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Elektromobilität Das Tesla-Erfolgsprinzip: Von Partnern lernen und besser machen

Kein Teil des Geschäfts soll von anderen abhängig sein – das ist die Strategie von Elon Musk. Der Tesla-Chef nutzt gezielt Partnerschaften, um zu lernen.
17.09.2020 - 11:12 Uhr Kommentieren
Musk plant nun, selbst Batterien für seine Wagen zu produzieren. Seinen bisherigen Lieferanten und Partnern bereitet das Sorge. Quelle: dpa
Tesla-Chef Elon Musk

Musk plant nun, selbst Batterien für seine Wagen zu produzieren. Seinen bisherigen Lieferanten und Partnern bereitet das Sorge.

(Foto: dpa)

Detroit/Peking/Frankfurt Teslas Aufstieg zum wertvollsten Automobilhersteller der Welt folgt einem ebenso genialen wie einfachen Prinzip: Von Partnern lernen und dann selbermachen - möglichst besser als der Lieferant. So ist es dem einstigen Start-up aus dem Silicon Valley gelungen, die etablierten Autobauer aufzuscheuchen, die lange an Verbrennungsmotoren festhielten.

Wegen des Tempos, das Tesla-Chef Elon Musk in der Elektromobilität vorlegt, wird den Traditionskonzernen angst und bange. Nun setzt der umtriebige Milliardär zum nächsten Quantensprung an: Er will in die Produktion von besonders günstigen Batterien einsteigen, die E-Autos konkurrenzfähig zu herkömmlichen Bezinautos machen sollen.

Details will Musk bei einem „Battery Day“ am Dienstag verraten. Reuters hatte bereits im Mai berichtet, die neuen Akkus, die Tesla mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL entwickelt, sollen ohne das teure Schwermetall Kobalt auskommen und seien auf eine Lebensdauer von einer Million Meilen ausgelegt.

Eine weiterentwickelte Batteriechemie und die automatisierte Produktion der Energiespeicher sollen es ermöglichen, E-Autos zum gleichen Preis oder günstiger als vergleichbare Verbrenner zu verkaufen. Bisher zahlen viele Hersteller beim Verkauf von Stromern drauf, weil die nötigen Stückzahlen fehlen.

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    Die Neuentwicklung würde Teslas Absatz Flügel verleihen, hofft Musk: „Die wirkliche Beschränkung des Tesla-Wachstums ist die Zellenproduktion zu einem erschwinglichen Preis“, hatte er bei der Präsentation des vierten Quartalsgewinns in Folge im Juli erklärt. Bei der Gelegenheit hatte Musk auch angekündigt, dass Tesla in Zukunft Batterien an andere Autobauer liefern werde, wodurch die Kosten weiter sinken würden.

    Schneller und billiger

    Seine Partnerschaften mit den Batterieherstellern Panasonic, LG Chem und CATL will Tesla voraussichtlich fortsetzen. Gleichzeitig bereitet Musk die Produktion von Zellen, der Grundkomponente von Batteriepaketen für E-Autos, vor - in hochautomatisierten Fabriken in Grünheide bei Berlin und in Fremont in Kalifornien, wo Tesla Dutzende von Experten für die Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen einstellt. Daneben arbeitet das Unternehmen daran, sich die Versorgung mit wichtigen Batterierohstoffen wie Nickel zu sichern.

    „Elon möchte nicht, dass irgendein Teil seines Geschäfts von jemand anderem abhängig ist“, beschreibt ein ehemaliger leitender Angestellter von Tesla die Herangehensweise des charismatischen Firmenchefs. „Und im Guten wie im Schlechten - manchmal besser, manchmal schlechter - glaubt er, dass er es besser, schneller und billiger machen kann.“

    Die Batterie-Lieferanten machen sich bereits Sorgen über die Zukunft ihrer Zusammenarbeit. Panasonic, mit dem Tesla seine fünf Milliarden Dollar teure Gigafabrik in der Wüste von Nevada gebaut hat, unterstreicht seine Rolle: „Panasonic ist kein Lieferant für Tesla; wir sind Partner“, betont eine Sprecherin. „Es besteht kein Zweifel, dass unsere Partnerschaft auch weiterhin Innovationen hervorbringen und zur Verbesserung der Gesellschaft beitragen wird“. Zusammen mit CATL und LG Chem liefert Panasonic auch Zellen an Teslas Werk in Shanghai, wo Batteriemodule und Packs für das Modell 3 zusammengebaut werden.

    Know-How durch gezielte Partnerschaften

    Die Strategie einer möglichst großen Unabhängigkeit hat Tesla von Anbeginn verfolgt. Während seiner Entwicklungsallianz mit Daimler etwa interessierte sich Musk für sensorgestützte Fahrspurhaltung. Bis dahin fehlten dem Tesla Modell S, an dessen Verfeinerung Mercedes-Benz Ingenieure mitwirkten, Kameras oder ausgeklügelte Fahrerassistenzsensoren, wie sie in der Mercedes S-Klasse zum Einsatz kommen. „Er lernte daraus und ging einen Schritt weiter. Wir forderten unsere Ingenieure auf, zum Mond zu fliegen. Er flog direkt zum Mars“, beschrieb ein leitender Daimler-Ingenieur seine Erfahrung mit Musk.

    Es gibt zahlreiche Beispiele für solche Partnerschaften. Einige davon gingen nicht gut aus. So arbeitete Tesla zeitweise mit dem israelischen Sensorhersteller Mobileye zusammen, um zu lernen, wie man ein selbstfahrendes System entwirft.

    Daraus entwickelte sich der Autopilot. Zwischen Tesla und Mobileye kam es später zu einem erbitterten Streit, der schließlich zur Trennung führte, nachdem 2016 ein Fahrer bei einem Unfall eines Model S bei eingeschaltetem Autopiloten getötet wurde.

    Parallel zu den Partnerschaften ging Musk auf Einkaufstour und kaufte eine Handvoll wenig bekannter Firmen, um Teslas Know-how in den Bereichen Automatisierung und Batterietechnologie zu erweitern. „Er hat viel von diesen Leuten gelernt“, sagte Mark Ellis von der Beratungsfirma Munro & Associates, die Tesla ausgiebig studiert hat. „Er nutzte eine Menge Informationen von ihnen, um sie dann zu verbessern.“

    Mehr: Pionier trifft Politik: Was sich Deutschland vom Tesla-Chef abschauen kann

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