Elektroauto-Pionier Tesla Wunderkind unter Erfolgsdruck

Der US-Autohersteller Tesla hat erstmals Gewinne geschrieben. Nun drängt das kalifornische Vorzeige-Unternehmen nach Europa – und muss den Vorschusslorbeeren der Anleger gerecht werden.
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Das beste Auto der Welt?

FrankfurtDas Wunderkind der diesjährigen IAA hat sich versteckt. In Halle 5 ganz hinten stellt in Frankfurt einer der wertvollsten Autokonzerne der Welt aus – der US-Elektrohersteller Tesla. 17 Milliarden Dollar ist der Elektroautobauer mittlerweile an der Börse wert, bei einem aktuellen Aktienkurs von 166 Dollar an der Nasdaq. Mehr als doppelt so viel wie der Chrysler-Mutterkonzern Fiat. In Deutschland wäre das Dax-Niveau. In Frankfurt stellt Tesla dabei gerade einmal ein Modell aus – mehr haben sie bisher nicht. Dieses Jahr soll die Limousine, die auf den schlichten Namen Model S, hört rund 21.000 Mal verkauft werden. Anfang des Jahres hat das Unternehmen erstmals Profit geschrieben. Woher nehmen die Anleger ihre Phantasie?

Sie vertrauen auf das technologische Gespür des Tesla-Gründers Elon Musk. Der US-Milliardär mit südafrikanischen Wurzeln hat sich seinen Ruf als Steve Jobs der Autoindustrie hart erarbeitet: Gegen die Bedenken der großen Konzerne begann er früh, Lithium-Ionen-Akkus aus der Notebook-Produktion für den Autoantrieb zu verwenden, opferte dafür nahezu sein gesamtes, nicht gerade kleines Vermögen. Der Paypal-Gründer war durch den Verkauf seines Online-Bezahldienstes an Ebay Mehrfach-Millionär geworden. Und der Tesla-Börsengang machte ihn 2012 erneut zu einem sehr reichen Mann.

Mit einer Reichweite von 500 Kilometern und einer Ladezeit von vier Stunden stechen Teslas Batterien derzeit die Konkurrenz um Längen aus. Als Gründer Elon Musk von der Reichweite von BMWs höchst ambitioniert entwickeltem Elektroauto i3 hörte, soll er nur müde gelächelt haben. Nach Frankfurt ist Musk gar nicht angereist. Trotzdem ist seine Marke überall präsent.

Denn mittlerweile haben auch die großen Hersteller die Potentiale entdeckt, die in Tesla stecken. Daimler rüstet die elektrische B-Klasse mit dem Antrieb von Tesla aus. „Elon Musk kann alles motorisieren, was nicht bei drei auf dem Baum ist“, lobt Daimler-Chef Zetsche seinen Geschäftspartner. Für Toyota hat Tesla den Antrieb für den Elektro-Geländewagen RAV4 entwickelt.

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15 Kommentare zu "Elektroauto-Pionier Tesla: Wunderkind unter Erfolgsdruck"

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  • Doch bitte erst informieren.

    Eine Umfrage unter Tesla Roadster Besitzern ergab kürzlich, dass die Batterien langlebiger sind als zunächst angenommen.

    Landläufig ist die Meinung über Batterien eher mies. Vor allem über die in Elektroautos verbauten. Die negativen Erfahrungen rühren meist von in die Knie gegangenen Laptop- oder Handyakkus her. Die für den Automotivebereich verwendeten Akkumulatoren haben sind mit diesen aber kaum zu vergleichen. Die Qualitätsauswahl ist eine ganz andere. Vereinfacht ausgedrückt werden die Batterien in, sich während der Produktion ergebenden, unterschiedliche Qualitätsstufen eingeteilt. Schlechte Qualität kommt in Billig-Elektronik, bessere Qualität in höher bis hochwertige Geräte und die Topqualität kommt in Elektroautos wie den Tesla Roadster. Wie gesagt, vereinfacht ausgedrückt.

    Dass die Batterien in einem Tesl Roadster tatsächlich hochwertig sind scheint jüngst auch eine Umfrage von Plug In America unter Tesla Roadster Besitzern zu belegen. 126 Roadster-Piloten haben bei der Umfrage teilgenommen und zu einem selbst für Tesla erstaunlichen Ergebnis geführt. Nach 100.000 Meilen oder 160.000 Kilometer prophezeien die Ergebnisse der Umfrage eine Restkapazität zwischen 80 und 85%. Tesla sagte 2006 für seine Elektroautos nach 100.000 Meilen lediglich eine Restkapazität von etwa 70% voraus. Diese Annahme scheint zu konservativ gewesen zu sein.


    Auch in einem Elektroauto des kalifornische Elektroautohersteller Tesla befinden sich wertvolle Akkus, nun startet Tesla auch in Europa ein Batterie-Recycling-Programm und will seine Batteriepakete am Ende ihrer Lebensdauer in Belgien aufbereiten lassen. Das Brüsseler Unternehmen Umicore wird aus den verbrauchten Batterien der Elektroautos Kobalt, Nickel und andere Metalle zurückgewinnen, anschließend wandelt Umicore das Kobalt in ein hochgradiges Kobalt-Lithium-Oxid um, das an Batteriehersteller weiterverkauft werden kann.

  • Danke für die Antwort. Aber sie ist irreführend: Das minimal positive Gesamtergebnis in Q1 ist nur auf die Wertänderung eines Finanzinstruments zurückzuführen und hat nichts mit dem operativen Geschäft von Tesla Motors zu tun. Operativ wurden klar erkennbar Verluste erzielt - auch im ersten Quartal. So sehr Tesla Erfolg zu wünschen ist, die Zahlen sprechen (noch) eine andere Sprache und der Artikel kommt mir hier irreführend vor.

  • "Nun will den Tesla um den Vertrieb, den Service zu stärken – und neue Produkte auf den Markt bringen."
    Was will uns dieses Wortgemenge sagen ? Ich habs mehrfach versucht und bin nicht draufgekommen. Vielleicht hat das ein Übersetzungscomputer direkt aus dem Chinesischen konstruiert ?
    Mir fallen in letzter Zeit in den Medien immer häufiger Fehler in der Rechtschreibung und im Satzbau auf, manche Wörter werden offensichtlich einfach vergessen. Liest diesen Mist eigentlich niemand mehr durch, bevor er veröffentlicht wird ?
    Übrigens : ich bin nicht Lehrer, sondern Technik-Fan.

  • Notebook-Batterien im Auto :-( Das Notebook, worauf ich schreibe ist keine drei Jahre alt. Die Batterie ist aber laut Monitor schon zu 45% verschlissen. Dementsprechend ist die Laufzeit. Ich fahre einen betagten Mercedes - der mehr als 500.000km runter hat - aber das Auto hat noch die gleiche Leistung und Reichweite wie als Neuwagen.

    Der chique Tesla wird, wie es ausschaut nach drei vier Jahren eine neue Batterie benötigen. Da der Verschleiß der Batterien schleichend ist, kann sich der Besitzer schon auf Diskussionen mit dem Hersteller vorbereiten.

    Ein Recyclingverfahren für Li-Ionen Altakkus gibt es noch nicht - also wird das Teil einen negativen "Wert" haben - die Entsorgungskosten. Oder wir versenken es im Baggersee. =8-O

    E-Autos sind eine typische Folge, wenn sich die Politik in die Wirtschaft einmischt: teuer, kaum gebrauchstauglich, nicht lange haltbar - aber sie werden mit Gewalt in den Markt gedrückt. Die Leute sind aber nicht so blöd, soetwas zu kaufen.

  • Ich schreibe mit nichten Tesla ab. Allerdings interessiert mich einzig un dalleine mein Geld in der Tesla Aktie. Und da wirds bumpy wie die Amis zu sagen pflegen - ab Q4.
    Habe auf der IAA mit einem Zulieferer gesprochen. Der sagte den drögen Spruch: Elektroantrieb ist nicht neu, gabs schon vor 100 Jahren. Da war mir klar, daß die, da bei Tesla nicht dabei, todernst nehmen: die sind rhethorisch geschult.

  • Die Beispiele Facebook,Tesla,Amazon und Google beweisen mir,dass wir am oberen Ende der Spekulationsblase angekommen sind.
    Facebook schießt mit einer Bewertung von über 110 Mrd Dollar-(bei nur 1,1 Mrd Jahresgewinn) natürlich den Vogel ab.Auch ein Beweis für Bernanke´s verfehlter Niedrigzinspolitik,denn das Geld billige Geld fließt in die Aktienmärkte und weniger in die Wirtschaft.Das Missverhältnis von zu lange zu niedriger Zinsen und daraus folgenden Spekulationsblasen ist nun oft genug kritisiert und untersucht worden,so dass ich nur feststelle und nicht mehr bewerte.Das sollten die Anleger schon selbst machen.

  • Elektro-Autos sind nach wievor ein Witz. Solange es keine Infrastruktur gibt, werden sich auch die Autos nicht durchsetzen. Grossteil der Deutschen Autos werden im öffentlichen Bereich abgestellt, bis lange habe ich dort noch keine Steckdose gesehen. Selbst die Autos, die in Tiefgaragen übernachten sind von der nächsten Steckdose bzw. Stromzähler weit entfernt. Es hat sich immer noch kein Politiker dazu geäussert, wer für die Nachrüstung von öffentlichen und privaten Parkplätzen aufkommen wird. Ausserdem wird das E-Auto der Deutschen Wirtschaft Millarden kosten. Denn die Elektrokonzerne werden ziemlich schnell reagieren und den günstigen Nachtstorm kippen, den brauchen aber Grosskonzerne, um ihre Backups fahren zulassen. Das Problem wird ausserdem nur verschoben. Künftig sind es nicht mehr die Autos sondern, die kohlekraftwerke, die die Umwelt verschmutzen. Wer jetzt argumentiert, dass es auch in den USA geht. Kennt das Land nicht. 1. Lebt die Mehrheit der Amerikaner in Einfamilienhäusern, 2. in Amerika gibt es keinen Nachtstrom, 3. wird in Amerika der Grossteil der Energie aus Kohle, Erdoel oder Atomkraft hergestellt. Für mich E-Auto reines Politikum und werden noch vor der Serienproduktion wieder auf einer Spezialmüllkippe landen.

  • Man gehe einmal auf die Web-Seite von Tesla und schaue sich an, wo derzeit Ladestationen zu finden sind. Dann noch zu den Preisen ... und schon dürften etliche Träume vorerst erledigt sein.

  • @Bosch @Velten @ redaktion handelsblatt

    Die "Denke" gibt hier die Würze.

    Systeme über Quartale zu fahren, das klingt nicht nur kurzatmig.

  • Wikipedia spricht beim Tesla S von 3 Stunden Ladezeit für 500 km oder mit Supercharger 40 Minuten für 80% Ladekapazität. Bei knapp 600 km finde ich mindestens 10 Minuten Pause relativ sinnvoll.

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