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Einstieg Scheichs shoppen in der Industrie

Sie haben zuletzt in Volkswagen investiert, aber auch in Barclays und Suez Environnement - das Emirat Katar war zuletzt massiv auf Einkaufstour in Europa. Nun will das Staatsunternehmen Qatari Diar fünf bis acht Prozent des Kapitals des weltgrößten Bauprojekt-Entwicklers Vinci übernehmen.
Katar steigt beim Bauprojekt-Entwickler Vinci ein. Quelle: ap

Katar steigt beim Bauprojekt-Entwickler Vinci ein.

(Foto: ap)

PARIS. Reiche Staatsfonds aus der Golfregion erhöhen das Tempo bei ihrer Einkaufstour in den etablierten Industriestaaten. Qatari Diar, Tochter des Staatsfonds Qatar Investment Authority des Wüstenstaats Katar, will beim französischen Bauriesen Vinci mit bis zu acht Prozent ins Kapital einsteigen. Damit würden die Scheichs größter Einzelaktionär. Im Gegenzug will der Fonds Vinci die Engineering-Gesellschaft Cegelec (drei Mrd. Euro Umsatz, 25 000 Mitarbeiter) übergeben, die Vinci bereits im vergangenen Jahr kaufen wollte.

Laut Analystenschätzungen hat der Deal einen Wert von rund 1,2 Mrd. Euro. Es wäre das größte Investment eines Staatsfonds in ein Unternehmen des französischen Leitindexes CAC 40. Auch in Deutschland sorgt der Wüstenstaat, der halb so groß ist wie Hessen, für Schlagzeilen: Vor kurzem hat sich Katar bereit erklärt, mit knapp 20 Prozent beim neuen Auto-Riesen aus VW und Porsche einzusteigen.

Gezielt investieren Staatsfonds aus den Golfstaaten in strategischen Industrieunternehmen Europas. „Sie sind dabei auf der Suche nach Schlüsseltechnologien, um eine wettbewerbsfähige Industrie in ihren Heimatländern aufzubauen“, erklärt Olivier Darrason, Gründer und Präsident der Strategieberatung CEIS in Paris.

Mit dieser eigenen Industrie wollen die Golfstaaten langfristig ihr Geld verdienen, sollten ihre Öl- und Gasvorräte eines Tages aufgebraucht sein.

„Die Fonds aus Abu Dhabi und Katar sind nicht aggressiv, sondern wollen ihre Zielunternehmen begleiten“, beruhigt der Experte. Seiner Ansicht nach können die etablierten Industrienationen wie Deutschland und Frankreich von solchen Deals profitieren. „Dazu muss der Technologietransfer genau überwacht werden und sichergestellt sein, dass den Zielunternehmen tatsächlich neue Perspektiven eröffnet werden.“

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