zunächst abschirmen. Das führte zu aufwendigen Folgearbeiten, beispielsweise mussten Kundenaufträge neu priorisiert werden.

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    Symrise stellt Düfte und Aromastoffe her. Ohne die Symrise-Zulieferungen kommt kaum ein Konsumgüterkonzern, Nahrungsmittelproduzent oder Kosmetikhersteller aus. Zu den Kunden gehören große Markenartikler wie Danone, Unilever, L’Oréal und Henkel.

    Symrise-IT hat neues Monitoring aufgesetzt

    Inzwischen hat Symrise in Kooperation mit dem Landeskriminalamt nach dem Einfallstor der Täter gesucht und die Spuren dabei von Computer zu Computer zurückverfolgt. „Der letzte PC, den wir gefunden haben, stand Mitte vergangenen Jahres in Singapur“, erzählte Bertram. „Die Hacker waren lange in unserem System und haben das genau geplant.“ Zu der Frage nach der Herkunft der Täter sagte der Konzernchef: „Es war wohl Osteuropa – mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

    „Wir werden das so nicht wieder erleben.“ Quelle: Symrise
    Symrise-CEO Bertram

    „Wir werden das so nicht wieder erleben.“

    (Foto: Symrise)

    Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden sei das Unternehmen, das mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, „schnell aus dem Dilemma herausgekommen“. Die IT-Systeme des Unternehmens seien mittlerweile wieder vollständig hergestellt. „Wir werden das so nicht wieder erleben“, meinte Bertram zuversichtlich. Dafür hätte das Unternehmen gesorgt. So sei beispielsweise inzwischen ein „aktives Monitoring in der IT-Umgebung implementiert“ worden.

    Zusätzliche Kosten für die IT erwartet der Konzernchef im laufenden Jahr nicht. Schließlich habe das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren in diesem Bereich deutlich investiert, wie er sagte. Die Frage nach einer möglichen mangelnden IT-Sicherheit in seinem Unternehmen wies Bertram zurück. Daran habe es sicherlich nicht gelegen, sagte er.

    Die Cyberattacke auf Symrise war schwerwiegend, aber keineswegs einzigartig. Kaum eine Woche vergeht ohne einen Fall von digitaler Erpressung. Die Uniklinik Düsseldorf musste im September die Notaufnahme schließen. Anfang Oktober drangen Hacker in die Systeme der Software AG ein. Jüngst berichtete sowohl die Zeitarbeitsfirma Randstad als auch der Elektronikhersteller Foxconn von Angriffen.

    Symrise will erneut stärker wachsen als der Markt

    Symrise will in diesem Jahr stärker zulegen und peilt ein organisches Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent an. Damit würde das Geschäft des Unternehmens erneut stärker wachsen als der Markt. Die operative Rendite (Ebitda-Marge) soll angesichts steigender Rohstoffpreise rund 21 Prozent betragen. Das wäre keine Verbesserung zum abgelaufenen Jahr.

    „Die Pandemiebekämpfung wird den Alltag der Menschen und das Wirtschaftsleben auch 2021 prägen, dennoch blicken wir mit Zuversicht auf das laufende Geschäftsjahr und erwarten eine verlässliche Nachfrage“, sagte Bertram.

    Die Aktionäre sollen eine zwei Cent höhere Dividende von 97 Cent je Aktie erhalten, das ist die elfte Dividendenerhöhung in Folge. Der Aktienkurs des MDax-Unternehmens hat im vergangenen Jahr um rund 16 Prozent zugelegt. Das Unternehmen gilt als Kandidat für den Aufstieg in den Leitindex Dax.

    Mehr: Hacker legen Symrise lahm – warum der Fall besonders schwerwiegend ist

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