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Einigung mit US-Börsenaufsicht Elon Musk tritt als Tesla-Verwaltungsratschef zurück

Tech-Milliardär Elon Musk kommt nach dem Chaos um einen angedeuteten Börsenrückzug von Tesla mit einem blauen Auge davon. Nach der Klage der SEC hat er sich mit der US-Börsenaufsicht auf den Rückzug aus dem Verwaltungsrat und eine Millionenstrafe geeinigt.
Update: 30.09.2018 - 00:35 Uhr Kommentieren
Noch am Donnerstag hatte der Tesla-Chef eine Einigung mit der SEC ausgeschlagen. Quelle: Reuters
Elon Musk

Noch am Donnerstag hatte der Tesla-Chef eine Einigung mit der SEC ausgeschlagen.

(Foto: Reuters)

New York Tesla-Chef Elon Musk wagt nun doch keine Kraftprobe mit der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC und hat stattdessen eine geschwächte Position bei dem Elektroautobauer akzeptiert: Musk tritt als Chef des Verwaltungsrats (Chairman) des Autobauers zurück. CEO darf er jedoch bleiben. Eine entsprechende Einigung schloss der Unternehmer mit der US-Börsenaufsicht SEC, wie die Behörde am Samstag mitteilte. Die SEC hatte am Donnerstag Klage gegen Musk wegen der Täuschung von Anlegern eingereicht.

Der Chairman in einem US-Unternehmen ist in etwa vergleichbar mit einem Chefaufseher in Deutschland. Der Verwaltungsrat in den USA hat ähnliche Kontrollfunktionen wie die Aufsichtsräte hierzulande, bestimmt jedoch auch stark die Strategie des Unternehmens mit.

Die Vereinbarung zwischen Musk und der SEC sieht vor, dass der Unternehmer für drei Jahre den Posten als Chairman bei Tesla abgibt und eine Strafe von 20 Millionen Dollar zahlt. Weitere 20 Millionen Dollar Strafe muss Tesla zahlen.

Die insgesamt 40 Millionen Dollar sollen an geschädigte Investoren ausgezahlt werden. Tesla werde außerdem „zusätzliche Kontrollen und Prozesse“ einführen, um Musks Kommunikation zu beaufsichtigen, teilte die SEC mit.

Für Musk stand viel auf dem Spiel: Die SEC hatte Musk in ihrer Anklageschrift vor dem Bundesgericht in Manhattan „falsche und irreführende“ Twitter-Nachrichten über einen angeblich geplanten Börsenrückzug des Autobauers vorgeworfen, die Investoren Schaden zugefügt hätten. Die Börsenaufseher wollten erreichen, dass er auf Lebenszeit aus Chefetagen börsennotierter US-Unternehmen verbannt wird.

Musk hatte im August völlig überraschend bei Twitter angekündigt, Tesla von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür sei gesichert. Nach nur gut zwei Wochen wurde der waghalsige Plan dann wieder abgeblasen. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation folgten Sammelklagen von Investoren und Ermittlungen der SEC.

Die Aktie, die sich an dem Tag nach einem Zeitungsbericht über frisches Geld für Tesla aus Saudi-Arabien eh schon im Aufwind befand, sprang nach Musks Tweet erst um mehr als zehn Prozent auf über 379 Dollar hoch. Dann sackte der Kurs wieder ab, weil Zweifel an einem solchen Deal stärker wurden. Keine drei Wochen nach der Ankündigung ließ Musk den Plan wieder fallen. Jetzt steht der Kurs bei 265 Dollar.

Die SEC kam zu dem Schluss, dass Musk zwar mit potenziellen Geldgebern über einen Börsenrückzug von Tesla gesprochen habe - aber nur sehr vage. Es seien weder der Preis von 420 Dollar besprochen noch formelle Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen worden, hieß es in der Klage.

Für Anleger habe es aber durch Musks Tweets nach einem praktisch beschlossenen Deal ausgesehen, so dass sie zu Aktienkäufen verleitet worden seien. Folglich habe Musk Investoren bewusst oder durch Leichtsinn betrogen, argumentierte die SEC. Die zusammengerechnet 40 Millionen Dollar von Tesla und Musk sollen deshalb ihnen zugute kommen.

Mit der nun verkündeten Einigung ist die Klage vom Tisch. Doch Musks Machtposition bei Tesla könnte dauerhaft geschwächt werden. Er wird durch einen unabhängigen Vorsitzenden ersetzt, in den Verwaltungsrat werden zudem zwei neue unabhängige - also nicht von Großaktionären gestellte – Mitglieder einziehen. Das Gremium werde auch die Kommunikation Musks mit Investoren stärker überwachen, betonte die SEC. Eine Wiederholung der Aktion von August, bei der Musk mit seinen Tweets auch die eigene Chefetage kalt erwischte, scheint damit kaum noch möglich.

Musk hatte bis zuletzt erklärt, er habe nichts Falsches getan und sei traurig und enttäuscht über die Klage. Er habe immer im Sinne der Wahrheit, der Transparenz und der Investoren gehandelt. Die Tesla-Aktien brachen am Freitag ein.

Die SEC hatte ihre Klage eingereicht, nachdem Musk am Donnerstag eine bereits bestehende Einigung mit der Börsenaufsicht abgelehnt hatte. Ursprünglich hätte der Tesla-Chef den Vorsitz im Verwaltungsrat nur für zwei Jahre abgeben sollen, schrieb unter anderem die „New York Times“. Noch am Samstag berichtete das „Wall Street Journal“, Musk wolle sich weiter gegen die Vorwürfe wehren – mit dem Hinweis, dass er mündliche Absprachen mit dem staatlichen Investitionsfonds von Saudi-Arabien gehabt habe.

Für Musk sind die Folgen des unausgegorenen Plans zum Börsenrückzug aber noch nicht ausgestanden: Laut Medienberichten führt auch das US-Justizministerium eigene Untersuchungen durch, die in Strafermittlungen münden könnten.

Mit Agenturmaterial.

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