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Eckpunkte für Stellenabbau Bayer zahlt Abfindungen von bis zu 63 Monatsgehältern

Der Konzern will 12.000 Stellen abbauen und bietet den Beschäftigten nun lukrative Konditionen – vor allem für Vorruheständler.
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Bayer zahlt Abfindungen von bis zu 63 Monatsgehältern Quelle: AFP
Bayer-Logo am Konzernsitz in Leverkusen

Der Stellenabbau geht quer durch alle Bereiche. Besonders stark trifft es die Verwaltungsfunktionen von Bayer in der Zentrale und den Ländergesellschaften.

(Foto: AFP)

Leverkusen Es ist der größte Stellenabbau in der Geschichte der Bayer AG: Rund 12.000 Arbeitsplätze will der Leverkusener Konzern bis Ende 2021 streichen, annähernd zehn Prozent der weltweiten Belegschaft.

Bei den Mitarbeitern hatte die Ankündigung Anfang Dezember für viel Unmut gesorgt. Nun wissen die Bayer-Beschäftigten, zu welchen Konditionen sie zur Aufgabe ihres Arbeitsplatzes bewegt werden sollen.

Am Montag legten Management und der Betriebsrat die Eckpunkte vor, auf die sie sich für die Beschäftigten in Deutschland geeinigt haben. Im Zentrum stehen lukrative Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangebote. Bayer ist auf Freiwilligkeit angewiesen, da an den deutschen Standorten bis 2025 nicht betriebsbedingt gekündigt werden darf.

Bayer zählt darauf, dass sich viele Mitarbeiter in der Verwaltung und in den drei Divisionen auf einen vorzeitigen Ruhestand einlassen. Ihnen wird angeboten, schon im Alter von 57 Jahren in den Ruhestand gehen zu können. Bayer zahlt ihnen dafür einen Ausgleich. Unterm Strich müssen sie maximal einen 7,2 Prozent hohen Abschlag auf ihre zugesicherte gesetzliche Rente verkraften.

Auch für die Aufhebungsverträge nimmt Bayer viel Geld in die Hand. So können Beschäftigte unter 57 Jahren eine Abfindung in Höhe von bis zu 63 Monatsgehältern ausverhandeln. Das gilt natürlich nur für die langjährigen Mitarbeiter. Wer weniger als drei Jahre bei Bayer ist, dem werden drei Monatsgehälter Abfindung angeboten.

Bayer hatte im Dezember die gesamten Kosten für den Stellenabbau und alle weiteren „Effizienz- und Strukturmaßnahmen“ auf 4,4 Milliarden Euro beziffert. Wie viele Stellen genau in Deutschland wegfallen, soll erst im März feststehen.

Der Stellenabbau geht quer durch alle Bereiche: 4100 Stellen entfallen im Zuge der Fusion von Bayers-Agrarchemiedivision mit Monsanto. In der kriselnden Sparte mit rezeptfreien Medikamenten (Aspirin) werden 1100 Arbeitsplätze abgebaut, in der Pharmadivision sind es 1250.

Besonders stark trifft es die Verwaltungsfunktionen von Bayer in der Leverkusener Zentrale und den Ländergesellschaften. Dort will der Konzern in Summe rund 5500 Stellen streichen.

Ab dem Jahr 2022 soll das Programm einen jährlichen Ergebnisbeitrag von 2,6 Milliarden Euro bringen.

Bayer-Chef Werner Baumann hatte auf den Betriebsversammlungen im Dezember viel Kritik an dem Sparkurs geerntet. Er sprach von „schwierigen Entscheidungen“, wies aber Vorwürfe zurück, der Stellenabbau sei allein eine Reaktion auf die 63,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Monsanto.

Dies betreffe nur die 4100 Stellen in der Agrarchemie. In der Consumer Health-Division hat Bayer seit geraumer Zeit operative Probleme, im Pharmageschäft will der Konzern mit einer neuen Forschungsausrichtung wettbewerbsfähiger werden.

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