E-Auto-Hersteller US-Justizministerium leitet Untersuchungen gegen Tesla wegen Musks Delisting-Tweet ein

Elon Musks Tweet, Tesla von der Börse zu nehmen, ruft das US-Justizministerium auf den Plan. Die Aktie verliert deutlich. Es ist nur eines von mehreren Dramen.
Update: 19.09.2018 - 01:54 Uhr Kommentieren
Tesla: US-Justizministerium ermittelt wegen Elon Musks Tweet Quelle: AP
Elon Musk

Der Tesla-Chef kommuniziert offenbar gerne per Twitter. Nun hat das zu juristischen Problemen geführt.

(Foto: AP)

Düsseldorf, San FranciscoDie Äußerungen Elon Musks, Tesla von der Börse zu nehmen, haben für den E-Auto-Hersteller möglicherweise ein juristisches Nachspiel. So habe das US-Justizministerium eine Untersuchung wegen Betrugs gegen Tesla eingeleitet, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei anonyme Quellen. Grund für die Untersuchung seien öffentliche Äußerungen Musks.

Tesla bestätigte die Meldung. Im vergangenen Monat habe es eine entsprechende Anfrage des US-Justizministeriums gegeben – jedoch keine Vorladung. Das Unternehmen kooperiere mit der Behörde, melden US-Medien.

Am 7. August twitterte der Tesla-Chef, er überlege, den E-Auto-Hersteller von der Börse zu nehmen. Die Anleger, so Musk in einem weiteren Tweet, könnten entscheiden, die Aktie entweder für 420 US-Dollar zu verkaufen – oder sich aber an dem nicht länger börsennotierten Unternehmen zu beteiligen. Die Finanzierung des Börsenrückzugs sei „sichergestellt“.

Der Tweet von Musk hatte zu einem Anstieg der Tesla-Aktie um bis zu zwölf Prozent geführt. Doch Anleger, die wegen der Börsenrückzugspläne beim E-Auto-Hersteller einstiegen, wurden enttäuscht. Denn bereits am 24. August schrieb Musk in einem Blog-Beitrag, er wolle Tesla doch noch an der Börse halten.

Hinzu kommt, dass es so aussieht, als hätte Elon Musk mit seiner Äußerung einen Alleingang unternommen – denn der Aufsichtsrat des Unternehmens gab einige Wochen nach den Äußerungen des Chefs bekannt, dass er weder einen formellen Vorschlag über den Börsenrückzug erhalten noch darüber beraten hätte, ob ein solcher Schritt für das Unternehmen sinnvoll wäre.

Für die Investoren und Börsenregulierer stellt sich nun die Frage, ob Musk durch seine Äußerung Anleger in die Irre geführt oder möglicherweise sogar den Preis der Tesla-Aktie manipuliert hat. Einzelne Investoren sind offenbar der Meinung, dass das der Fall ist – drei von ihnen haben Klagen bei Gerichten in Kalifornien eingereicht.

Analyst: „Lärm um die Aktie“ erschwert Investments in Tesla

Mit der jüngsten Untersuchung mehren sich Teslas juristische Auseinandersetzungen. Denn noch vor Musks Tweet hat die US-Börsenaufsicht SEC ein zivilrechtliches Untersuchungsverfahren gegen Tesla eingeleitet. Dabei geht es darum, ob der E-Auto-Hersteller Investoren durch die veröffentlichten Produktions- und Verkaufsziele in die Irre geführt haben könnte.

Anleger haben auf die Nachricht mit Aktienverkäufen reagiert. Die Tesla-Aktie eröffnete am Dienstag im Plus, verlor aber bis Börsenschluss an der Wall Street rund drei Prozent. Seit dem Tweet von Elon Musk am 7. August hat die Tesla-Aktie gut ein Viertel an Wert verloren.

Er glaube weiter daran, dass Tesla im dritten Quartal starke Lieferzahlen vorlegen könne, urteilt Ben Kallo, Analyst bei Baird Equity Research in einer Notiz an seine Kunden. Doch der „Lärm um die Aktie“ erschwere derzeitige Investments.

Das Hin und Her um eine Privatisierung von Tesla ist nämlich nur eines der vielen Dramen, in die Musk inzwischen verwickelt ist und die die Technologiebranche an den Führungsfähigkeiten des Unternehmers zweifeln lassen.

Im Juli bezeichnete Musk den britischen Höhlenforscher Vernon Unsworth bei einem Streit im Rahmen einer Rettungsaktion in Thailand als pädophil. Später entschuldigte er sich für den Ausfall. Unsworth verklagte den Tesla-Chef wegen Rufmords auf Schadenersatz.

In einem Youtube-Interview Anfang des Monats rauchte der Tesla-Chef vor laufender Kamera Marihuana. Zuvor hatte er in einem erstaunlich offenen Interview mit der „New York Times“ über seinen Schlaftabletten-Konsum gesprochen hatte.

Wichtige Talente wenden sich ebenfalls von Tesla ab. Nach kaum mehr als einem Jahr im Amt verließ Finanzchef Dave Morton das Unternehmen wieder. Personalchefin Gabrielle Toledano werde das Unternehmen ebenfalls verlassen, teilte Tesla mit.

„Wir glauben, es wird immer deutlicher, dass Tesla einen bedeutenden Wechsel in der Führungsspitze braucht“, urteilte Jamie Albertine, Analyst bei Consumer Edge, in einer Notiz an seine Kunden am Freitag.

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