Elektroautos Tesla verfehlt Quartalsziele für Model 3

Wegen „Produktionsengpässen“ kommt Tesla nicht mit dem Bau seines Model 3 nach. Lediglich ein Bruchteil der geplanten Fahrzeuge liefen bei dem US-Elektroautokonzern vom Band. Die Wall Street quittierte das umgehend.
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Es geht voran - aber nur sehr langsam. Der kalifonische Elektroautokonzern hat sein Quartalsziel nicht erreicht. Quelle: Reuters
Tesla Model 3

Es geht voran - aber nur sehr langsam. Der kalifonische Elektroautokonzern hat sein Quartalsziel nicht erreicht.

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Palo AltoDer Elektroautokonzern Tesla hat die selbst gesteckten Produktionsziele für seinen ersten Mittelklassewagen Model 3 im dritten Quartal klar verfehlt. Von dem in der Grundausstattung rund 35.000 Dollar teuren E-Auto, für das es zahlreiche Vorbestellungen gibt, wurden lediglich 260 Stück gefertigt. Das teilte Tesla am Montag nach US-Börsenschluss mit.

Im August hatte die Firma von Starunternehmer Elon Musk noch über 1.500 Model 3 als Quartalsziel ausgegeben und erklärt, die Fertigung bis Ende des Jahres auf 5.000 Stück pro Woche hochfahren zu wollen. Dass das Quartalsergebnis nun erheblich geringer ausfiel, begründete Tesla lediglich mit „Produktionsengpässen“ und betonte, es gebe keine grundsätzlichen Probleme mit der Fertigungs- und Lieferkette.

Die verrückten Projekte des Elon Musk
Elon Musk mit Tesla-Roadster
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Der schillernde Unternehmer will im Januar einen Tesla in die Mars-Umlaufbahn schicken. Das kündigte Musk am Wochenende auf Twitter an. Sein eigener roter Roadster solle dort „eine Milliarde Jahre lang“ kreisen und dabei „Space Oddity“ von David Bowie spielen. Motto der Aktion: „Rotes Auto für einen roten Planeten.“ Der Start, der von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX durchgeführt wird, ist zugleich ein wichtiger Test der neuen Rakete Falcon Heavy.

„Big Fucking Rocket“
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Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX will Menschen bereits in sieben Jahren per Rakete auf den Mars schicken. Das hatte Musk im September beim Internationalen Astronauten-Kongress im australischen Adelaide angekündigt. SpaceX plane derzeit die Entwicklung einer Mega-Rakete namens „Big Fucking Rocket“ (BFR), die frühestens 2024 ein bemanntes Raumschiff mit Platz für bis zu 120 Menschen auf den Roten Planeten bringen soll. Bereits 2022 würden zwei Raumschiffe technische Ausrüstung auf den Mars bringen, um das Überleben von Menschen zu ermöglichen, sagte Musk. Die Mars-Pläne von Musk sind nicht ganz neu. Bereits Ende September 2016 hatte er eine Besiedlung geplant.

Mehrweg-Raketen
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Es gilt als Meilenstein der Raumfahrt: Im Dezember 2015 kehrt mit der „Falcon 9“ erstmals eine Trägerrakete nach einer Mission heil und aufrecht zum Startplatz auf die Erde zurück. Nachdem sie elf Kommunikationssatelliten im All ausgesetzt hat, beschreibt sie in etwa die Bahn eines Kugelschreibers, der sich in der Luft um 180 Grad dreht. Auf dieser Kurve fliegt die „Falcon 9“ zurück und landet elf Minuten nach dem Start wieder in Florida. Im April 2016 bringt die „Falcon 9“ erstmals einen Frachter auf den Weg Richtung Raumstation ISS. Zuvor waren einige Versuche gescheitert.

Autopilot
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Seit Oktober 2015 lässt der Elektroauto-Hersteller Tesla, an dessen Spitze Musk steht, seine Fahrzeuge automatisch die Spur und den Abstand halten. Außerdem sollen sie auch die Spur wechseln und einparken können. Kritik kommt an dem Fahrassistenz-System auf, als einige Monate später der erste Mensch bei einem Unfall in einem vom Computer gesteuerten Auto stirbt.

Autonomes Fahren
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Im Oktober 2016 teilt Tesla mit, dass das Unternehmen als erstes in der Branche alle seine künftigen Fahrzeuge zu selbstfahrenden Wagen machen will. Dafür werden neu gebaute Autos mit der nötigen Technik für komplett autonomes Fahren ausgerüstet.

Super-Ladestationen
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Die sogenannten „Supercharger“ brauchen rund 75 Minuten, um einen Tesla-Akku komplett aufzuladen und eine halbe Stunde für eine halbe Ladung. Vier Jahre nach Einführung gibt es Ende 2016 ein Netz von rund 4600 solchen Säulen.

Hyperloop
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Mit einer „Hyperloop“ genannten Röhre will Musk irgendwann in der Zukunft per Unterdruck Passagiere mit nahezu Schallgeschwindigkeit wie eine Art Rohrpost transportieren. Im August 2013 stellt er seine Pläne für auf Luftkissen schwebende Kapseln vor. Das Vorhaben berechnet er mit bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar.

Insgesamt stellte Tesla im abgelaufenen Quartal 25.336 Fahrzeuge her und lieferte 26.150 aus. Beim Absatz entspricht das einem Anstieg von 4,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Mit 14.065 Wagen entfiel der Großteil der Auslieferungen auf die Luxus-Limousine Model S. Von dem seit September 2015 erhältlichen E-SUV Model X brachte Tesla 11 865 Wagen an die Kundschaft, vom neuen Model 3 nur 220 Stück.

Bei Anlegern überwog die Enttäuschung über die schwachen Zahlen beim Model 3. Die Tesla-Aktie fiel nachbörslich um 1,7 Prozent. Die Erwartungen an den ersten etwas günstigeren Mittelklasse-Stromer der Musk-Firma sind riesig. Einige Experten trauen Tesla zu, die E-Mobilität damit quasi im Alleingang in den Massenmarkt zu bringen. Doch wegen der hohen Kosten und des großen Risikos, das die geplante Ausweitung der Produktion bedeutet, gibt es auch etliche Skeptiker.

  • dpa
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7 Kommentare zu "Elektroautos: Tesla verfehlt Quartalsziele für Model 3"

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  • Herrn Musk als Starunternehmer zu bezeichnen ist ja wohl total verfehlt, Starprahler wäre passend. Eigentlich alle Versprechen hat er nicht eingehalten und technische Details zu seinen ach so tollen Vorhaben fehlen. Bisher hat es niemand zustande gebracht, einen Menschen auf den Mars zu bringen, aber Herr Musk bietet das in 7 Jahren an. Vermutlich verkauft er schon Tickets. Meine Prognose: in 3 Jahren ist Tesla, die von Menschen mit zuviel Geld als teuereste Autofirma der Welt bewertet wurde, Pleite. Keines seiner Vorhaben wird innerhalb der nächsten 10 Jahre realisiert sein. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass er wegen Betrugs hinter Gittern landet ist dagegen nicht gering.

  • Hallo Herr Müller, Herr Moser, ich habe bewusst optimistische Formulierungen gewählt. Ich bin bei den Ausdrücken aus gutem Grund etwas vorsichtig.

  • Ich halte Herrn Musk nicht für ein Marketinggenie, sondern für den Rattenfänger von Hameln. Wer sich auch nur minimal mit den Bilanzen und Ergebnissen von Tesla beschäftigt, sieht nur rote Zahlen und nicht eingehaltene Versprechen. Das sind die Fakten.
    Vielleicht ist die Idee von Herrn Clasen mit den Zertifikaten gar nicht so schlecht.

  • Herr Holger Narrog; Schönredner, Schuldenmacher und Blender als "Marketinggenie" dar zu stellen halte ich doch für sehr gewagt...

  • Es ist ganz einfach. Tesla short gehen mit Faktorzertifikat. Entweder man setzt
    150 Euro in den Sand oder man kann sich was schönes leisten. Die Aktie ohne
    Gewinn, ohne Dividende mit Produktionsschwierigkeiten ist höher bewertet als BMW.
    Jetzt kommen die althergebrachten Autohersteller auch mit E-Modellen raus.
    Wettbewerb steigt, Margen sinken. Die Ausnüchterungen der Käufer steht außerdem
    noch aus: Reichweite, nachladen, Handling etc.

  • Ein Auto ist kein Telefon oder Computer. Die Fertigung ist ungleich komplexer auch wenn die schwierigsten Baugruppen des mechanischen Antriebsstranges durch die vergleichsweise einfacheren Baugruben eines Elektroantriebes ersetzt werden. Die Batterie ist schwierig, gehört aber wohl mit dem Balancing von Tesla zu Kernkompetenz.
    Herr Narrog hat durchaus recht mit dem was er sagt. Tesla wurde von Journalisten derartig in den Himmel gelobt, so daß der Unternehmenswert unrealistisch hoch bewertet wird. Gier macht blind auch im High Tech Markt.

  • Tesla wird vom Marketinggenie Musk geführt. Dieser vespricht die technischen und ökoreligiösen Visionen der Journalisten zu erfüllen. Deshalb wird Tesla gehypt und deshalb wiederum finden sich immer wieder Investoren und Gläubiger die neue Aktien und Anleihen zeichnen.

    Der Satz: "Doch wegen der hohen Kosten und des großen Risikos, das die geplante Ausweitung der Produktion bedeutet, gibt es auch etliche Skeptiker." ist extrem optimistisch formuliert.

    In US Finanzseiten findet man in erster Linie folgende Kritik....
    1. Tesla ist seit Beginn defizitär mit negativem Cash Flow. Der Mittelverzehr steigt mit dem Umsatz mit.
    2. Die Buchhaltung wird als optimistisch beschrieben. Künftige Risiken und Belastungen nicht vorsichtig wiedergegeben.
    3. Versprechen werden selten erfüllt.
    4. Die Solarfabrik ist dauerhaft defizitär und die Aussichten dies zu ändern sind schlecht.
    5. Die Batteriefabrik, Gigafactory, ist konzeptionell nicht geeignet Tesla einen dauerhaften Kostenvorteil zu sichern.
    6. Das Modell 3 wurde ohne die notwendige Testphase in die Produktion genommen. Damit wird ein enormes Risiko eingegangen.

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