Elektroautobauer James Murdoch könnte neuer Tesla-Chairman werden

Der Sohn von Rupert Murdoch hat laut US-Medien gute Chancen auf den Tesla-Posten. Bis Mitte November muss Elon Musk einen unabhängigen Chairman ernennen.
Update: 10.10.2018 - 21:49 Uhr 1 Kommentar
Er hat laut einem Bericht gute Chancen auf den Posten des Tesla-Chairman. Quelle: Bloomberg
James Murdoch

Er hat laut einem Bericht gute Chancen auf den Posten des Tesla-Chairman.

(Foto: Bloomberg)

New YorkDer Posten des Tesla-Chairmans könnte an den Milliardärssohn James Murdoch gehen. Nach einem Bericht der „Financial Times“ (FT) unter Berufung auf zwei Insider hat der Sohn des Medienunternehmers Rupert Murdoch gute Chancen, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Tesla zu werden. Der 45-Jährige sitzt schon heute als unabhängiges Mitglied in dem Gremium und könnte demnächst zum Chairman aufsteigen. Das ist ein Posten, den bisher der Gründer und CEO Elon Musk innehatte.

Musk hatte sich vor knapp zwei Wochen mit der SEC darauf geeinigt, dass er das Amt des Verwaltungsratschefs aufgibt und zwei unabhängige Kontrolleure in das Gremium einziehen lässt. Der neue Chairman soll bis Mitte November ernannt werden.

Grund für die Einigung mit der SEC waren Musks Tweets vom 7. August. An dem Tag hatte der Gründer des Elektroautoherstellers per Twitter Teslas Abschied von der Börse angekündigt. Er nannte sogar einen konkreten Aktienkurs von 420 Dollar, bei dem das Unternehmen von der Börse genommen würde. Die Finanzierung dafür sei "gesichert", twitterte er.

Nach Musks Ankündigung schoss der Aktienkurs elf Prozent in die Höhe. Doch wie sich später herausstellte, waren die Pläne längst nicht ausgegoren. Vor allem der Zusatz zur angeblich gesicherten Finanzierung entsprach nicht der Wirklichkeit. Da Musk also mit falschen Behauptungen den Aktienkurs beeinflusst hatte, musste die SEC eingreifen. Neben einer Geldstrafe forderte die Börsenaufsicht auch einen unabhängigeren Verwaltungsrat. Das soll sicherstellen, dass Tesla professioneller und weniger abhängig von dem Gründer agiert.

Bisher war Musk nicht nur Vorstandsvorsitzender und Verwaltungsratschef in Personalunion. Er hatte auch seinen Verwaltungsrat vor allem mit Freunden und Familienmitgliedern besetzt. Dabei hat der Verwaltungsrat in den USA nicht nur eine Kontrollfunktion wie Aufsichtsräte in Deutschland. Er bestimmt auch stark die Firmenstrategie mit.

James Murdoch soll laut FT Interesse an dem potentiellen Chairman-Posten signalisiert haben. Er hätte damit eine neue Beschäftigung in einer Zeit, in der er andere Posten aufgibt. Da der von der Familie kontrollierte Medienkonzern 21st Century Fox gerade große Teile an Disney verkauft hat, hatte James bereits angekündigt, dass er das Unternehmen verlassen werde. Die verbleibende Fox-Gruppe mit dem Nachrichten-Geschäft wird in Zukunft der ein Jahr ältere Bruder Lachlan Murdoch leiten.

Bis Anfang dieser Woche saß James Murdoch auch noch im Aufsichtsrat des britischen Satellitensenders Sky, den er zwischenzeitlich auch als CEO geführt hatte. Doch zuletzt hat dort das US-Unternehmen Comcast die Mehrheit übernommen.

Es wurde bereits darüber spekuliert, dass James ein eigenes Unternehmen gründen oder in digitale Medien investieren will.

James Murdoch ist in London geboren und hat neben dem britischen auch den amerikanischen Pass. Er ist das vierte Kind des 87-jährigen Medienunternehmers. Er galt als das aufgeweckteste, aber auch das rebellischste Kind. Nach seinem abgebrochenen Studium in Harvard stieg er in das väterliche Unternehmen ein und machte dort schnell Karriere.

Politisch ist James Murdoch weniger konservativ als sein Vater. Er gehört zu den Spendern der Clinton Foundation von Ex-Präsidenten Bill Clinton, für die auch seine Frau arbeitet.

Als möglichere weitere Kandidaten für den Posten des Tesla-Chairman gelten auch der ehemalige Vize-US-Präsident Al Gore mit seinem Faible für Klimaschutz und der ehemalige Boeing-CEO Jim McNerney.

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1 Kommentar zu "Elektroautobauer: James Murdoch könnte neuer Tesla-Chairman werden"

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  • Nochmals: Elon Musk ist NICHT der Gründer von Tesla! Bedenklich, dass sogar das Handelsblatt diese Falschaussage weiter verbreitet!...

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