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Effizienzprogramm Volkswagen macht Toyota zum neuen Maßstab

Bei der Marktkapitalisierung sieht der Wolfsburger Autohersteller den japanischen Rivalen klar vorn. VW-Chef Diess bläst deshalb zur Aufholjagd.
20.12.2019 - 14:11 Uhr Kommentieren
Der Konzernchef will der deutschen Autoriesen auf Effizienz trimmen. Quelle: AP
VW-Chef Diess

Der Konzernchef will der deutschen Autoriesen auf Effizienz trimmen.

(Foto: AP)

Wolfsburg Die Gespräche mit der Finanzwelt hat Herbert Diess in der Vergangenheit lieber seinem Finanzvorstand überlassen. Doch Anfang Dezember traf sich der Volkswagen-Konzernchef in London selbst zum ersten Mal mit Börsenvertretern und Experten aus der Finanzwelt, die wiederum besonders den Wolfsburger Autohersteller im Blick haben.

Diess hatte sich mit einem solchen Treffen lange Zeit gelassen. Doch inzwischen ist auch dem VW-Chef klar geworden, dass er sich verstärkt persönlich um die Finanzwelt und die Investoren kümmern muss. Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen war schnell noch vor Weihnachten mit einer klaren Mission ins wichtigste europäische Finanzzentrum gereist: Herbert Diess will und muss mehr für den Kurs der VW-Aktie tun.

Volkswagen ist zwar nach der Zahl der verkauften Autos der weltgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Und während die meisten Konkurrenten rund um den Globus in diesem Jahr ihre Gewinnprognosen wegen der anhaltenden konjunkturellen Flaute auf den Weltautomärkten zurücknehmen mussten, hat der VW-Konzern an seiner Ertragsvorhersage festgehalten. Wenn der Dezember aus Wolfsburger Sicht ähnlich gut verläuft wie der November, ist sogar ein weiterer Verkaufsrekord möglich, der Titel als weltgrößter Autohersteller wäre verteidigt.

Doch trotz dieser Erfolge herrscht in der VW-Zentrale aus einem anderen Grund eine gewisse Resignation. „In der Börsenbewertung schlägt das kaum zu Buche. Die Marktkapitalisierung von Toyota ist immer noch mehr als doppelt so groß“, lautet die Klage in Wolfsburger Konzernkreisen.

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    In der Tat liegt Japans größter Automobilhersteller mit einer Marktbewertung von aktuell rund 200 Milliarden Euro deutlich vor Volkswagen. Der deutsche Konkurrent schafft im Moment gerade einmal rund 90 Milliarden Euro.

    Der Spardruck in Wolfsburg wächst

    Volkswagen mit Toyota zu vergleichen, ist aus Branchensicht absolut angemessen. Beide Konzerne sind mit gut zehn Millionen pro Jahr verkauften Fahrzeugen ungefähr gleich groß, auch das weit gefasste Produktportfolio vom Kleinwagen bis hin zum Lkw ist weitestgehend deckungsgleich. Lange Zeit war Toyota weltgrößter Autohersteller, erst vor drei Jahren hat Volkswagen dem japanischen Erzrivalen diesen Titel abgenommen.

    Herbert Diess will das Ärgernis der noch nicht einmal halb so großen Marktkapitalisierung nicht länger auf sich sitzen lassen. Deshalb hat er konzernintern zum Angriff auf den Börsenprotagonisten Toyota mobilisiert. Mit einem umfassenden Maßnahmenprogramm will der VW-Chef dafür sorgen, dass der Wolfsburger Konzern auf absehbare Zeit eine ähnliche Börsenbewertung wie der japanische Konkurrent erreichen wird.

    Grafik

    Das geht nicht von heute auf morgen, Volkswagen wird dafür einige Jahre brauchen. „So um das Jahr 2030 herum sollten wir dieses Ziel erreicht haben“, heißt es im persönlichen Umfeld des VW-Vorstandschefs. Außerdem gibt es in Wolfsburg einen anhaltenden Spardruck.

    Mit der flächendeckenden Einführung der Elektroautos gibt es mindestens für das nächste Jahrzehnt Doppelstrukturen für Verbrenner- und Elektro-Modelle. Mit mehr Effizienz würde diesen doppelten Ausgaben entgegengesteuert und zugleich könnte somit wiederum die Börsenbewertung gesteigert werden.

    Synergien, so lautet das Schlüsselwort für Diess, wenn er in den kommenden Jahren mit Toyota gleichziehen will. Aus Sicht des Konzernchefs arbeiten die verschiedenen Automarken im VW-Reich immer noch nicht eng miteinander zusammen.

    Ersparnisse in Milliardenhöhe seien erreichbar, wenn beispielsweise die verschiedenen Entwicklungsabteilungen viel enger verzahnt würden. Außerdem soll die Gleichteilestrategie über alle Markengrenzen hinweg noch einmal entscheidend intensiviert werden. Insbesondere die Gruppe der Volumenmarken (VW, Skoda, Seat) soll stärker untereinander kooperieren.

    Wie die Marken zusammenarbeiten sollen
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