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Dynastien Die brachialen Vollgas-Familien Porsche und Piech

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Der Erbfolge-Krieg

In Stuttgart herrschen die Porsches, in Österreich die Piëchs. Das war eine Art Naturgesetz, seit Ende der 40er-Jahre, geachtet, nie offen infrage gestellt. Bis Ferdinand Piëch auftritt.

Es ist 1963, Piëch ist 26, der erste Techniker mit Studium in der Familie. Als Bürger des neutralen Österreichs ist er ohne Aussicht auf einen Job als Luftfahrt-Ingenieur im Nato-Ausland, seinem Traumberuf. Was tun? Piëch will Konstrukteur in der familieneigenen Sportwagenfabrik werden, in Stuttgart. Er stößt in die Einflusssphäre der Porsches vor.

Piëch ist ein exzellenter Techniker, machtbewusst und rechthaberisch wie sein Großvater. Und wie der Gründer hat auch er einen Hang zu teuren Konstruktionen. Er überzieht regelmäßig das Budget der Porsche-Rennsport-Abteilung, für die er verantwortlich ist. Die Konflikte mit seinem Onkel Ferry und seinem Cousin Hans-Peter Porsche, dem Produktionschef, halten ihn nicht davon ab. Und auch nicht das immer kompliziertere Machtgefüge der beiden Porsche-Unternehmen.

Die dritte Generation der type="person" value="Porsche, Ferry">Porsches, das sind acht Männer und Frauen, denn Louise Piëch und Ferry Porschen haben jeweils vier Kinder. Das bedeutet acht weitere Leute, die mitreden wollen.

Anfang der 70er-Jahre sitzen vier von ihnen in Spitzenpositionen. Ernst Piëch leitet mit seiner Mutter als Co-Geschäftsführer das Salzburger VW-Handelshaus. In der Stuttgarter Autofabrik sind Bruder Ferdinand für die Entwicklung, die Cousins Ferdinand Alexander Porsche für das Design und Hans-Peter Porsche für die Produktion zuständig. "Zu viele kleine und große Chefs" waren das, sagt Ferdinand Piëch heute.

Es beginnt, was Piëch den "Stuttgarter Erbfolgekrieg" nennt. Aus unterschiedlichen fachlichen Einschätzungen werden persönliche Verletzungen. Aus Verletzungen wird Kampf. Die Details sind nie nach außen gedrungen. Doch der Kampf wird derart verbissen geführt, dass Piëch das drastische Wort Krieg wählt. Er lähmt das Unternehmen.

Der Porsche 914, der 1970 auf den Markt gekommen war, halb aus VW-Teilen, halb Porsche, wird kein Erfolg. Er gerät zum Sinnbild einer Familienkrise. Die Lage eskaliert derart, dass die beiden Seniorchefs, Ferry und Louise, im Herbst 1970 ein Treffen auf dem Schüttgut einberufen. Ein amerikanischer Psychologe, Spezialist für Gruppendynamik, soll die Familientherapie leiten. Doch auch der Experte kann nicht helfen. "Es war eher eine Satire auf gut gemeinte Bemühungen", sagt Ferdinand Piëch Jahre später.

Hans-Peter Porsche schlägt sich bei seinem Vater Ferry selbst als Nachfolger vor. Ferdinand Piëch und Ferdinand Alexander Porsche, die schon in frühester Kindheit gut miteinander konnten, sagen, sie wollten als Duo an die Spitze. Der Streit wird noch heftiger.

Im Sommer 1971 gibt es, so schreibt es Ferry Porsche in seinen Erinnerungen, nur noch eine Lösung: "Dann kommt eben keiner an die Spitze." Kinder, Enkel, Neffen und Nichten müssen ihre Lebensplanung ändern.

VW-Händler Ernst Piëch und Porsche-Produktionschef Hans-Peter Porsche werden Privatiers. Designer Ferdinand Alexander Porsche gründet "Porsche Design", er entwirft Fotoapparate, Sonnenbrillen, Stereo-Anlagen, Lampen, Golfschläger, Feuerzeuge. Entwicklungs- und Rennsportchef Ferdinand Piëch macht als Manager Karriere: bei Audi und ab 1993 als VW-Boss. Er entwickelt den Quattro-Antrieb, rostfreie Karosserien, die Plattform-Strategie, die bedeutet, dass die verschiedenen Konzernunternehmen gleiche Bauteile für verschiedene Modelle verwenden und damit in der Produktion viel Geld sparen können. Piëch tut für die Weiterentwicklung des Autos fast so viel wie Ferdinand Porsche, sein Großvater.

Das Tagesgeschäft der Familienunternehmen in Stuttgart und Salzburg aber wird von anderen regiert.

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