Elektroautos Volkswagen will Tesla stoppen

Zu wenig Reichweite und zu teuer - diese Einschätzung hat den Durchbruch der Elektroautos lange behindert. Schafft Tesla mit seinem Model 3 jetzt den Einstieg in den Massenmarkt? Auch VW will in dem Segment Gas geben.
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Volkswagen möchte den Markt für Elektroautos nicht kampflos Tesla überlassen. Quelle: dpa
Elektromobilität

Volkswagen möchte den Markt für Elektroautos nicht kampflos Tesla überlassen.

(Foto: dpa)

Wolfsburg/BerlinEuropas größter Autobauer Volkswagen will dem Elektroauto-Pionier Tesla bei den günstigeren Stromern den Rang ablaufen. „Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30.000 Euro“, sagte der Chef der Volkswagen-Kernmarke VW, Herbert Diess, der Deutschen Presse-Agentur. Er betonte, dass entscheidend sei, ob der Elektroautobauer es schaffen werde, in den Massenmarkt vorzudringen. Am Freitag begann die Serienproduktion des ersten günstigeren Wagens von Tesla.

Das Model 3 mit einem US-Preis ab 35.000 Dollar (knapp 30 800 Euro) soll Tesla und die Elektromobilität stärker in den Massenmarkt bringen - und dabei nachhaltig profitabel werden. Geplant ist eine drastische Aufstockung der Produktion: 2016 baute Tesla rund 84 000 Autos, 2018 sollen es bereits 500 000 sein und für 2020 wird die Millionen-Marke angepeilt. Die Firma steckte Milliarden in den Ausbau und nimmt dafür eine Durststrecke mit roten Zahlen in Kauf.

Ebenfalls ab 2020 sieht der VW-Markenchef den Durchbruch für die Elektromobilität voraus - mit dem Start des VW-Hoffnungsträgers ID. Das Design des ID sei fertig und verabschiedet, jetzt gehe es darum, das Fahrzeug wettbewerbsfähig zu machen: Der sogenannte Modulare Elektrobaukasten (MEB) werde die Herstellung des Modells deutlich günstiger machen: „Wir kriegen dann ein Fahrzeug mit den Außenabmessungen des Golf, dem Interieur eines Passat und den Fähigkeiten eines Tesla zum Preis eines Diesels.“ Die Reichweite soll bei bis zu 600 Kilometern liegen.

Diess bekräftigte zudem das Ziel, dass VW ab 2025 rund eine Million E-Autos jährlich verkaufen wolle - und betonte, Tesla ernst zu nehmen: „Diesen neuen Wettbewerber muss man sehr ernst nehmen, auch die Konzepte, die von uns deutschen Ingenieuren zunächst vielleicht etwas belächelt wurden.“ Ohnehin wächst der Druck, bei der Wende zur Elektromobilität voranzukommen: Der schwedische Autobauer Volvo gab als erste der etablierten Automarken bekannt, ab 2019 keine neuen Modelle ohne Elektromotor mehr einzuführen. Allerdings wird es Hybride mit Verbrennungs- und Elektromotoren geben.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

Volkswagen will die Entwicklung alternativer Antriebsmodelle in den kommenden Jahren mit Investitionen von neun Milliarden Euro forcieren. Gleichzeitig sollen früheren Angaben zufolge zehn Milliarden Euro in die Entwicklung des Verbrennungsmotors investiert werden. Der Konzern plant bis zu 30 neue E-Modelle - darunter der elektrische Geländewagen ID Crozz sowie unter anderem auch der Elektro-Bulli ID Buzz.

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