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Elektromobilität Das ist der Ideengeber hinter Volkswagens vollelektrischem ID.3

Für den ehemaligen Skoda-Chef Winfried Vahland ist die Umsetzung seiner Idee Genugtuung – auch wenn er seit vier Jahren nicht mehr für VW arbeitet.
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Vom VW-Manager zum Mittelständler und Mahner. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Winfried Vahland

Vom VW-Manager zum Mittelständler und Mahner.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Düsseldorf Am vergangenen Wochenende hat Volkswagen ganz Berlin seinen Stempel aufgedrückt. Zum DFB-Pokalfinale in der Hauptstadt belegte der VW-Konzern mehr als 50 Prozent aller verfügbaren Werbeflächen. Und überall war der ID.3 zu sehen, das neue batteriebetriebene Auto, mit dem Volkswagen seinen Einstieg in das Elektrozeitalter beginnt.

Für Winfried Vahland ist die geballte ID-Kampagne in der Hauptstadt ein Stück weit Genugtuung, obwohl er den VW-Konzern schon vor bald vier Jahren verlassen hat. Er sieht sich selbst als einen der geistigen Väter des ID. „Da reklamiere ich schon einige Ideen für mich“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Im Frühjahr 2015 und damit noch vor der Aufdeckung des Dieselskandals habe er bereits den Vorschlag für ein Citycar mit eigenständiger Elektroplattform und Batterieantrieb gemacht, einen Vorläufer des ID. Die damalige Konzernspitze habe zu diesem Zeitpunkt davon noch nicht viel wissen wollen, aber der heutige Vorstandsvorsitzende Herbert Diess habe sich der Sache schon damals angenommen.

Vahland galt selbst noch vor ein paar Jahren als möglicher Anwärter auf den Chefposten in Wolfsburg. Seine ausgewiesenen Erfolge als China- und als Skoda-Chef ließen immer wieder die Spekulation hochkommen, dass er eines Tages an der Spitze des Volkswagen-Konzerns landen würde.

Doch daraus ist nichts geworden. Nach der Aufdeckung der Dieselaffäre sollte der heute 62-Jährige im Herbst 2015 als USA-Chef nach Nordamerika gehen. Nach internen Auseinandersetzungen mit der Konzernführung über den künftigen Kurs in den Vereinigten Staaten zog Vahland völlig überraschend den Schlussstrich und schied nach 25 Jahren Unternehmenszugehörigkeit bei Volkswagen aus.

Von VW zum Mittelstand

Für Vahland bedeutete das Ende bei Volkswagen im Jahr 2015 allerdings keinen Abschied von der Automobilindustrie. Der gelernte Ingenieur zog sich nur aus der ersten Reihe und dem Rampenlicht zurück, das ihm ein Großkonzern wie Volkswagen stets geboten hatte. Der Manager entdeckte als Berater und als Aufsichtsrat mittelständische Autozulieferer, die er als Rückgrat der deutschen Wirtschaft für unverzichtbar hält. Auch im Ausland rückte er in die Kontrollgremien mittelständischer Unternehmen ein.

Die Hinwendung zu den soliden, bodenständigen Firmen passt zu Vahlands westfälischer Heimat; einer Region, die bis heute stark vom Mittelstand geprägt ist. Vahlands Expertise ist inzwischen auch außerhalb kleinerer Unternehmen entdeckt worden – im Frühjahr berief ihn der schwedische Pkw-Hersteller Volvo in den Aufsichtsrat. „Die Automobilindustrie befindet sich mitten in der größten Herausforderung ihrer inzwischen mehr als 130 Jahre währenden Geschichte“, betont der frühere VW-Manager.

Vahland sorgt sich um den Standort Deutschland und die Fahrzeugbranche, die unverzichtbar für die hiesige Wirtschaft geworden ist.

Autohersteller und Zulieferer bräuchten so etwas wie einen Masterplan, um die Herausforderungen aus neuen Umweltbedingungen, Elektrifizierung und Digitalisierung zu bewältigen. Aus der Vergangenheit heraus bringe die deutsche Automobilindustrie Finanz- und Innovationskraft mit. „Diese enorme Kraft muss jetzt gezielt auf die Zukunftsthemen gelenkt werden“, fordert Vahland.

Deutschland sollte seinen technologischen Vorsprung und den Rückhalt in der sehr umweltorientierten Bevölkerung dazu nutzen, um Weltmarktführer bei sauberer und kohlendioxidfreier Mobilität zu werden. „Das wäre ein gemeinsames Ziel, um der Branche eine Zukunftsorientierung zu geben“, schlägt Vahland vor.

Der Automanager will die Industrie bei den zu erwartenden einschneidenden Veränderungen weiter begleiten. Das aber vor allem über den Mittelstand und voraussichtlich nicht mehr in Wolfsburg.

Mehr: Warum die Brennstoffzelle noch eine Chance hat – Die meisten Autohersteller sind beim Wasserstoffantrieb noch zurückhaltend. Viele Konzerne glauben dennoch, dass sich die Brennstoffzelle durchsetzt.

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