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Elektrifizierung Siemens kann auf weitere Grundsatzvereinbarung mit Irak hoffen

Die neue irakische Regierung bekennt sich zu dem deutschen Partner. Das endgültige Volumen der Aufträge ist noch offen. Auch Konkurrent GE ist noch im Spiel.
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Der Konzern ist weiterhin bereit, seinen Elektrifizierungsplan im Irak umzusetzen. Quelle: AP
Siemens-Zentrale in München

Der Konzern ist weiterhin bereit, seinen Elektrifizierungsplan im Irak umzusetzen.

(Foto: AP)

München Der Wiederaufbau der Energieversorgung des kriegsgebeutelten Iraks wird viele Milliarden kosten. Siemens und der US-Konkurrent General Electric hoffen auf Großaufträge und ringen seit Monaten um die Gunst der irakischen Regierung.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Industriekreisen kann Siemens auf eine weitere Grundsatzvereinbarung hoffen, wenn der irakische Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi am Dienstag Berlin besucht. Allerdings gehe es nicht darum, sich mit einem Schlag alle Aufträge zu sichern. 

Die Agentur Bloomberg hatte unter Berufung auf eine Mitteilung der irakischen Regierung berichtet, Siemens könne mit Aufträgen über rund 15 Milliarden Dollar rechnen. Die irakische Regierung habe Siemens den Zuschlag für den Wiederaufbau der Stromproduktion erteilt.

In Industriekreisen wird aber vor zu großer Euphorie gewarnt. „Es geht um viele kleine Einzelaufträge, die in den nächsten Jahren erteilt werden.“ Die irakische Regierung wolle die Roadmap von Siemens weiter verfolgen. Das sei ein Erfolg für den deutschen Industriekonzern. Doch sei voraussichtlich auch GE nicht aus dem Spiel.   

Im vergangenen Jahr hatte die alte irakische Regierung Absichtserklärungen parallel mit Siemens und General Electric abgeschlossen. GE wollte laut früheren Mitteilungen bereits 2019 zusätzliche Erzeugungskapazitäten von 1,5 Gigawatt zur Verfügung stellen. 

Siemens wiederum hatte bereits im Jahr 2016 eine weitreichende Energiepartnerschaft mit dem Irak vereinbart. Der Konzern sollte ein umfassendes Energiekonzept entwickeln und die Regierung bei der Entwicklung und dem Ausbau der Stromerzeugung und des Stromnetzes beraten.

In den vergangenen Jahren hatte der Konzern dann eine detaillierte Roadmap ausgearbeitet. Laut Siemens geht es um neue Energieerzeugungskapazitäten von elf Gigawatt über vier Jahre und Stromübertragungstechnik. Im vergangenen Jahr wurde dann eine Absichtserklärung unterzeichnet, dass diese Roadmap weiter verfolgt werden soll.

Siemens wollte die Nachrichten aus dem Irak am Montagabend nicht kommentieren. Man wisse von der Entscheidung nur aus den Medien. Siemens sei weiterhin bereit, seinen Elektrifizierungsplan umzusetzen. In Industriekreisen hieß es aber, es sei ein Erfolg, dass sich auch die neue Regierung zu der Zusammenarbeit bekenne.

In jedem Fall ist das mögliche Irak-Geschäft nicht mit dem bislang größten Auftrag in der Konzerngeschichte von Siemens mit Ägypten zu vergleichen, der als Vorbild für den Irak-Deal gilt. Auch dieser hatte mit einer Absichtserklärung begonnen.

Doch war der Auftrag mit einem Gesamtvolumen von acht Milliarden Euro für Gasturbinen und Windräder einfacher abzuwickeln, weil drei große Gaskraftwerke in der Wüste neu errichtet wurden. Im Irak geht es dagegen auch um unzählige Einzelprojekte zur Erneuerung und Modernisierung bestehender Infrastruktur.

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