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Elektro-Autos Schäuble dämpft Hoffnung auf staatliche Förderung

50.000 Elektro-Autos rollen derzeit auf Deutschlands Straßen. Geht es nach der Regierung, sind es bis 2020 eine Million. Von der diskutierten staatlichen Förderung sollen Interessenten aber nicht zu viel erwarten.
23.03.2016 - 18:03 Uhr
Die Eckwerte von Schäubles Bundeshaushalt 2017 und seiner Finanzplanung bis 2020 sollen die absehbaren Förderanreize für E-Autos nach den Worten des Ministers nicht berühren. Quelle: AFP
Wolfgang Schäuble

Die Eckwerte von Schäubles Bundeshaushalt 2017 und seiner Finanzplanung bis 2020 sollen die absehbaren Förderanreize für E-Autos nach den Worten des Ministers nicht berühren.

(Foto: AFP)

Berlin Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Autoindustrie und etwaige Kaufinteressenten gewarnt, zu viel von der diskutierten staatlichen Förderung von Elektro-Autos zu erwarten. „Es kann sein, dass wir einen begrenzten Anreiz vereinbaren werden“, sagte Schäuble am Mittwoch bei der Vorstellung der Eckpunkte seines Haushalts 2017. Noch gebe es keine Entscheidung. Absehbar sei jedoch: „Der Bund wird sich beteiligen daran“. Ob die Förderung in Form einer Kaufprämie gewährt wird, ließ er offen. Schäuble, der eine solche Prämie ablehnt, soll mit BMW-Chef Harald Krüger einen Fördervorschlag erarbeiten.

Schäuble machte deutlich, dass es Einigkeit in der Regierung darüber gibt, zusammen mit der Automobilindustrie für mehr Elektro-Autos auf deutschen Straßen sorgen zu wollen. Ziel der Regierung ist die Zahl von einer Million solcher Fahrzeuge in Deutschland im Jahr 2020. Derzeit sind es erst 50.000. Mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sei er sich „ziemlich einig“, dass mit der Autoindustrie eine Lösung gefunden werden kann, „die nicht alle Erwartungen von Verbandsvertretern der Automobilindustrie erfüllen wird“, sagte der Finanzminister.

Was die stärksten und schnellsten Elektro-Autos leisten
McLaren P1
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Ein zusätzlicher Elektromotor kann ein Auto sparsamer, aber auch schneller machen: Der McLaren P1 wird zum Beispiel von einem 179 PS starken Elektromotor angetrieben, dessen Batterie auch an der Steckdose geladen werden kann. Da der Wagen so aber nur elf Kilometer weit kommt, haben die Ingenieure zur Unterstützung noch einen Benzinmotor eingebaut. Der 3,8 Liter große V8-Biturbo bringt es auf 737 PS ...

(Foto: PR)
MCLaren P1
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Mit der Systemleistung von 916 PS bringt es der P1 auf extreme Beschleunigungswerte: von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden, erst bei 350 km/h ist Schluss. Der Normverbrauch bleibt mit 8,3 Litern erträglich – dem Elektromotor sei dank. Wer jetzt Interesse hat, ist leider zu spät dran: Trotz eines Stückpreises von 1,1 Millionen Euro waren alle 375 Exemplare noch vor Beginn der Serienproduktion verkauft.

(Foto: PR)
McLaren P1 GTR
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Wenn einem der 375-P1-Besitzer das Gefährt auf Dauer zu langweilig ist, kann er sich zusätzlich einen P1 GTR kaufen. Der GTR ist allerdings auf 35 Fahrzeuge limitiert. Dafür gibt es jede Menge Spaß auf der Rennstrecke: Der Benziner leistet jetzt 800 PS, der Elektromotor 200 PS. Macht zusammen exakt 1.000 PS. Da McLaren nicht nur die Leistung gesteigert hat, sondern den P1 GTR konsequent auf Rennsport getrimmt hat, ist leider die Straßenzulassung verloren gegangen ...

(Foto: PR)
McLaren P1 GTR
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In der heimischen Garage darf der GTR-Besitzer seinen Rennwagen aber nicht bewundern: Die Autos bleiben bei McLaren und werden von den Briten zu acht Events pro Jahr eingeflogen. Nach dem der Fahrer seinen P1 GTR auf einer der aktuellen Formel-1-Strecke ans Limit getrieben hat, wird der McLaren zurück nach Woking gebracht – bis zum nächsten Event. 2,5 Millionen Euro kostet der Spaß.

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LaFerrari
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Nicht nur in der Formel 1 duellieren sich McLaren und Ferrari, sondern auch auf der Straße – zumindest beim Kampf um die zahlungskräftige Kundschaft. Das Spitzenmodell der Italiener, der LaFerrari, steht in vielerlei Hinsicht in direkter Konkurrenz zum P1. Auch hier wird der Benzinmotor von einer kräftigen E-Maschine unterstützt. Zusammen mit dem 6,3-Liter-V12 bringt es der LaFerrari so auf 963 PS. Nicht nur bei der Leistung, auch bei der Beschleunigung liegt der rote Flitzer aus Maranello vor dem McLaren: Beim besonders relevanten Spurt aus dem Stand auf 300 km/h nimmt der LaFerrari mit 14,0 Sekunden dem P1 ganze 1,5 Sekunden ab.

(Foto: PR)
LaFerrari
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Es gibt aber auch Unterschiede zum McLaren P1: An der Steckdose wird man einen LaFerrari nicht sehen, seine Batterie wird nur von dem V12 aufgeladen. Rein elektrisch fahren kann der LaFerrari auch nicht wirklich: Nur beim Einparken bis sechs km/h ist der V12 abgeschaltet, selbst bei Stadt-Tempo läuft der Benziner die ganze Zeit mit. In einem Punkt ähneln sich McLaren und Ferrari wieder: Interessenten sind zu spät dran, alle Fahrzeuge – in diesem Fall 499 Stück – sind bereits vergeben.

(Foto: PR)
Ferrari FXX K
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Was McLaren mit dem P1 GTR macht, hat eigentlich Ferrari erfunden: Von dem Supersportwagen der 2000er-Jahre, dem Enzo, entstand –damals noch mit Hilfe von Michael Schumacher – der FXX. Ein radikales "Forschungs- und Entwicklungsauto", wie Ferrari es nennt, das die besonders treuen und zahlungskräftigen Kunden bei einigen Veranstaltungen auf der Rennstrecke ausführen durften. Auch der LaFerrari hat seinen Rennstrecken-Ableger, den FXX K. Das "K" steht für das Energierückgewinnungssystem KERS, das an das Hybrid-System der Formel 1 angelehnt ist. Die ungewöhnliche Optik ist einer verbesserten Aerodynamik geschuldet, die aber notwendig ist, um die 1050 PS auf der Straße, äh Rennstrecke, zu halten. 40 Exemplare zum Stückpreis von 2,5 Millionen Euro sollen in den nächsten beiden Jahren entstehen.

(Foto: PR)

Gabriel hatte sich wiederholt für eine Kaufprämie ausgesprochen und dabei einen Betrag von 5000 Euro pro Auto ins Gespräch gebracht. Auch Bayerns Ministerpräsident, CSU-Chef Horst Seehofer, befürwortet einen solchen Staatszuschuss. Skepsis gibt gegenüber diesem Instrument gibt es dagegen offenbar weiter im Verkehrsministerium, auch wenn Minister Alexander Dobrindt seine anfangs ablehnende Haltung dazu aufgegeben hat. Das Magazin „Wirtschaftswoche“ berichtete unter Berufung auf das Protokoll eines CDU/CSU-Fraktionstreffens, Verkehrsstaatsminister Rainer Bomba habe dort „den Ausbau der Ladeinfrastruktur und Sonderabschreibungen als weitere Kaufanreize“ favorisiert. Sein Ministerium wollte das nicht kommentieren. Das Protokoll liege dort nicht vor, hieß es.

Die Eckwerte von Schäubles Bundeshaushalt 2017 und seiner Finanzplanung bis 2020 sollen die absehbaren Förderanreize für E-Autos nach den Worten des Ministers nicht berühren. Grund sei, dass sie über den Energie- und Klimafonds finanziert werden sollen, einem Sondervermögen des Bundes.

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