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Elektromobilität Der ID.3 geht in Serie – VW startet die Transformation zum E-Auto-Konzern

Die Serienfertigung des neuen ID.3 ist gestartet. Die Fabrik in Sachsen soll die Keimzelle werden, mit der Volkswagen den Wandel zum Elektroanbieter vollzieht.
04.11.2019 - 15:01 Uhr 1 Kommentar
VW ID.3: In Zwickau startet die Transformation von VW zum E-Anbieter Quelle: Reuters
Neuer ID.3 von Volkswagen

Bereits im kommenden Jahr will VW in Zwickau rund 100.000 Elektroautos mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) fertigen.

(Foto: Reuters)

Zwickau Unter Applaus fährt das erste Serienauto in Halle 26 auf der Bühne vor: Volkswagen hat sich dafür entschieden, dass die Nummer eins der neuen Serie weiß lackiert wird. Dahinter folgen vier weitere Modelle des ID.3, alle in unterschiedlichen Farben.

Für den VW-Konzern ist dieser Montag ein bunter, ein ganz besonderer Tag: Im Werk in Zwickau beginnt die Serienfertigung des ersten rein batteriegetriebenen Fahrzeugs. Für Volkswagen beginnt damit der groß angelegte Einstieg in die Massenproduktion von Elektroautos.

Zu diesem nicht nur für Volkswagen, sondern für die gesamte deutsche Autoindustrie bedeutsamen Ereignis hat sich hoher politischer Besuch angemeldet. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Zwickau gekommen, um die Produktion des ID.3 zusammen mit dem VW-Vorstand freizugeben.

Der Einstieg in die Elektromobilität ist ein wichtiges Thema für die Politik. Die Bundesregierung muss den gesetzgeberischen Rahmen vorgeben, damit die neuen Elektroautos zu einem wirtschaftlichen Erfolg werden können. Am Montagabend wird darüber weiter diskutiert: Auf dem Autogipfel im Kanzleramt treffen sich die wichtigsten Vertreter aus der Politik und der Automobilindustrie, um über weitere Förderprogramme für die Elektromobilität zu sprechen.

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    Gut 30 Milliarden Euro gibt Volkswagen bis 2023 aus, um zu einem großen Anbieter von Elektroautos zu werden. In den nächsten zehn Jahren sind etwa 70 verschiedene rein batteriegetriebene Modelle geplant. In Stückzahlen sind das etwa 22 Millionen Fahrzeuge. Für das Jahr 2030 plant der Autokonzern damit, dass mehr als jeder dritte verkaufte VW-Neuwagen einen Elektroantrieb hat. Heute liegt diese Quote noch bei unter einem Prozent.

    „In Zwickau beginnt die Zukunft von Volkswagen“, sagt VW-Vorstandschef Herbert Diess. Es gebe überhaupt keinen Zweifel daran, dass sich das Elektroauto durchsetzen werde. Das sei keine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann. Die deutsche Autoindustrie könne auch im Elektrozeitalter ihre führende Position behalten.

    VW stellt Zwickauer Werk auf Elektroauto-Produktion um

    Voraussetzung dafür sei allerdings, „dass sich Deutschland zu einem Leitmarkt für Elektromobilität entwickelt.“ Auf dem Autogipfel im Kanzleramt könnten dafür zusammen mit der Politik wichtige Voraussetzungen geschaffen werden. „Wir brauchen vor allem einen schnellen Systemwechsel.“

    Auch Kanzlerin Merkel spricht davon, dass die VW-Fabrik in Zwickau zu einem „Eckpfeiler der Automobilindustrie“ in Sachen Zukunftssicherung werden könne. Es sei vorbildhaft, dass sich Volkswagen bei der Einführung der Elektromobilität an die Spitze der Automobilindustrie setze. Die Politik wolle die Elektromobilität auf zwei Wegen unterstützen: beim Aufbau der Ladeinfrastruktur und durch mehr Kaufanreize für die Elektroautos.

    Teil eines umfassenden Transformationsprozesses

    Über das gesamte Land verteilt müsse es ausreichend Ladepunkte geben. In den kommenden Jahren werde die Bundesregierung dafür 3,5 Milliarden Euro bereitstellen, das allerdings begrenzt bis zum Jahr 2025. „Dann muss daraus ein eigenständiges Geschäftsmodell geworden sein“, betont die Kanzlerin. Von der Politik könne es nur für die Anlauffinanzierung Geld geben.

    50.000 Ladepunkte müssten jetzt schnell eingerichtet werden, um ausreichend Akzeptanz für E-Autos zu schaffen. Bislang gibt es in Deutschland nur etwa 20.000. Im Jahr 2030 soll es eine Million sein.

    Genehmigungsverfahren für neue Ladesäulen müssen aus Sicht der Kanzlerin schneller abgeschlossen werden, bis zu zwei Jahre seien zu viel. Zudem würden von 2021 an kleinere Elektroautos unterhalb von 40.000 Euro Kaufpreis verstärkt gefördert.

    Mit dem Produktionsbeginn in Zwickau macht der VW-Konzern ernst mit seinem Einstieg in das Elektrozeitalter. Die Fabrik in Sachsen und das neue Elektroauto ID.3 sind nur der Anfang eines viel umfassenderen Transformationsprozesses, den der Wolfsburger Autohersteller in den kommenden zehn Jahren vor sich hat.

    „Mit dem Produktionsstart des ID.3 bricht für Volkswagen eine neue Ära an“, sagt Thomas Ulbrich, im VW-Markenvorstand verantwortlich für den Produktionsbeginn in Zwickau. Das neue Elektroauto leite eine Entwicklung ein, die mit dem Produktionsstart von Golf und Käfer vergleichbar sei – den beiden anderen Ikonen aus der VW-Modellhistorie.

    Grafik

    Auch für Branchenbeobachter steht fest, dass der Einstieg in die Elektromobilität nicht mehr umkehrbar sein wird. „Die E-Mobilität steht angesichts serienreifer neuer Modelle wichtiger Automobilhersteller und dem regulativen Druck in verschiedenen Ländern vor einem breiten Marktdurchbruch in den Jahren 2020 und 2021“, sagt Stefan Bratzel, Automobilprofessor am Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.

    Unter „regulativem Druck“ versteht der Experte in erster Linie die neuen Emissionsgrenzen für Kohlendioxid, allen voran in der Europäischen Union. Im kommenden Jahr tritt eine deutliche Verschärfung in Kraft. Die Automobilhersteller können gar nicht anders, als mit der Großserienproduktion von neuen Elektromodellen zu beginnen. Mit konventionellen Benzin- und Dieselmotoren wären sie überhaupt nicht in der Lage, die neuen Vorgaben zu erfüllen. „Wir bauen jetzt die Autos so, wie es uns von der Politik vorgeschrieben wird“, sagt ein Wolfsburger Konzernmanager.

    Zwickau ist so etwas wie eine Blaupause dessen, was auf den Volkswagen-Konzern und die gesamte Automobilindustrie zukommen wird. Nach und nach werden immer mehr Fabriken auf die Fertigung von Elektroautos umgestellt, die klassischen Verbrennerfahrzeuge werden nach und nach an Bedeutung verlieren.

    In den nächsten drei bis vier Jahren wird beispielsweise Volkswagen auch die eigenen Werke in Emden und in Hannover auf die E-Fertigung umstellen. Zwei neue Fabriken für Elektroautos entstehen genauso in China, außerdem ist eine weitere Produktionsstätte in den USA in Vorbereitung.

    Tesla-Herausforderung angenommen
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    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was mich wundert, ist, dass PSA bei dem Namen des Modells die Füße stillhält.
      Schließlich war der Vorläufer der Göttin (DS) die Idee (ID).
      Normal sind die doch hinter Markenrechtsverletzungen her wie der Teufel hinter der nackten Seele. Alle Autokonzerne.
      Ich erinnere mich noch an das Touran-Debakel. Wartet PSA bis nach der Fusion, um mit mehr Wucht angreifen zu können? Oder warten die mal ab, wie die neue VW-Marke einschlägt? Warum sollten die ihre Marke von der Konkurrenz plündern lassen?

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