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Elektroautos VW steigt in Batteriezellfertigung ein – Fabrik entsteht am Standort Salzgitter

Der Autobauer nimmt die Fertigung von Batteriezellen selbst in die Hand. In drei bis vier Jahren könnte Volkswagen mit der Produktion eigener Zellen beginnen.
Update: 14.05.2019 - 00:50 Uhr 1 Kommentar
Die eigene Zellfertigung war immer auch eine Forderung der Arbeitnehmervertreter im VW-Aufsichtsrat. Quelle: dpa
VW-Elektroauto ID

Die eigene Zellfertigung war immer auch eine Forderung der Arbeitnehmervertreter im VW-Aufsichtsrat.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, BerlinDer Volkswagen-Konzern steigt als erster deutscher Autobauer in die Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos ein. VW will am niedersächsischen Standort Salzgitter zusammen mit einem Partner Batteriezellen herstellen, wie das Unternehmen am Montag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates in Berlin mitteilte.

In Salzgitter erforscht der Konzern bereits die Zellfertigung in einer Pilotlinie. Für die geplante Fabrik will der VW-Aufsichtsrat eine Milliarde Euro freigeben. VW strebt dabei eine Kooperation mit dem koreanischen Zellhersteller SK Innovation an. Die Verhandlungen darüber haben begonnen, hieß es aus Konzernkreisen.

Die Wolfsburger wollen sich binnen weniger Jahre zu einem führenden Anbieter batteriegetriebener Fahrzeuge wandeln und benötigen dafür enormen Mengen an Batteriezellen. Mit einer eigenen Zellfertigung will Volkswagen die Abhängigkeit von den dominierenden asiatischen Herstellern reduzieren.

Für die erste Generation der neuen Elektrofahrzeuge bezieht Volkswagen seine Batteriezellen ausschließlich in Japan, Korea und China. Für die die neue ID-Elektrobaureihe, deren Produktion in diesem Jahr im VW-Werk in Zwickau beginnt, bezieht Volkswagen vor allem aus dem neuen Breslauer Werk von LG Chem Batteriezellen.

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In drei bis vier Jahren könnte Volkswagen mit der Fertigung eigener Zellen beginnen und damit die zweite Generation der Elektroautos ausstatten. Die eigene Zellfertigung war immer auch eine Forderung der Arbeitnehmervertreter im VW-Aufsichtsrat, weil damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine eigene Volkswagen-Fertigung von Elektroauto-Batteriezellen ausgesprochen. Die Entschlüsse für die Produktion von Batteriezellen und auch den angestrebten Börsengang der Lkw-Tochter Traton begrüßte er am Montagabend: „Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat begrüßen die Entscheidungen und unterstützen sie ausdrücklich. Es handelt sich um Weichenstellungen, mit denen wir sowohl Beschäftigungssicherung als auch Wirtschaftlichkeit nachhaltig weiterentwickeln können.“

„Es geht darum, den Volkswagen-Konzern so auszurichten, dass wir die umfassende Transformation unserer Industrie an entscheidender Stelle mitgestalten. Die heutigen Entscheidungen sind dabei wichtige Meilensteine für die Zukunft von Volkswagen“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Herbert Diess.

Gewerkschaftsvertreter befürchten einen massiven Stellenabbau durch die Einführung der neuen Elektroautos. Zwischen 20 und 30 Prozent der Arbeitsplätze könnten in der Motorenfertigung für klassische Benzin- und Dieselantriebe verloren gehen.

Die Produktion eines Elektroantriebs ist deutlich einfacher, weil beispielsweise das Getriebe wegfällt. Eine eigene Zellfertigung in Deutschland – wenn auch mit vergleichsweise wenigen Arbeitsplätzen und hohem Automationsgrad – könnte für einen gewissen Ausgleich sorgen.

Auch VW-Konzernchef Diess hatte sich zuletzt immer wieder dafür ausgesprochen, dass der Wolfsburger Autokonzern eine eigene Zellfertigung bekommt. Ein Problem sind aber noch die hohen Energiekosten, die die eigene Zellfertigung im Moment noch unwirtschaftlich machen. Volkswagen hofft von der Politik auf ein Entgegenkommen bei den Energiepreisen – etwa durch eine Befreiung von der EEG-Abgabe für erneuerbare Energien.

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1 Kommentar zu "Elektroautos: VW steigt in Batteriezellfertigung ein – Fabrik entsteht am Standort Salzgitter"

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  • bei allen Problemen, die es sicherlich im Bereich der Elektro-Mobilität gibt...ich sehe insgesamt viel mehr Chancen als Risiken...denn im Bereich der Elektronik hat die Menschheit in den letzten 120 Jahren gigantische Fortschritte gemacht im Gegensatz zur Thermo Dynamik. Die Elektro Dynamik ist heute weit besser steuerbar als die Thermodynamik denn der 2. Hauptsatz der Wärmelehre: Das Ansteigen der Entropie...(vereinfacht ausgedrückt: alles geht ins Chaos über;-)) steht ihr im Wege.

    Daher bin ich der Meinung Diess schlägt den richtigen Weg ein. Irrtum nicht ausgeschlossen