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Elektroautobauer Tesla verkaufte wohl US-Emissionsrechte an GM und Fiat Chrysler

Weil GM und Fiat Chrysler zu viele Spritschlucker im Angebot haben, kaufen sie in den USA Emissionsrechte zu. Tesla kann das Geld gut gebrauchen.
04.06.2019 - 02:27 Uhr Kommentieren
Der Elektrobauer äußerte sich zunächst nicht zu den Deals mit GM und Fiat Chrysler. Quelle: Reuters
Tesla

Der Elektrobauer äußerte sich zunächst nicht zu den Deals mit GM und Fiat Chrysler.

(Foto: Reuters)

New York Der Elektroauto-Hersteller Tesla kämpft mit Problemen im eigenen Geschäft, verdient aber reichlich Geld mit der schlechten Umweltbilanz seiner US-Konkurrenten. So kauften die Branchenriesen General Motors (GM) und Fiat Chrysler einem Medienbericht zufolge Tesla US-Verschmutzungsrechte ab. Sie rüsten sich damit für strengere Abgas-Vorgaben, während ihre eigene Modellpalette viele Spritschlucker enthält.

GM und Fiat Chrysler hätten diese Deals schon früher in diesem Jahr in Dokumenten im US-Bundesstaat Delaware offengelegt, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Montag. Die Unterlagen enthielten zwar nicht viele Details, es sei jedoch das erste Mal, dass Autohersteller einräumten, sich zum Erreichen strikterer US-Umweltvorgaben an Tesla zu wenden, heißt es in dem Bericht.

Der Elektroautobauer wiederum habe seit 2010 fast zwei Milliarden Dollar Umsatz durch den Verkauf von Emissionszertifikaten gemacht. Hersteller, die weniger E-Autos im Angebot haben, können ihre Klimabilanz aufbessern, indem sie diese Abgasrechte kaufen.

Ein GM-Sprecher sagte Bloomberg, der Konzern wappne sich damit für „künftige regulatorische Unsicherheiten“. Fiat Chrysler erklärte, so lange die US-Umweltvorschriften nicht mit der Nachfrage nach Autos auf dem Markt in Einklang stünden, sei der Kauf solcher Zertifikate ein probates Mittel. GM und Fiat Chrysler sind in den USA schon länger vor allem mit schweren SUVs und Pick-up-Trucks erfolgreich, die vergleichsweise viel Sprit verbrauchen.

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    Dass Tesla Geld mit dem Verkauf von Umweltzertifikaten einnimmt, ist schon lange bekannt. Aber meist ging es dabei um Zertifikate aus einzelnen US-Staaten wie Kalifornien, die Deals jetzt beinhalten auch Gutschriften auf Bundesebene.

    Während nicht davon auszugehen ist, dass in der aktuellen Amtszeit von US-Präsident Donald Trump die Abgasvorgaben verschärft werden, bereiten sich die Autokonzerne mit den Zertifikat-Käufen möglicherweise auf eine striktere Umweltpolitik nach einem potenziellen Machtwechsel im Weißen Haus im Jahr 2020 vor.

    Tesla äußerte sich zunächst nicht zu den Deals mit GM und Fiat Chrysler. Im April war bereits durch einen Bericht der „Financial Times“ ein geplantes CO2-Handelsabkommen des Unternehmens von Tech-Milliardär Elon Musk in Europa bekanntgeworden. Demnach soll Fiat Chrysler Tesla Hunderte Millionen Euro zahlen, um die E-Autos der US-Firma in seine Fahrzeugflotte einrechnen und so künftige EU-Abgasvorschriften erfüllen und Strafen verhindern zu können.

    GM hat seinerseits mit dem Chevy Bolt ein eigenes Elektroauto im Angebot – das reicht aber bei weitem nicht aus, um den Verbraucher der in Amerika populären SUVs und Pickups auszugleichen.

    Tesla selbst hatte zuletzt mit Auslieferungs-Problemen bei seinem Hoffnungsträger Model 3 zu kämpfen. Zudem gibt es allgemein Zweifel daran, wie groß der Markt für Elektrofahrzeuge zu den aktuellen Preisen ist.

    Mehr: Ein Tesla-Insider gibt Einblicke in die Welt des Elektroauto-Pioniers. Doch wer die Abrechnung mit Gründer Musk erwartet, wird enttäuscht.

    • dpa
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