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E-Zigaretten Vaping bringt Tabakkonzerne in Not

Die Diskussion um E-Zigaretten hat Folgen: Der Chef des Herstellers Juul tritt zurück, Philip Morris stoppt Fusionsgespräche. Die Tabakindustrie fürchtet um ihr Standbein.
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Der Zigarettenindustrie droht ein wichtiges Standbein wegzubrechen. Quelle: Reuters
E-Zigarette

Der Zigarettenindustrie droht ein wichtiges Standbein wegzubrechen.

(Foto: Reuters)

New York Aufruhr im Zigaretten-Reich. Nach mysteriösen Todesfällen, verschiedenen Untersuchungen und einem drohendem Verbot für E-Zigaretten hat nun der Chef des größten US-Vaping-Spezialisten Juul den Posten geräumt. Seinen Platz übernimmt ein Manager des Tabakkonzerns Altria, der sich erst im Dezember 35 Prozent an dem Startup aus San Francisco gesichert hat. Auch die Fusionsgespräche zwischen Philip Morris International und Altria wurden abgebrochen.

Für die Zigaretten-Industrie droht mit den jüngsten Problemen bei E-Zigaretten ein wichtiges Standbein der Zukunft wegzubrechen. Die vermeintlich gesündere Alternative zum Rauchen sollte eigentlich die Zukunft der Konzerne sichern. Es war nicht zuletzt die Beteiligung von Altria an Juul, die das US-Unternehmen für Philip Morris International interessant gemacht hat. Die beiden Unternehmen hatten vor einem Monat bekannt gegeben, über eine Fusion zu verhandeln. Doch damit ist nun Schluss.

Bei dem nun abgeblasenen Zusammenschluss wäre ein neuer Tabak-Riese mit einem Marktwert von über 200 Milliarden Dollar entstanden. Altria hatte erst im Jahr 2008 Philip Morris abgespalten. Analysten hatten immer wieder über eine mögliche Wiedervereinigung der beiden Konzerne spekuliert.

13 Milliarden Dollar hat Altria für seine Beteiligung an Juul hingelegt, das gerade einmal zwei Milliarden Dollar umsetzt. Diese Investition ist nun in Gefahr. Kein Wunder, dass Altria jetzt einen eigenen Manager auf den Chefposten bei Juul setzt: Der bisherige Chefstratege von Altria, K.C. Crosthwaite, wird den Juul-Vorstandsvorsitzenden Kevin Burns ersetzen.

Burns ist ein ehemaliger Private-Equity-Manager und hat mit Juul aggressiv expandiert. Crosthwaite dagegen verfügt über langjährige Erfahrung in Regulierungsfragen, die Juul nun gut gebrauchen kann. Um die Jahrtausendwende hatte die US-Tabakindustrie mit Milliardenschweren Sammelklagen zu kämpfen.

Die Gesundheitsbehörde FDA ermittelt gegen Juul

Juul kündigte bereits an, nicht gegen das von Donald Trump geplante Verbot von E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen jenseits von Tabak vorzugehen. Außerdem stoppte der Hersteller sämtliche Werbe-Maßnahmen. In Deutschland stellt Juul jetzt nach einem verlorenen Gerichtsstreit mit einem Konkurrenten den Verkauf vorübergehend ein.

Die E-Zigaretten bedienen längst nicht nur den Markt der Ex-Raucher, die vom Tabak loskommen wollen und auf nikotinhaltige Dämpfe umstellen. In den USA greifen vor allem die jungen Menschen immer mehr zu den E-Zigaretten. Die locken vor allem mit gefälligen Geschmacksstoffen wie Minze oder Fruchtgeschmack, die bei Juul 80 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Für die Zigarettenhersteller schien das Geschäft höchst attraktiv: Ihre Kunden wären wegen des Nikotins weiter abhängig. Aber keiner kann sie wegen der gesundheitsschädlichen Folgen des Tabaks verklagen. Dieses Kalkül zerplatzt gerade. Die US-Gesundheitsbehörde FDA spricht bereits von einer „Epidemie“ unter Teenagern. Ein Viertel der High-School-Schüler nutzt E-Zigaretten.

Nicht nur die FDA, auch Staatsanwälte in Kalifornien untersuchen unter anderem, ob der Vaping-Anbieter Juul mit seinem Marketing mit Absicht auf junge Menschen abgezielt hat. Außerdem werfen die jüngsten Todesfälle und seltsame Lungenkrankheiten von sogenannten „Vapern“ Fragen auf. Philip Morris International war vor allem an Juul interessiert. Doch nun scheint sich das Unternehmen auf die eigene E-Zigaretten-Variante Iqos zu konzentrieren. Die wurde anders als Juul von der FDA authorisiert.

Mehr: Die vermeintlich gesündere Alternative zum Tabak steckt in der Krise. Der Zukunftstraum von Anbietern wie dem Tabakkonzern Altria scheint sich in Luft aufzulösen.

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