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Elektro-SUV nicht lieferbar „Überbuchung“: Opel storniert Hunderte Bestellungen für den Mokka-e

Der Autobauer verärgert viele Käufer seines Elektro-SUVs: Weil die Produktionskapazitäten für das Modell erschöpft sind, kündigt Opel sogar Verträge.
11.01.2021 - 04:00 Uhr 2 Kommentare
Opel wurde vom Interesse an seinem neuen Top-Modell derart überrascht, dass sich der Autobauer nun sogar gezwungen sieht, bereits abgeschlossene Verträge mit Hunderten Kunden wieder zu kündigen. Quelle: Opel
Opel Mokka-e

Opel wurde vom Interesse an seinem neuen Top-Modell derart überrascht, dass sich der Autobauer nun sogar gezwungen sieht, bereits abgeschlossene Verträge mit Hunderten Kunden wieder zu kündigen.

(Foto: Opel)

München Opel-Chef Michael Lohscheller ist unzufrieden. Ein Marktanteil von aktuell gerade einmal 3,9 Prozent in Europa entspricht aus seiner Sicht keineswegs dem Anspruch des ehrwürdigen Fahrzeugherstellers aus Rüsselsheim. Schon im Sommer vergangenen Jahres forderte Lohscheller daher seine Truppe auf, die Marke schleunigst zu schärfen.

„Dazu müssen wir das wichtigste Auto der vergangenen Jahre perfekt zu den Kunden bringen: Der Launch des neuen Mokka muss sitzen“, bekundete Lohscheller im August 2020 in einem internen Rundschreiben an seine Beschäftigten. Das kompakte SUV werde die „Trendwende“ bei den Marktanteilen einleiten, stehe es doch sinnbildlich für die Zukunft von Opel – „nicht mehr und nicht weniger“, konstatierte der Manager.

Seit Ende September ist das Modell bestellbar, im März 2021 sollen die ersten Autos ausgeliefert werden. Doch von einer reibungslosen Übergabe des Mokka an die Kunden ist man bei Opel noch weit entfernt – zumindest bei der vollelektrischen Version des Modells. Die Nachfrage nach dem Mokka-e ist nämlich so groß, dass die Produktionskapazitäten für das gesamte Jahr 2021 bereits erschöpft sind, heißt es übereinstimmend in Konzern- und Händlerkreisen.

Opel wurde vom Interesse an seinem neuen Top-Modell derart überrascht, dass sich der Autobauer nun sogar gezwungen sieht, bereits abgeschlossene Verträge mit Hunderten Kunden wieder zu kündigen. In einem Schreiben an einen Käufer des Mokka-e, das dem Handelsblatt vorliegt, ist davon die Rede, dass dessen Bestellung „aufgrund dieser aktuellen Überbuchung storniert werden musste“. Opel könne das bestellte Modell dieses Jahr nicht mehr liefern. Auch zu einem späteren Zeitpunkt sei derzeit kein Liefertermin absehbar.

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    „Einige Varianten des Mokka-e sind im Rahmen des aktuellen Modelljahres bis September 2021 bereits ausverkauft“, bestätigte Opel auf Anfrage. Andere Ausstattungslinien des Mokka-e sowie die Benziner- und Diesel-Varianten seien aber nach wie vor bestellbar.

    Frust in Rüsselsheim

    Opel bemüht sich zwar um Schadensbegrenzung, bietet den betroffenen Mokka-e-Käufern alternativ etwa den elektrischen Kleinwagen Corsa-e in Bestausstattung zu Schleuderpreisen an. Doch viele Kunden sind verärgert und wollen weder unabsehbar lange auf den Mokka-e warten noch auf ein anderes Modell von Opel ausweichen.

    In Rüsselsheim ist der Frust daher vernehmbar groß. Man freue sich zwar, nach Jahren der Absatzflaute endlich wieder ein Modell im Portfolio zu haben, das sich großer Beliebtheit erfreue, verlautet aus Konzernkreisen. Dass man den Mokka-e aber nicht im gewünschten Umfang liefern könne, sei bitter und die Stornierungen seien ein schmerzlicher, ja geradezu einmaliger Vorgang.

    Opel produziert den Mokka-e in einem Werk des Mutterkonzerns PSA (Peugeot, Citroën, DS) im französischen Poissy. Die Produktionskapazitäten für das Modell dürften im höheren vierstelligen Stückbereich pro Jahr liegen. Hier habe man viel zu konservativ kalkuliert, räumt ein Insider ein. Denn infolge der staatlichen Innovationsprämie für Elektroautos war der Mokka-e in Deutschland zuletzt schon ab 23.400 statt 33.000 Euro zu haben.

    Grafik

    Hinter vorgehaltener Hand empfinden viele Automanager die üppigen Zuschüsse von bis zu 9.000 Euro für reine Elektroautos und 6.500 Euro für Plug-in-Hybride als „unanständig hoch“, wie etwa eine Führungskraft bei einem süddeutschen Hersteller sagt. Kurzfristig kurbeln die Förderungen zwar den Absatz von Stromkarossen hierzulande an und helfen der kriselnden Branche. Schon in zwei, drei Jahren könnte der subventionierte E-Auto-Boom aber zum Problem für die Industrie werden.

    Der Grund: Die Förderungen reduzieren die Verkaufspreise von elektrischen Neuwagen so stark, dass die Restwerte vieler Fahrzeuge massiv unter Druck geraten. Die Folge: Gebrauchte Stromer könnten bald kaum günstiger sein als fabrikneue. „Wenn sich an dieser Situation nicht bald etwas ändert, wird der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos kurz- oder mittelfristig zusammenbrechen“, warnen die Experten der Leasingvergleichsplattform Vehiculum.

    Laut Berechnungen des Berliner Start-ups droht einigen Herstellern und ihren Handelspartnern bei einzelnen Modellen sogar ein Minusgeschäft, also negative Leasingraten. Ein solches Debakel bleibt Opel und seinen Händlern beim Mokka-e zwar erspart. Aber allzu einträglich dürfte das Geschäft mit dem Strom-SUV für die Hessen und ihre Partner kaum werden. So liegt die Differenz zwischen dem kalkulierten Restwert für den Mokka-e nach 24 Monaten und dem aktuellen Neuverkaufspreis abzüglich Förderungen und Rabatten laut Vehiculum lediglich bei bescheidenen 936 Euro.

    Mehr: Neuer Autoriese entsteht: Aktionäre von PSA und FCA segnen Megafusion ab.

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    2 Kommentare zu "Elektro-SUV nicht lieferbar : „Überbuchung“: Opel storniert Hunderte Bestellungen für den Mokka-e"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hier wird scheinbar in aller Ausführlichkeit ein Versagen der Managementebene erläutert..auch interessant, dass sowas passieren kann.

      @Hr. Gröschel: Der sog. Hype ist garkein Hype, sondern Realität und entwickelt sich gemeinsam mit weiteren Technologien (H2, Feststoffbatterie, etc.) zum Standard. Habe dafür nicht mal meine Galskugel auspacken müssen.

    • Viel Lärm um nichts. Es geht doch nur um "einige hundert" Bestellungen, und das auch nur in bestimmten Ausstattungsvarianten. Der Hype um die Batterievehikel nervt.

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