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Elektroautos Elon Musk will europäische Tesla-Fabrik in Berlin bauen

Die europäische Tesla-Fabrik soll in der Umgebung von Berlin gebaut werden. Das gab Chef Elon Musk am Abend in Berlin bekannt.
Update: 12.11.2019 - 23:13 Uhr Kommentieren

Tesla plant Bau seiner vierten Gigafactory bei Berlin

Berlin Tesla will seine Elektroautos in Berlin bauen. Das gab Chef Elon Musk am Abend bei der Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ in Berlin bekannt. Die Autofabrik werde Musk zufolge in der Nähe des neuen Berliner Flughafens BER entstehen. Mehr Details verriet er nicht. Wie die „Welt“ berichtete, war Musk überraschend zu der Verleihung des Preises gekommen.

Tesla hatte schon seit längerem nach einem Standort für eine „Gigafactory“ für die Herstellung von Batterien und Fahrzeugen in Europa gesucht. Musk hatte zuvor bereits gesagt, Deutschland habe gute Chancen. Zuletzt hatte Tesla lediglich erklärt, man sei auf der Zielgeraden und wolle den Standort bis Jahresende bekanntgeben.

Im Gespräch waren aber eher andere Bundesländer - unter anderem das Saarland und Niedersachsen. Berlin war nicht auf dem Radar. Nach „Tagesspiegel“-Recherchen handelt es sich dabei um eine potenzielle Industriefläche im brandenburgischen Grünheide im Landkreis Oder-Spree südöstlich von Berlin, die bereits einmal im Rennen für die Ansiedlung eines BMW-Werkes war.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das ist eine hervorragende Nachricht für unser Land. Wir haben uns dafür seit längerem in intensiven Gesprächen und mit guten Argumenten eingesetzt. Ich bin glücklich, dass sich Elon Musk für unseren Standort Brandenburg entschieden hat.“ Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) twitterte: „Wer Visionen hat, kommt nach Berlin! Willkommen in der Metropolregion, Tesla!“

Der Elektroauto-Hersteller wird auch ein Maschinenbau- und Designzentrum in Berlin in der Nähe des neuen Flughafens errichten, sagte der Vorstandsvorsitzende von Tesla am Dienstag. Das gab er bei der Preisverleihung für die Model-3-Limousine des Unternehmens bekannt.

Die Fabrik in Deutschland soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen. Sie soll das aktuell wichtigste Tesla-Fahrzeug Model 3 für den europäischen Markt produzieren sowie auch den auf seiner Basis entworfenen künftigen Kompakt-SUV Model Y. Mit dem Model 3, das in Deutschland aktuell ab einem Preis von gut 44 000 Euro zu haben ist, will Tesla sich einen breiteren Markt erschließen.

Die erste Gigafactory, die bisher nur Batterien produziert, baute Tesla in der Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Erst vor kurzem wurde in kurzer Zeit eine Fabrik in China fertiggebaut, ebenfalls für die Produktion des Model 3. In Europa montierte Tesla bisher in den Niederlanden einige Fahrzeuge der teureren Modellreihen S und X. Musk stellte aber wiederholt klar, dass er die Zukunft der Firma vor allem in Model 3 und Model Y sieht.

Die Firma ist ein Vorreiter bei der Elektromobilität, kämpfte aber angesichts teurer und verzögerter Produktions-Anläufe bei neuen Modellen immer wieder mit massiven Geldproblemen.

Morgan-Stanley-Analysten unter der Leitung von Adam Jonas schrieben kürzlich, dass Deutschland die „logische Wahl“ für die europäische Gigafactory sei. Das Land „ist das Herzstück des globalen Luxus-Automobilmarktes, mit einer Wirtschaft, die von Verbrennungstechnologien abhängig ist, und einer Regierung, die sich auf den Klimawandel konzentriert“, sagte Jonas.

Der Bau einer europäischen Tesla-Fabrik dürfte die etablierten Autobauer wie VW, Daimler und BMW, die sich mit zahlreichen neuen Modellen für das Elektro-Zeitalter rüsten wollen, zusätzlich unter Druck setzen.

Auch die Bundesregierung forciert den Wandel hin zur Elektromobilität: Anfang November haben Vertreter der Bundesregierung und der Autoindustrie beim Autogipfel im Bundeskanzleramt höhere Kaufprämien für Stromer vereinbart. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro soll der Zuschuss von bisher 4000 auf 6000 Euro steigen.

Davon würde beispielsweise auch der neue VW ID.3 profitieren, dessen Produktion in Zwickau gestartet ist. Nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sollen zudem 50.000 neue Ladestationen für Elektroautos bis zum Jahr 2022 gebaut werden.

Mehr: Warum die Tesla-Aktie trotz steigendem Gewinn eine riskante Wette bleibt

Der Handelsblatt Expertencall
  • gut
  • dpa
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