E-Autobauer Tesla-Chef Musk hat schon wieder Ärger mit den Kunden

Teslas drittgrößter Absatzmarkt macht Elon Musk Ärger: Nach Problemen bei der Auslieferung des Model 3 bemängeln die Norweger den Service. Musk gibt den Schwarzen Peter weiter.
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Tesla fängt Feuer – Elon Musk sieht Feinde in den eigenen Reihen

DüsseldorfEin Blechschaden bei seinem Model S im Februar ist Tor Harvard Wiig zum Verhängnis geworden. Erst dachte der Norweger noch, er werde in ein oder zwei Wochen wieder mit seinem E-Auto unterwegs sein. Doch fünf Monate später wartet er immer noch darauf, dass Tesla sein Fahrzeug endlich repariert – mittlerweile ist Wiig sogar soweit, sein zwei Jahre altes E-Auto wieder zu verkaufen.

Teslas spärliche Kommunikation und die langen Wartezeiten zeigen laut dem 43-Jährigen, dass bei dem E-Autobauer aus dem kalifornischen Palo Alto einiges im Argen liegt. „Ich hätte nie gedacht, dass es so lange dauern kann, so einen kleinen Schaden zu beheben“, sagt der Technologieberater aus der norwegischen Küstenstadt Bergen der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Wiig ist mit seinen Problemen nicht allein. Immer mehr Tesla-Kunden beklagen ein spärliches Händler-Netzwerk und einen Service mit langen Wartezeiten. Im Bereich Servicequalität schnitt Tesla laut Bloomberg zuletzt am schlechtesten unter allen in Norwegen aktiven Autoherstellern ab, in der Gesamtbewertung reichte es für das US-Unternehmen nur für den viertletzten Platz.

Dabei ist Norwegen für Tesla von großer Bedeutung: Nach den USA und China ist das nordeuropäische Land der drittgrößte Absatzmarkt des E-Autobauers. Der Umsatz verdoppelte sich dort im vergangenen Jahr auf 823 Millionen US-Dollar.

Allein im Juni stieg der Umsatz noch einmal um 70 Prozent. Das Service-Personal stockte das Unternehmen jedoch nur um ein Drittel auf – was die Schlussfolgerung nahelegt, dass es mit der Kundenzufriedenheit der Norweger weiter bergab gehen dürfte. Zumal die Zahl der E-Autos in Norwegen weiter steigen wird.

Dort machten im vergangenen Jahr Hybrid- und E-Autos bereits die Hälfte aller Neuwagen-Verkäufe aus. Mit Hilfe von großzügigen Subventionen will die norwegische Regierung das ehrgeizige Ziel erreichen, 2025 nur noch E-Fahrzeuge auf den Straßen zu haben. Doch dafür müssen auch die Autohersteller wie Tesla mitspielen – und ihren Service optimieren.

Musk reagierte auf die Kritik der norwegischen Kunden einsichtig – zumindest teilweise. Er sagte, die Norweger hätten das Recht, verärgert zu sein. Im gleichen Atemzug wälzte er die Schuld für den schleppenden Service jedoch auf die norwegischen Behörden ab: Neben der Eröffnung einer neuen Werkstatt in Oslo verfolgt Musk den Plan, Techniker zu den Norwegern nach Hause zu schicken – die Behörden haben dafür laut Musk bislang noch kein grünes Licht gegeben.

Die Beamten räumten zwar ein, dass es Gespräche mit Tesla gegeben hätte. Der E-Autobauer habe aber bisher keinen formellen Antrag für mobile Servicezentren gestellt.

Teslas Probleme werden wohl nicht am Fließband enden

Erst vor wenigen Monaten hatte CEO Elon Musk feierlich verkündet, dass Tesla dadurch, dass der E-Autobauer sein Produktionsziel für das Model 3 erreicht habe, ein richtiges Autounternehmen geworden sei. Die neuen Beschwerden legen aber nahe, dass Teslas Probleme nicht am Fließband enden werden, zumal der Autobauer erst kürzlich Lieferanten um Rückerstattungen bat, um Profit zu machen.

Und im März dieses Jahres geriet Tesla in Norwegen schon einmal in die Negativschlagzeilen, weil der Autobauer Probleme hatte, seine Fahrzeuge auszuliefern. Norwegische Behörden stoppten die Tesla-Auslieferungen, weil das US-Unternehmen sie nach deren Ansicht mit „gefährlichen“ Trucks transportierte.

Die nächste Zeit kann sich Tesla in Norwegen aber nach Einschätzung von Experten trotz aller Probleme auf seinen guten Ruf verlassen. Das wird sich aller Voraussicht nach spätestens dann ändern, wenn die E-Autos nicht länger als Luxus-Fahrzeuge gelten und den Massenmarkt erreicht haben.

„Würde sich so etwas ein anderer Autohersteller erlauben, wären die Kunden vielleicht ein bisschen weniger nachsichtig“, meint Tesla-Kunde Henrik Erikson, dessen Fahrzeug direkt nach dem Kauf auch in die Werkstatt musste. „Es ist wie bei einem Fußballteam: Du feuerst diejenigen an, an die du glaubst.“

Mit Material von Bloomberg.

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  • Bitte korrigieren, wiig kann kein 2 jahre altes Model 3 haben sondern nur ein Modell S oder X.

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