Elektroautobauer Tesla verhandelt offenbar über Riesenfabrik in Europa

Der US-Autobauer will in einer neuen Giga-Factory Elektroautos und Batterien fertigen. Auch zwei deutsche Bundesländer sollen im Rennen sein.
Update: 31.07.2018 - 02:29 Uhr 1 Kommentar

Gerüchteküche brodelt – gibt es bald ein Tesla-Werk in Deutschland?

New YorkDer Elektroautobauer Tesla treibt seine internationale Expansion voran und versucht, im Rennen um Elektroautos seinen Wettbewerbsvorsprung auszubauen. Einem Medienbericht zufolge plant das US-Unternehmen den Bau einer Riesenfabrik in Europa.

Dabei geht es um eine sogenannte Giga-Factory, in der Elektroautos und Batterien unter einem Dach angefertigt werden sollen. Dafür soll das in Silicon Valley ansässige Unternehmen vor allem Deutschland und die Niederlande im Visier haben, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ).

Tesla soll in Deutschland Gespräche mit Repräsentanten der zwei Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland führen, berichtete die US-Zeitung am Montag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Die Gespräche befänden sich allerdings in einem frühen Stadium und ein Abschluss sei nicht sicher.

Konzernchef Elon Musk deutete im Juni auf Twitter an, dass Tesla wahrscheinlich bis zum Jahresende einen Fabrikstandort in Europa ankündigen würde, und sagte kurz darauf, dass Deutschland bei der Wahl weit vorne liegen würde. Es sei sinnvoll, das Werk entlang der deutsch-französischen Grenze in der Nähe von Belgien, den Niederlanden und Luxemburg zu errichten – und es damit nahe der wichtigsten Märkte von Tesla in Europa zu positionieren.

Der europäische Hauptsitz von Tesla befindet sich bereits in den Niederlanden. Dort hat das Unternehmen ein Werk, in dem in Kalifornien gebaute Fahrzeuge für die lokalen europäischen Märkte vorbereitet werden. Bislang besitzt Tesla im kalifornischen Fremont nur eine einzige Fabrik, in der es in der ersten Jahreshälfte 2018 insgesamt 88.000 Fahrzeuge herstellte. Außerhalb von Reno, Nevada, stellt Tesla zudem die Batterien her.

Der Konzern steht unter großem Druck, seine eigenen Produktionsziele für das günstigere Model 3 einzuhalten. Zudem soll Tesla an Plänen für ein kompaktes Sport-Nutzfahrzeug, das als Model Y bezeichnet wird, arbeiten. Diese beiden Fahrzeuge könnten dazu beitragen, Tesla von einer Nischen-Luxusmarke zu einem Autokonzern für den Massenmarkt zu transformieren.

Musk will die globale Expansion seines Unternehmens beschleunigen, indem er die Produktionskapazitäten in China und Europa – die zu den größten Regionen der Welt für den Verkauf von Elektroautos gehören – nun erweitert. Deswegen kündigte er vor Kurzem den Bau einer Fabrik in China an. Ab 2020 sollen dort bis zu 500.000 Fahrzeuge jährlich vom Fließband rollen. Dabei sollen sich die Kosten auf bis zu fünf Milliarden Dollar belaufen.

Europäische Beamte erhoffen sich laut „WSJ“ nun ähnliche Pläne für Europa. „Wir haben alles getan, um sicherzustellen, dass Rheinland-Pfalz im Rennen um die Fabrik ist“, sagte Ralph Schleimer, Landesbeauftragter in Rheinland-Pfalz, dem „WSJ“. Er fügte jedoch hinzu, dass noch keine detaillierten Verhandlungen begonnen haben. Tesla kaufte 2016 den deutschen Maschinenbauer Grohmann aus Rheinland-Pfalz, um seine Produktionslinien zu automatisieren.

Zudem haben sich auch saarländische Vertreter an Tesla gewandt, sagte die Wirtschaftsministerin des Bundeslandes, Anke Rehlinger, dem „WSJ“. Sie wollen erreichen, dass die geplante Fabrik des Elektroautobauers in ihre Region kommt. Anfang Juli willigte Tesla ein, sich zu treffen, fügte Rehlinger hinzu. „Sie ziehen uns in Erwägung und überprüfen, ob wir ihren Anforderungen entsprechen.“

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1 Kommentar zu "Elektroautobauer: Tesla verhandelt offenbar über Riesenfabrik in Europa"

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  • Rheinland-Pfalz hatte nicht gerade eine glueckliche Hand bei Investitionen - siehe
    Nuerburg-Ring und "Frankfurt"-Hahn. Wie wird Herr Musk, das finanzieren, wenn er immer
    nur Verluste angehaeuft hat. Hoffentlich kauft RPL keine Tesla-Aktien (und auch keine Autos).

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