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Elektromobilität Deutschland überholt E-Mobilitäts-Vorreiter Norwegen

Norwegen war bislang Europas Vorreiter bei Elektroautos. Nun übernimmt Deutschland die Position. Doch global gesehen bleiben China und USA die größten Märkte.
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Das skandinavische Land gilt als Vorreiter für neue Antriebsarten. Quelle: AFP/Getty Images
Elektromobilität in Norwegen

Das skandinavische Land gilt als Vorreiter für neue Antriebsarten.

(Foto: AFP/Getty Images)

Düsseldorf Deutschland ist zum größten Markt für Elektroautos in Europa aufgestiegen und hat damit das seit Jahren führende Norwegen überholt. Von Januar bis Juni sind in der Bundesrepublik 48.000 E-Fahrzeuge zugelassen worden, in Norwegen waren es nur 44 000. Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) im rheinischen Bergisch Gladbach hervor. Global gesehen bleiben allerdings China und die USA mit Abstand die größten Märkte für Elektrofahrzeuge. In der Untersuchung werden die Verkäufe von Hybriden und rein batteriegetriebenen Autos zusammengefasst.

„Die Elektromobilität steht auf den wichtigsten Automobilmärkten der Welt vor dem Durchbruch“, kommentierte CAM-Professor Stefan Bratzel die jüngsten Zulassungsergebnisse. Dieser Durchbruch werde allerdings erst vom kommenden Jahr an in den Zulassungszahlen so richtig ablesbar sein. Die aktuellen Verkaufszahlen seien gestiegen, obwohl der gesamte Fahrzeugabsatz in vielen Regionen der Welt wegen konjunktureller Probleme stagniere oder sogar zurückgehe.

In Europa gilt Norwegen als Vorreiterland in Sachen Elektromobilität. Mit Hilfe staatlicher Unterstützung, einer zügig ausgebauten Ladeinfrastruktur und einem großen Anteil an umweltfreundlich in Wasserkraftwerken produziertem Strom ist es den Skandinaviern gelungen, den Verkauf von E-Autos ganz entscheidend zu steigern. Der Anteil der Elektrofahrzeuge an allen Pkw-Neuzulassungen hat dort inzwischen die Grenze von 50 Prozent überschritten. In keinem anderen Land der Welt besitzen E-Autos eine solch große Bedeutung.

Deshalb ist der erste Platz für Deutschland in Sachen europäischer Elektromobilität mit einer gehörigen Portion Vorsicht zu betrachten. „Mit Blick auf die absoluten Zulassungszahlen ist den Autoherstellern in Deutschland ein Achtungserfolg gelungen“, sagte CAM-Professor Bratzel. Einen großen Anteil habe daran die Einführung des Model 3 von Tesla im Frühjahr, mit dem der amerikanische Elektroautohersteller den Massenmarkt bedienen will.

Anteilsmäßig auf alle Neuzulassungen bezogen liegt Deutschland noch deutlich hinter den Elektroprotagonisten aus Norwegen. Denn hierzulande kommen die E-Fahrzeuge gerade einmal auf einen Anteil von 2,6 Prozent bei allen verkauften Neuwagen. Einen vergleichsweise großen Anteil haben die E-Fahrzeuge inzwischen in den Niederlanden erreicht: Dort liegt die Elektroquote bei 8,9 Prozent.

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Die Experten vom Center of Automotive Management kalkulieren damit, dass sich der Aufwärtstrend bei den E-Fahrzeugen in diesem und erst recht in den kommenden Jahren unverändert fortsetzen wird. In Deutschland dürfte die Zahl der Elektroneuzulassungen bis Ende Dezember bei knapp 100.000 liegen, so die CAM-Prognose.

Im nächsten Jahr halten sie dann eine Verdoppelung auf dem deutschen Markt auf etwa 200.000 Fahrzeuge für realistisch. Bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts sei eine weitere Verdreifachung auf gut 600.000 Fahrzeuge absehbar. Durchschnittlich werden in jedem Jahr in Deutschland etwa 3,4 bis 3,5 Millionen Neuwagen zugelassen.

Das deutlich steigende Angebot an Elektrofahrzeugen ist für CAM-Professor Bratzel das wichtigste Argument, dass es in den kommenden Jahren tatsächlich so deutlich bei den E-Autos nach oben gehen wird. So startet etwa Volkswagen in seinem Werk in Zwickau Ende dieses Jahres mit der Produktion der neuen ID-Familie.

Das sind Elektroautos, die ausschließlich für den Batterieantrieb entwickelt wurden und für die keine technischen Kompromisse eingegangen werden müssen, um etwa noch für einen Teil der laufenden Produktion Verbrennungsmotoren zu verwenden. Der VW-Konzern will im nächsten Jahr etwa 100.000 dieser rein batteriegetriebenen Autos verkaufen, lautet dazu die Ankündigung aus Wolfsburg.

Auch aus regulatorischen Gründen strengen sich die Automobilhersteller an, in recht kurzer Zeit viele neue E-Autos auf den Markt zu bringen. Denn 2020/21 treten in Europa neue Obergrenzen für Kohlendioxid-Emissionen in Kraft. Batteriegetriebene Autos werden als Nullemission-Fahrzeuge angerechnet. Wer viele solcher Modelle im Angebot hat, kann Bußgeldern in Milliardenhöhe aus dem Weg gehen.

Nach absoluten Zahlen sind China und die USA im weltweiten Vergleich die wichtigsten Absatzmärke für Elektroautos. In der Volksrepublik sind davon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 630.000 Exemplare verkauft worden. Die Hersteller von E-Autos kommen damit in China auf einen Anteil von 5,1 Prozent. In den Vereinigten Staaten haben die Zulassungsstatistiker im ersten Halbjahr knapp 150.000 E-Autos gezählt, was einer Quote von 1,8 Prozent entspricht. Die USA schneiden relativ gesehen schlechter als Deutschland ab.

Mehr: Tesla befindet sich in der Liquiditätsfalle – scheitert der Elektropionier?

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2 Kommentare zu "Elektromobilität: Deutschland überholt E-Mobilitäts-Vorreiter Norwegen"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Was zaehlt ist der Prozentsatz an E-Autos zu den Verbrennern, und da ist D weiterhin
    sehr hinterher.

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