Einigung mit Outokumpu Thyssen-Krupp wird seine Edelstahlsparte los

Thyssen-Krupp kann seine Edelstahlsparte Inoxum verkaufen. In der vergangenen Nacht einigten sich die Betriebsräte des Industriekonzerns mit dem finnischen Stahlkocher Outokumpu auf die Details des Deals.
Update: 31.01.2012 - 12:46 Uhr 7 Kommentare

Thyssen-Krupp wird sein Edelstahl-Sorgenkind los

Frankfurt/EssenDer Einigung zufolge wird nach der Übernahme die Produktion von Edelstahl am Standort Krefeld im kommenden Jahr eingestellt, Ende 2016 soll diese dann in Bochum geschlossen werden. Outokumpu wird dabei auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2015 verzichten, wie die IG Metall und Thyssen-Krupp mitteilten.

Der Einigung waren harte Verhandlungen zwischen Vertretern der Unternehmen und den Betriebsräten vorangegangen, die von Protesten der Inoxum-Mitarbeiter begleitet wurden. Die Arbeitnehmer haben bei Thyssen-Krupp eine mächtige Position, ihre Zustimmung war daher dringend nötig. Andernfalls hätten sie den laufenden Umbau von Thyssen-Krupp erheblich stören können. Vorstandschef Heinrich Hiesinger will das Konglomerat zu einem Technologiekonzern umformen.

Der Verkauf von Inoxum ist Teil der Neuausrichtung – und eine Möglichkeit, Geld in die Kasse zu bekommen. Die Sparte wird den Angaben zufolge mit 2,7 Milliarden Euro bewertet. Die Summe setzt sich aus einem Baranteil, der Übernahme von Schulden und Pensionsverpflichtungen sowie einem Aktienpaket von 29,9 Prozent, das Thyssen-Krupp künftig an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Outokumpu/Inoxum halten wird.

Hiesinger kann nun nicht nur die Schulden senken, sondern erhält zudem Mittel für Investitionen in Wachstumsgeschäfte wie die Technologiesparte. Nach den Milliardenabschreibungen auf die neuen Stahlwerke in Übersee will er das Technologiegeschäft stärken, in dem ThyssenKrupp unter anderem Aufzüge, Maschinen und U-Boote herstellt.

Outokumpu verspricht sich von der Übernahme eine bessere Wettbewerbsposition. Der Markt für Edelstahl ist in Europa hart umkämpft, die meisten Anbieter schreiben Verluste. Mit der Fusion und der einhergehenden Stilllegung von Kapazitäten in Krefeld und Bochum soll ein Teil der Überkapazitäten beseitigt werden.

Durch den Zusammenschluss von Inoxum und Outokumpu entsteht ein neuer Weltmarktführer im Edelstahlbereich mit 18.000 Beschäftigten und mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz.

Ergebnis ist "kein Anlass zum Jubeln"
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7 Kommentare zu "Einigung mit Outokumpu: Thyssen-Krupp wird seine Edelstahlsparte los"

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  • @ werter vandale

    sorgen Sie mal dort für Vlissingen. Aluminium herzustellen, das übrigens auch in der Stahlindustrie verarbeitet wird, ist mehr energieintensiv.

  • Opfer der teuren Energie

    Zur Edelstahlherstellung wird der Stahl elektrisch geschmolzen. Dies ist sehr energieintensiv, sprich die Stromkosten machen einen erheblichen Anteil am Fertigproduktepreis aus. Die Weiterverarbeitung im Walzwerk ist gleichfalls sehr energieintensiv. Die populärsten Edelstahlsorten 1.4301, 1.4570 werden auch von aussereuropäischen Herstellern beherrscht. Die Strompreise liegen in Deutschland etwa doppelt so hoch wie ausserhalb Europas.

    Deutschland hätte mit einst knapp 30 umweltfreundlichen, abgeschriebenen Kernkraftwerken inklusive DDR und der Kernkraftwerke die bereits vor 2011 dem ökoreligiösem Hass zum Opfer gefallen sind und den umfangreichen Braunkohlevorkommen ideale Vorraussetzungen sehr preiswerten Strom herzustellen.

    Die Mitarbeiter von Thyssen Krupp Edelstahl sind zu einem wesentlichen Teil Opfer der Oekoreligion.

    Vandale

  • Opfer der teuren Energie

    Zur Edelstahlherstellung wird der Stahl elektrisch geschmolzen. Dies ist sehr energieintensiv, sprich die Stromkosten machen einen erheblichen Anteil am Fertigproduktepreis aus. Die Weiterverarbeitung im Walzwerk ist gleichfalls sehr energieintensiv. Die populärsten Edelstahlsorten 1.4301, 1.4570 werden auch von aussereuropäischen Herstellern beherrscht. Die Strompreise liegen in Deutschland etwa doppelt so hoch wie ausserhalb Europas.

    Deutschland hätte mit einst knapp 30 umweltfreundlichen, abgeschriebenen Kernkraftwerken inklusive DDR und der Kernkraftwerke die bereits vor 2011 dem ökoreligiösem Hass zum Opfer gefallen sind und den umfangreichen Braunkohlevorkommen ideale Vorraussetzungen sehr preiswerten Strom herzustellen.

    Die Mitarbeiter von Thyssen Krupp Edelstahl sind zu einem wesentlichen Teil Opfer der Oekoreligion.

    Vandale

  • Wie eine zusammengelegte Firma heißen soll, entscheidet das Handels-Blatt aber nicht. Thyssenkrupp ist OHNE Bindestrich zu schreiben! Außerdem heißt es nicht fusionierte Firmen, sondern zusammengelegte Firmen!

  • Auf betriebsbedingte Kündigungen wird bis Ende 2015 verzichtet, Bochum wird ein Jahr später, 2016 geschlossen.
    Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
    Da hat die IG Metall ja einmal mehr eine wahrhaft mitgliederfreundliche, arbeitsplatzerhaltende Vereinbarung getroffen.
    Glückwunsch!

  • Danke für den Hinweis. Wir haben uns bei fusionierten Firmen auf die Schreibweise mit Bindestrich entschieden.

  • @Redaktion
    Der Name von ThyssenKrupp ist ThyssenKrupp.Den sollte Sie nicht verändern.
    Die 29,9 Prozent Anteile haben nicht nur Auswirkungen auf die Sperrminorität.

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