Einstieg bei Ibeo ZF schließt technische Lücke beim Roboterauto

Der Autozulieferer ZF steigt bei Ibeo ein. Die Firma ist Marktführer bei Lidar-Technologie und Software zur Umgebungserkennung. Mit dem Deal schließt ZF eine weitere technologische Lücke beim autonomen Fahren.
Das Unternehmen rückt den Branchenführern Bosch und Continental näher. Quelle: dpa
Autozulieferer ZF

Das Unternehmen rückt den Branchenführern Bosch und Continental näher.

(Foto: dpa)

StuttgartZF schließt beim autonomen Fahren eine weitere technologische Lücke. Der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer hinter Bosch und Continental beteiligt sich mit 40 Prozent an der Ibeo Automotive Systems GmbH. Das 2009 gegründete Unternehmen mit Sitz in Hamburg ist Marktführer in der Entwicklung von Lidar-Technologie sowie Software zur Umgebungserkennung. die Technologie wird künftig im Audi zu sehen sein und ist schon beim Tesla auf der Straße.

Ibeo verwendet dabei Lasertechnologie, die ZF zur Umgebungserkennung noch fehlte. „Mit der Lidar-Technologie und Sensorfusion stärken wir gewissermaßen Auge und Gehirn zukünftiger Autogenerationen und kommen so der Vision des unfallfreien Fahrens wieder ein Stück näher.“ Bosch hingegen hat sich noch nicht für Lidar entschieden. Allerdings wissen auch die Schwaben, dass eine dritte Sensortechnologie neben Radar und Video nötig sein wird, um autonomes Fahren zu ermöglichen.

„Mit Lidar haben wir Zugriff auf eine entscheidende Technologie der Umfeld- und Objekterkennung“, begründet der ZF-Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer den Einstieg bei Ibeo. „Lidar-Sensoren ergänzen die von uns bisher genutzte Radar- und Kameratechnik – vor allem aber bringt die von Ibeo geleistete Fusion dieser drei Sensor-Technologien die Voraussetzung für das autonome Fahren.“

Lidar (aus dem Englischen: „Light Detection and Ranging“) bezeichnet ein Verfahren, bei dem ein Lichtpuls ausgesendet wird und über die Laufzeit und Lichtgeschwindigkeit eine Entfernung berechnet werden kann. Lidar ist eine dem Radar verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Statt der Radiowellen werden Laserpulse verwendet. Die mit ZF entwickelte Lidar-Generation wird die Umgebung dreidimensional abbilden können und ohne rotierende Spiegel auskommen und damit kompakter, glaubt ZF. Vorstandschef Sommer kündigte an, die verbleibenden Technologielücken nach und nach zu schließen.

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit– mit ZF haben wir einen starken Partner an Bord, der zielstrebig die Megatrends Sicherheit und Autonomes Fahren gestaltet“, bewertet Ibeo-Geschäftsführer Ulrich Lages den ZF-Einstieg. Die Belegschaft soll in kurzer Zeit von derzeit 50 auf 250 steigen. Der Umsatz soll derzeit im zweistelligen Millionen-Bereich liegen. Lages hält nach Informationen aus Branchenkreisen noch über 50 Prozent der Ibeo-Anteile.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

ZF ist mit der Milliarden-Übernahme von TRW auf einen Umsatz von knapp 30 Milliarden Euro gewachsen und den Branchenführern Bosch und Conti näher gerückt. Mit TRW bekam der Getriebe und Fahrwerkshersteller Zugang zu Fahrerassistenzsystemen, die für das Autonome Fahren unverzichtbar sind.

Dass ZF sich jetzt eine Technologie wie Lidar zulegt, zeigt, dass ZF den Premiumanspruch als Technologieführer bei seinem Stammgeschäft Getriebe und Fahrwerk auch bei den zugekauften Assistenzsystemen einlösen will. Der ehemalige US-Konzern TRW hatte bislang seine Stärken eher als Massenhersteller denn als Technologieführer.

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