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E-Autohersteller Tesla bekommt grünes Licht für Einstieg bei Neuwieder Autozulieferer ATW

Der amerikanische Konzern steigt beim Autozulieferer ATW mit Sitz in Neuwied ein. Nach Angaben des Bundeskartellamts handelt es sich um eine Fusion.
21.10.2020 Update: 21.10.2020 - 11:17 Uhr 2 Kommentare
Der Elektroautobauer Tesla darf bei ATW einsteigen. Quelle: dpa
Autozulieferer ATW

Der Elektroautobauer Tesla darf bei ATW einsteigen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach dem Kauf der Firma Grohmann in Prüm in der Eifel 2017 beteiligt sich der Elektroautobauer Tesla an einem weiteren rheinland-pfälzischen Unternehmen: Der kalifornische Konzern bekam grünes Licht für den Einstieg beim Autozulieferer ATW mit Sitz in Neuwied, wie ein Sprecher des Bundeskartellamts der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. „Es handelt sich um eine Fusion.“ Details nannte er nicht. ATW und Tesla äußerten sich zunächst nicht dazu.

Viel bezahlt haben dürfte Tesla-Chef Elon Musk nicht. Denn ATW befand sich bereits in einem Abwicklungsprozess, als der Retter aus Kalifornien einstieg. ATW (Assembly & Test Europe GmbH) gehörte dem kanadischen Hersteller ATS Automation Tooling Systems. Mitte September wurden die 210 Mitarbeiter mit der Schließung des Standortes in Rheinland-Pfalz überrascht. Wegen der Coronakrise seien dem Unternehmen zahlreiche Aufträge weggebrochen.

Es sind vor allem kleine und hochspezialisierte Lieferanten wie ATW, die unter den Auswirkungen der Pandemie besonders stark leiden. Längst wird in Deutschland nach Wegen gesucht, solchen Unternehmen zu helfen – sei es in Form von Hilfsfonds oder Aufträgen der Autobauer, die kleine Zulieferer wie ATW so stützen könnten. Doch offenbar hatten die deutschen Hersteller kein Interesse an einer Rettung – und das obwohl ATW für die Batterieproduktion von BMW, Daimler und VW zugeliefert hatte.

Der schillernde Tech-Milliardär Elon Musk, der in Grünheide bei Berlin eine Fabrik für Elektroautos baut, rettet nun die Jobs bei dem Neuwieder Autozulieferer, der sich auf Batterie-Montageanlagen spezialisiert hat. Der Neuwieder Stadtsprecher Erhard Jung begrüßte es „ausdrücklich, wenn sich ein weiteres international tätiges Unternehmen“ in seiner Kommune am Rhein ansiedele: „Tesla spielt ja eine führende Rolle in der Elektromobilität.

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    Ähnlich hatte kürzlich der Neuwieder Oberbürgermeister Jan Einig (CDU) argumentiert und darauf verwiesen, dass die Tesla Grohmann Automation GmbH in Prüm nur rund 100 Kilometer entfernt liege – das könne eine Zusammenarbeit zwischen beiden Standorten erleichtern. Auch das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium in Mainz hatte sich positiv geäußert.

    Erste Gerüchte über Einstieg Anfang Oktober

    Die Fusion ist ein weiteres Beispiel für Teslas vertikale Integration wichtiger Produktionsprozesse. ATW wirbt damit, innerhalb von sechs Monaten auch komplexe Batterie-Montageanlagen aufbauen zu können. Know-how, das Tesla vor allem in der neuen Gigafactory in Grünheide nahe Berlin gut gebrauchen könnte. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen auf die Analyse und Optimierung von Produktionsanlagen spezialisiert.

    Die ersten Gerüchte über die Fusion mit Tesla kamen bereits Anfang Oktober auf. Als erstes hatte das Debatten-Magazin „The European“ darüber berichtet. Demnach hätten die ATW-Mitarbeiter am 2. Oktober bereits bei einer Betriebsfeier auf den Einstieg von Tesla angestoßen. Zahlreiche Tesla-Fahrzeuge fuhren an dem Tag mit dem Kennzeichen „BIT“, das für die Kreisstadt Bitburg steht, vor das Werk.

    In Bitburg hatte sich Tesla 2017 in das Maschinenbauunternehmen Grohmann eingekauft. Kurz danach verlangte Tesla-Chef Musk von Klaus Grohmann, dem Gründer der Firma, die Belieferung von Konkurrenten wie BMW, Daimler oder Bosch einzustellen. Daraufhin verließ Grohmann das Unternehmen. Für ATW dürfte nun ähnliches gelten. Die deutschen Autobauer werden sich wohl nach neuen Spezialisten für die Batterie-Montageanlagen umschauen müssen.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: In Großstädten ist das Tesla Model 3 gar nichts Besonderes mehr. Zeit, mit dem Elektropionier aus Kalifornien mal in die Eifel zu fahren.

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    2 Kommentare zu "E-Autohersteller: Tesla bekommt grünes Licht für Einstieg bei Neuwieder Autozulieferer ATW"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause."

    • Schön, dass es bei ATW weitergeht - Was wirklich überrascht ist, dass ein Autozulieferer in der hochmodernen Batteriewelt geschlossen werden soll. Was zudem überrascht ist, dass kein europäisches Unternehmen, die wohl auch näher an ATW sind, das Unternehmen übernehmen will.
      Gab es Gespräche mit den europäischen Auto Herstellern?

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