Elektroauto BMW i3 Warum sieht man den nirgendwo?

Mit viel Tamtam hat BMW vor einem Jahr den i3 vorgestellt. Doch auf den Straßen ist das kleine Elektroauto ein absoluter Exot. Warum der kleine Stromer trotzdem einen erfolgreichen Start hingelegt hat.
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Futuristisch, aber selten: Der i3 wird derzeit vor allem an Händler als Vorführwagen ausgeliefert. Quelle: Imago

Futuristisch, aber selten: Der i3 wird derzeit vor allem an Händler als Vorführwagen ausgeliefert.

(Foto: Imago)

DüsseldorfAllein die Werbekampagne versprach nicht weniger als eine Revolution. Im Fernsehen, im Internet und auf Plakatwänden warb BMW im vergangenen Jahr bei fast jeder Gelegenheit für ein kleines futuristisches Gefährt, das so wenig mit seinen Konzernbrüdern gemein hatte und ihnen doch so weit voraus sein sollte. Doch auch ein Jahr nach seinem Marktstart ist der i3 auf den Straßen allerdings immer noch ein absoluter Exot. 

Beim detaillierten Blick auf die Zahlen kann das kaum überraschen. Laut Zulassungsstatistik wurden in Deutschland von Januar bis September 1869 Exemplare des i3 verkauft. Damit hat der Elektroflitzer einen Marktanteil von etwa 0,08 Prozent. Und ein großer Teil dieser Fahrzeuge geht nicht einmal an die Kunden, sondern wird von Händlern als Vorführ- und Ausstellungswagen gebraucht.

Was aussieht wie ein Fehlstart, ist tatsächlich längst einkalkuliert. Für BMW-Chef Reithofer ist der „Project i“ ein Marathon – vergleichbar mit dem Übergang von der Kutsche zum Automobil. Kaum ein Fahrzeug in der Geschichte von BMW ist jemals so umfangreich beworben worden wie der i3, keines wurde so aufwendig entwickelt. Der Kompaktwagen mit Elektroantrieb soll der Vorbote eines Umbruchs bei Deutschlands erfolgreichstem Premiumautobauer sein. Ein Umbruch, der im Jahr 2007 begann. Mit einem Milliardenetat und bis zu 200 Mitarbeitern entwickelten die Münchener die Grundlage für die Submarke „BMW i“. Mittlerweile hat man sich die Rechte an den Bezeichnungen von i0 bis i9 gesichert. Der i3 ist nur ein Vorbote. 

Und er ist vor allem ein internationales Projekt. Auch wenn die Nachfrage aus deutscher Perspektive erst einmal gering erscheint: In China und den USA dürfte der i3 schon bald einen signifikanten Anteil  an den Zulassungen haben. Schon in diesem Jahr hat der Konzern in den ersten neun Monaten in den USA 3104 Fahrzeuge verkauft. Seit Mitte des Jahres wird das Modell auch in China und Japan verkauft, was dem Absatz einen zusätzlichen Schub gegeben hat. In den chinesischen Metropolen werden Elektroautos bei der Zulassung bevorzugt behandelt. „Im Moment haben wir mehr Kundenanfragen, als wir bei der derzeitigen Produktionskapazität liefern können - das gilt für i8 und i3“, hatte Konzernchef Reithofer im April erklärt. Tatsächlich muss man vier Monate warten, wenn man einen i3 bestellt.

Darum schraubte der Konzern Mitte des Jahres 2014 auch die Produktion in Leipzig von 70 auf 100 Fahrzeuge pro Tag hoch. Insgesamt 20.000 i3 sollen das Leipziger Werk bis zum Jahresende verlassen. Zum Vergleich: Das derzeit erfolgreichste Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf, hat sich seit seinem Produktionsstart im Jahr 2010 rund 140.000 Mal verkauft.

Klein, futuristisch, konsequent
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Im Alltagstest von Handelsblatt Online zeigt der BMW i3, was er kann. Sein Äußeres ist futuristisch und progressiv, sein Antrieb sportlich-dynamisch. Dafür sorgt ein 125-kW-starker Elektromotor.

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Von hinten ähnelt der i3 fast einem Gesicht. Die Integration der Leuchten in die Heckklappe ist das optische Highlight. Der Scheibenwischer am Heck fällt etwas zu klein aus.

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Die Reifen des i3 sind wie die Beine eines Supermodels: lang und schmal. Das ungewöhnliche Format 155/70 soll aerodynamisch besonders günstig sein, dürfte aber bei der Wiederbeschaffung durch seine Seltenheit etwas teurer werden.

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Von der Seite wirkt das Design des i3 etwas eigenwillig. Während beim Concept noch Glas verarbeitet wurde, ist das Serienmodell blickdicht. Trotz schießschartenartigem Zulauf der Fenster am Heck, ist der i3 auch beim Einparken recht übersichtlich.

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Die klassischen BMW-Nieren erstrahlen in hellblau - der Farbton durchzieht das Design der Submarke BMW i und findet sich darum selbstverständlich auch im i3 wieder.

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Auch die LED-Frontleuchten sind futuristisch, aber keinesfalls aufdringlich gestaltet. Ein wenig erinnern an ein freundlich dreinblickendes Auge.

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Die futuristischen LED-Rücklichter sind fugenlos hinter dem Glas der Kofferraumklappe verbaut. Damit nehmen sie trotz des modernen Designs keinen Platz beim Einladen.

Zahlen, an denen sich auch der i3 messen muss. Im dritten Quartal hat der kleine BMW-Stromer bereits die Marke von 10.000 verkauften Fahrzeugen erreicht – und liegt damit schon vor dem Absatz, den Experten dem i3 für das ganze Jahr vorausgesagt hatten. Auch das zweite Modelle aus der i-Reihe, der Sportwagen BMW i8, ist zufriedenstellen angelaufen. Seit Juni kommt der i8 auf 341 verkaufte Fahrzeuge. Für ein Modell, bei dem schon die Basisversion 128.000 Euro kostet, sind das recht ordentliche Zahlen. Doch das wurde auch teuer erkauft. Den Werbeetat für den i8 im ersten Halbjahr schätzt die Fachzeitung „Werben & Verkaufen“ auf 16,6 Millionen Euro. Geld, das sich auszahlt. Denn BMW kann mit der i-Reihe vor allem neue Kunden für BMW begeistern: 80 Prozent der i3-Kunden kommen laut Vorstand Ian Robertson von anderen Marken oder hatten zuvor überhaupt kein Auto.

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6 Kommentare zu "Elektroauto BMW i3: Warum sieht man den nirgendwo?"

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  • In meiner Nachbarschaft (HH, Alster) fahren inzwischen mehrere von den Kisten. Auch ein i8 steht hier regelmäßig.
    Ich habe um Sommer 2013 den Tesla Model S getestet. Für mich ist das noch kein alternativer Antrieb. Mit einem i3 kann ich ebenfalls nichts anfangen. Zu klein und das Preis-/Leistungsverhältnis ist mMn einfach schlecht.

    Gott sei Dank bestimmen Leute wie Cal Andersen nicht, was Leute brauchen.

  • In den besseren Vierteln von Hamburg sieht man den i3 fast täglich. Und die anderen EL-Autos noch viel mehr.
    Wunderbar, wie leise sie sich durch die Stadt bewegen.

    Ladestationen werden allerorten errichtet, reservierte Parkzonen eingerichtet. Da auch der Verleih bestens funktioniert, benötigt kaum ein Mensch noch ein eigenes Auto, welches meist stinkt, lärmt und altmodisch ist.

  • Ihr Motzer. Hier zeigt sich mal endlich wieder deutsche Ingeniersarbeit. Gerade in der Automobilbranche wird es immer schwerer den Vorsprung zu halten.

  • Für den Preis eines i3 mit ein bisschen Lametta bekommt man einen M 235i. Da fällt die Wahl ja leicht.

  • Was in dem Artikel fehlt sind doch all die Kunden, die sich mal ein Elektroauto ansehen und fahren wollten, sich dagegen entschieden haben (z.B. wegen Reichweite, ...) aber dann schon mal im BMW-Autohaus standen und noch ein paar andere schöne Dinge rumstehen gesehen haben...

  • Ein Adventorial für den i3. Wie putzig. Was hat BMW dafür bezahlt? Und ich bitte darum, diesen Beitrag als profane Werbung zu kennzeichnen.
    Wer einen i3 kauft, der braucht nicht rechnen zu können.

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