Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Elektromobilität Aus Shanghai statt Grünheide: Tesla liefert Model Y ab August in Deutschland aus

Da sich der Produktionsstart im neuen Werk in Brandenburg verzögert, steuert Tesla jetzt um. Auf der Baustelle in Grünheide rücken indes Kontrolleure der Umweltbehörden an.
09.07.2021 Update: 09.07.2021 - 12:51 Uhr 2 Kommentare
Die ersten Fahrzeuge sollen im August in Deutschland übergeben werden. Quelle: dpa
Teslas Model Y

Die ersten Fahrzeuge sollen im August in Deutschland übergeben werden.

(Foto: dpa)

Palo Alto Tesla startet in wenigen Wochen mit der Auslieferung seines Mini-SUV Model Y in Europa. Die ersten Fahrzeuge sollen im August in Deutschland übergeben werden, wie der Elektroauto-Hersteller am Freitag ankündigte. Sie kommen aus Shanghai.

Tesla wollte ursprünglich im Juli mit der Produktion des Model Y in Grünheide in Berlin beginnen, doch die Fertigstellung des ersten europäischen Werks verzögert sich. Der Beginn der Auslieferungen des Model Y in Europa war für das dritte Quartal angekündigt.

Der Mini-SUV ist eine etwas größere Version von Teslas erstem Massenmarkt-Wagen Model 3. Im zweiten Quartal lieferte die Firma gut 199.000 Fahrzeuge der Modelle 3 und Y aus, die größeren und teureren Model S und Model X kamen auf knapp 2000 Auslieferungen.

Aktuell steht der US-Elektroautobauer wegen der Errichtung nicht genehmigter Tanks auf der Baustelle in der Kritik. Das Brandenburger Landesamt für Umwelt als zuständige Behörde hat deshalb ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Es wird zusätzlich eine umfangreiche Überprüfung der gesamten Baustelle durchgeführt. Tesla hatte sich zu dem Verstoß bisher nicht geäußert.

Die Baustelle der ersten E-Auto-Fabrik von Tesla in Europa ist weit fortgeschritten, obwohl die Entscheidung über die abschließende umweltrechtliche Genehmigung durch das Land Brandenburg aussteht.

Bau verzögert sich – Tesla-Chef Musk reagiert ungeduldig

Tesla wollte ursprünglich im Juli in Brandenburg mit der Herstellung von E-Autos beginnen. Der Start verzögert sich, weil Tesla den Antrag zur Genehmigung des Gesamtvorhabens um die Errichtung und den Betrieb einer Batteriefabrik erweitert hat.

Damit muss der Bauantrag nicht nur erneut öffentlich ausgelegt werden. Er führt auch dazu, dass das gesamte Bauvorhaben nochmals geprüft werden muss. „Das müssen Sie Investoren aus anderen juristischen Kulturkreisen wie Tesla erst einmal vermitteln“, sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) kürzlich im Handelsblatt-Interview.

Die deutsche Genehmigungspraxis stößt auch bei Tesla auf Unverständnis. Jüngst bemängelte der Konzern unter anderem, dass es über ein Jahr nach dem Antrag immer noch keinen Zeitplan für eine endgültige Genehmigung für die Fabrik in Grünheide gebe. Tesla-Chef Elon Musk erklärte, dass er weniger Bürokratie hilfreich fände. „Wenn es immer mehr Regeln gibt, kann man am Ende gar nichts mehr machen.“

Bisher baut Tesla mit vorläufigen Zulassungen. Sollten die endgültigen Baugenehmigung durch das Landesamt für Umwelt nicht erteilt werden, muss der Elektroautobauer auf eigene Kosten das Gelände wieder in den Ursprungszustand versetzen.

Tesla sieht sich zudem regelmäßig mit Klagen von Umweltverbänden konfrontiert. Derzeit versuchen die Grüne Liga und der Naturschutzbund (Nabu), die vorzeitige Funktionsprüfung von Teilen des Werks juristisch zu stoppen. „Ziel von mir und meinen Mandanten ist es nicht, die Ansiedlung von Tesla zu verhindern“, sagte der Anwalt der Verbände, Thorsten Deppner, dem Handelsblatt. „Was nicht geht: auf dem Altar der Elektromobilität das Umweltrecht zu opfern.“

Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach gab sich zuletzt aber zuversichtlich, dass der Produktionsstart noch in diesem Jahr möglich ist. „Ich habe die Hoffnung, dass das erste Auto, das vom Band läuft, das Geburtsjahr 2021 haben wird“, sagte er.

Mehr: Tesla mit neuem Quartalsrekord – über 200.000 E-Autos ausgeliefert

  • dpa
  • dne
Startseite
Mehr zu: Elektromobilität - Aus Shanghai statt Grünheide: Tesla liefert Model Y ab August in Deutschland aus
2 Kommentare zu "Elektromobilität: Aus Shanghai statt Grünheide: Tesla liefert Model Y ab August in Deutschland aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Umweltverbände, die gegen E-Autos vorgehen - sorry, die haben einfach nicht begriffen Vor- und Nachteile einzuordnen und den Gesamtnutzen der E-Mobilität zu erkennen.

    Genauso ist kaum zu verstehen, dass Politik weiter plant, den Autoverkehr aus Innenstädte zu verbannen, obwohl E-Autos deutlich weniger belastend wirken. Dass ohne Auto-Verkehr die Innenstädte sterben, wird keine Straßenbahn und kein kein Fahrrad verhindern können.

  • Deutschland, Paradies von bürokratischen Sesselfurzern

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%