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Elektroautopionier Tesla produziert erstmals 5000 Model 3 pro Woche – und peilt jetzt die 6000er-Marke an

Der Elektroautobauer hat sein Produktionsziel für den Hoffnungsträger Model 3 erreicht. Tesla befindet sich nun am Scheideweg.
02.07.2018 Update: 03.07.2018 - 03:23 Uhr Kommentieren
Tesla will mit dem günstigeren Elektroauto den Massenmarkt erschließen. Quelle: Reuters
Model 3

Tesla will mit dem günstigeren Elektroauto den Massenmarkt erschließen.

(Foto: Reuters)

San Francisco Der Elektroautopionier Tesla hat sein aktuelles Produktionsziel für den Hoffnungsträger Model 3 erreicht. Das 5.000ste Auto innerhalb einer Woche sei am Sonntagmorgen, wenn auch einige Stunden nach der von Konzernchef Elon Musk gesetzten Frist, vom Band gelaufen. In der letzten Juniwoche habe Tesla 5031 Model 3 und 1913 andere Fahrzeuge produziert, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Damit sei die Produktion im Vergleich zum ersten Quartal um 55 Prozent gestiegen. Die Marke von 6000 Fahrzeugen werde man voraussichtlich Ende August erreichen.

„Ich denke, wir sind jetzt ein echtes Autounternehmen geworden“, schrieb Musk in einer E-Mail an die Belegschaft. „Es war ziemlich hektisch“, sagte ein Werksarbeiter. Ein Kollege berichtete von „einer großen Feier“, die gestiegen sei, nachdem das 5.000ste Auto fertig produziert worden war.

Tesla befindet sich nach Meinung von Experten am Scheideweg: Vom Erfolg der Serienfertigung beim Model 3 hängt ab, ob sich das Unternehmen mit seinen rund 40.000 Beschäftigten vom unrentablen Nischenplayer zum profitablen Automobilhersteller wandeln kann. Die Tesla-Aktie stieg angesichts der Nachrichten vorbörslich um sechs Prozent.

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    Tesla teilte nach Börsenschluss mit, dass Chef-Ingenieur Doug Field das Unternehmen nach fünf Jahren verlassen wird. Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Agentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Kreise, dass Tesla nach Erreichen seiner Ziele nun eine Produktionspause beim Model 3 einlegen wolle.

    Tesla-Aktien gingen zu Wochenbeginn auf Berg- und Talfahrt. Nach kräftigen Aufschlägen von mehr als fünf Prozent beendeten die Scheine den Handel schließlich mit einem Minus von 2,3 Prozent.

    Der ehrgeizige Milliardär Musk versuchte seit Monaten mit aller Kraft, das Produktionsziel zu erreichen, und legte dazu auch selbst Hand an. Er übernachtete zeitweise sogar in der Fabrik, um Schwachstellen in der automatisierten Produktion zu beheben. Als das nicht reichte, die „Produktionshölle“, wie er es selbst nannte, zu beseitigen, ließ er auf einem Parkplatz neben dem Werk in Fremont ein zwei Fußballfelder großes Zelt für eine neue Montagelinie errichten.

    „Ein neues Gebäude war unmöglich, und so bauten wir in zwei Wochen ein riesiges Zelt“, begründete Musk den Bau via Twitter.

    Dave Sullivan, Produktanalyse-Manager bei der Marktforschungsfirma Auto Pacific, zeigte sich indes wenig beeindruckt von Teslas Leistung. „Das (Ziel) zu erreichen ist das eine“, sagte er. „Konstant 5.000 pro Woche mit außerordentlicher Qualität zu produzieren ist das andere. Ich denke nicht, dass die einmalige Produktion von 5.000 etwas ist, das einen in Begeisterung versetzen sollte – es sei denn, es lässt sich wiederholen.“

    Verkäufe von Model-3-Wagen sind für Teslas Zukunft entscheidend. Das Unternehmen hat noch nie einen Jahresgewinn vermeldet. Im ersten Quartal gab es eher ein Minus von mehr als einer Milliarde Dollar. Investoren an der Wall Street, die die Tesla-Aktie auf 340 Dollar pro Stück gedrückt haben, werden angesichts der Verluste ungeduldig.

    Erst im März hat eine Abteilung der Ratingagentur Moody’s Teslas Schulden auf Ramschniveau heruntergestuft. Das Unternehmen drohe kein frisches Geld für die Abdeckung von Betrieb, Kapitalausgaben und Verbindlichkeiten in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar zu haben, warnte Moody’s Investor Service. Tesla beharrte indes darauf, dass der Absatz der Model-3-Wagen die Rechnung bezahlen und für Gewinne sorgen werde.

    Dem Unternehmen machen aber auch Sicherheitsfragen zu schaffen. Die Ermittler zweier US-Bundesbehörden beschäftigen sich derzeit mit fünf Unfällen von Tesla-Wagen, darunter einige mit dem halbautonomen Autopilotsystem oder schwer löschbaren Batteriebränden.

    „Tesla hat das Potenzial, eine Billion Dollar wert zu sein“
    „Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein“
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    Elon Musk hat im Januar 2018 seinen Vertrag bei Tesla für weitere zehn Jahre verlängert - und wird dafür nur bezahlt, wenn er eine Serie ambitionierter Aufgaben erreicht. So wurden für den Börsenwert zwölf Zielmarken in Schritten von 50 Milliarden Dollar gesetzt. Diese zu erreichen ist laut Musk aber kein Problem.

    (Foto: Reuters)
    „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der ursprünglichen Realität leben, ist eins zu einer Milliarde.“
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    Ist das, was wir sehen, wirklich real? Könnten wir vielleicht bereits in einer computergenerierten Traumwelt leben? Musk glaubt: Das ist ganz wahrscheinlich.

    (Foto: Reuters)
    „Eine Firma aufzubauen ist wie Kuchen backen. Man braucht von allen Zutaten genau die richtige Menge.“
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    Musk über das Gründen und Führen eines Unternehmens.

    (Foto: Reuters)
    „Menschen arbeiten besser, wenn sie wissen für welches Ziel und warum. Es ist wichtig, dass die Leute sich darauf freuen, morgens in die Arbeit zu kommen, und ihnen das Arbeiten Spaß macht.“
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    Die Zufriedenheit der Mitarbeiter hat für Musk eine entscheidende Wichtigkeit.

    (Foto: AP)
    „Apple ist Teslas Friedhof. Wenn Du es bei Tesla nicht schaffst, arbeite halt bei Apple.“
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    In einem Interview mit dem Handelsblatt äußert sich Musk zu den Abgängen von Tesla-Ingenieuren zu Apple alles andere als bescheiden.

    (Foto: Reuters)
    „Es ist okay, alle seine Eier in einem einzigen Korb aufzubewahren, solange man aufpasst, was mit dem Korb passiert.“
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    Auch zum Thema Risiko hat Musk eine klare Meinung.

    (Foto: dpa)
    „Unternehmer zu sein ist wie Glas zu essen und in den Abgrund des Todes zu starren.“
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    Musk antwortet auf die Frage, was es für ihn bedeutet, Gründer zu sein, unter anderem mit einer „Weisheit“, die er von einem Freund erhalten habe.

    (Foto: Reuters)

    Der Zulieferer Panasonic kündigte unterdessen an, eine Ausweitung seiner Allianz mit Tesla zu prüfen, sollte der US-Konzern dies wünschen. Panasonic hat bereits 1,6 Milliarden Dollar in die sogenannte Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada investiert, wo die Japaner gemeinsam mit Tesla Akkus bauen.

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