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Elektroautobauer Krankenstand unter Tesla-Mitarbeitern hat sich binnen Jahresfrist verdreifacht

Arbeiter des Elektroautobauers fehlten im Jahr 2018 arbeitsbedingt deutlich länger als im Vorjahr. Kritiker führen das auf die Vorgaben von Elon Musk zurück.
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Tesla: Krankheitstage unter Mitarbeitern steigen stark an Quelle: AP
Tesla-Arbeiter in Fremont

Die Produktion wurde im vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet.

(Foto: AP)

DüsseldorfFabrikarbeiter von Tesla fielen im vergangenen Jahr fast drei Mal so lange wegen arbeitsbedingter Unfälle und Krankheiten aus wie noch 2017. Das geht aus einem Bericht des Elektroautobauers an die zuständige Behörde vor. Die Zahl lässt vermuten, wie hoch der Druck auf die Tesla-Beschäftigten ist, die ambitionierte Produktionsvorgaben erfüllen müssen.

Im Montagewerk im kalifornischen Fremont stieg die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage demnach von 7619 auf 22.454. Auch wenn man den Zuwachs an Beschäftigten insgesamt einberechnet, ist das in etwa eine Verdopplung. Die Zahl der Arbeitsunfälle blieb dagegen konstant.

Die starke Zunahme der Fehltage deute darauf hin, dass es zu schwereren Unfällen kommt, sagt Deborah Berkowitz. Sie leitete die Arbeitsschutzbehörde OHSA unter Präsident Barack Obama und nennt die Zahl „alarmierend“. Es sei beunruhigend, dass die durchschnittliche Fehlzeit von 35 auf 66 Tage gestiegen sei.

Tesla bestreitet diesen Zusammenhang. Es gebe keine Korrelation zwischen Fehlzeiten und der Schwere von Verletzungen. Der Bericht zeige, dass bei einem starken Anstieg der Produktion die Zahl der Verletzungen je Arbeitsstunde in etwa gleichgeblieben sei, erklärte die zuständige Tesla-Managerin Laurie Shelby.

Es habe in den vergangenen beiden Jahren keine tödlichen Unfälle gegeben. „Das ist die wichtigste Messgröße, und unsere Zahl liegt bei null“, erklärte Shelby dem Finanzdienst Bloomberg. „Es war das Jahr der großen Steigerung beim Model 3, daher gab es viel mehr Arbeitsstunden, mehr Arbeiter in der Produktion und ein größeres Unfallpotenzial. Sicherheit hatte für uns Priorität, deswegen haben wir den Produktionsausbau mit einem eigenen Sicherheitsteam begleitet.“

Kritiker zeigen sich jedoch wenig überzeugt. „Das ist ein ziemlich dramatischer Trend“, sagte Arbeitsschutzexperte Peter Dooley, der unter anderem die Auto-Gewerkschaft UAW berät. „Es ist ein Zeichen für sehr ernste Probleme.“

Arbeitsschutz ist bereits seit längerem ein Reizthema für Tesla. Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter beklagen immer wieder, dass Firmenchef Elon Musk seine Produktionsziele vor Unfallprävention stellt. Das Unternehmen widerspricht dem und wehrt sich juristisch gegen mehrere Strafbescheide der kalifornischen Arbeitsschutzbehörde. Diese hatte Tesla unter anderem eine Strafe von 82.000 Dollar verhängt, nachdem die Finger eines Leiharbeiters in ein elektrisches Werkzeug geraten waren.

Nach eigenen Angaben hat Tesla im vergangenen Jahr 35 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, die sich um Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsfragen kümmern. Man habe seit Mitte 2017 4,3 Millionen Dollar für ergonomische Verbesserungen ausgebeben. Ein Trainerteam kläre die Belegschaft über Unfallprävention auf und solle „frühe Warnzeichen für Beschwerden“ identifizieren.

Bei der Tesla-Hauptversammlung im Juni hatte Musk erklärt, die Verletzungsrate habe im Jahr 2017 „leicht oberhalb“ des Branchenschnitts gelegen. Ziel sei es aber, die Quote auf die Hälfte des Durchschnitts zu reduzieren. Im Oktober hatte Musk erklärt, er wolle „die sichersten Fabriken der Welt schaffen, bei denen sich die Leute freuen, morgens zur Arbeit zu kommen.“

Mit Agenturmaterial.

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