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Eckhard Cordes Zu nachsichtig mit Roland Koch – Aktionäre nehmen Bilfinger-Chefaufseher in die Mangel

Im Streit um Schadensersatzforderungen gegen ehemalige Bilfinger-Vorstände gerät der Aufsichtsratschef unter Druck. Vor allem eine Personalie erbost die Investoren.
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Auf der Hauptversammlung bekam der Bilfinger-Chef den Unmut der Aktionäre zu spüren. Quelle: Thomas Dashuber für Handelsblatt
Eckhard Cordes

Auf der Hauptversammlung bekam der Bilfinger-Chef den Unmut der Aktionäre zu spüren.

(Foto: Thomas Dashuber für Handelsblatt)

Mannheim Zu Beginn der Hauptversammlung versucht der Aufsichtsratsvorsitzende noch, die Aktionäre zu besänftigen. „Ich bin selbst ein Computer-Grufti“, erklärt Eckhard Cordes am Mittwochmorgen den Aktionären des Industriedienstleisters Bilfinger. Kurz zuvor hatten die sich darüber beschwert, dass sie den Geschäftsbericht nur noch digital erhalten. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass diejenigen, die Papier wollen, auch Papier bekommen“, verspricht der 68-Jährige und erntet dafür kurzen Applaus.

Es wird der einzige sein, den ihm das Gros der Aktionäre an diesem Tag gewährt. Denn viele sind sauer. Im Februar 2018 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, zwölf ehemalige Vorstände wegen verschiedener Pflichtverletzungen in den Jahren 2006 bis 2015 zur Kasse zu bitten: Sie sollen einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag als Schadensersatz zahlen, vor allem, weil sie keine Antikorruptionsregeln aufgestellt hatten.

Sonderprüfung als Warnung

Doch erst am Dienstag entschied das Gremium, Anspruchsschreiben an die Betroffenen zu verschicken, darunter auch an den früheren Bilfinger-Chef und ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Bei den Aktionären sorgte das für heftiges Kopfschütteln.

Allen voran bei Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), der sogar eine Sonderprüfung beantragte. „Wir haben den Glauben verloren, dass der Aufsichtsrat zukünftig mit der notwendigen Bissfreudigkeit gegen ehemalige Vorstände vorgeht“, so Tüngler. Der Konflikt könnte nach Meinung von Kritikern darin bestehen, dass Cordes neben dem Bilfinger-Mandat bei einer Kommunikationsberatungsfirma im Aufsichtsrat saß, die Roland Koch beriet.

Die DSW schickt damit ein klares Signal an Cordes. Zwar sprachen sich nur gut drei Prozent der Aktionäre für eine Sonderprüfung aus – auch weil sich der mit 27 Prozent größte Aktionär Cevian, für den Cordes im Aufsichtsrat sitzt, nicht an der Meuterei beteiligte. Zur Wehr setzte sich der Ex-Metro-Chef dennoch: „Wir schießen erst, wenn wir sicher sind, dass es gerechtfertigt ist.“

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