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Elektromobilität Dyson will den Tesla-Konkurrenten in Singapur bauen

Die Ankündigung von Dyson, ein eigenes Elektroauto zu bauen, war nicht nur heiße Luft. Der Tesla-Konkurrent soll in Asien gebaut werden.
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Dyson will den Tesla-Konkurrenten in Singapur bauen Quelle: Reuters
Mehr als Staubsauger

Dyson will nicht nur futuristische Staubsauger, sondern künftig auch Autos bauen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer britische Elektronikriese Dyson will Tesla in einem der lukrativsten Elektroautomärkte der Welt attackieren. Wie die Briten am Dienstag mitteilten, will der Staubsaugerhersteller sein erstes Elektroauto in Singapur bauen.

Im Jahr 2020 soll der Bau des Werks abgeschlossen sein, heißt es in der Mitteilung. Mit einem Investment von zwei Milliarden Pfund (2,27 Milliarden Euro) will der Hersteller, der bisher vor allem für Handtrockner und Staubsauger bekannt ist, schon 2021 in den Markt für Elektroautos einsteigen.

Dass als Produktionsstandort ausgerechnet Singapur gewählt wurde, überrascht auf den ersten Blick. Denn im asiatischen Stadtstaat steht bislang kein einziges Autowerk. Mit Ford schloss 1980 der letzte Autohersteller sein Werk in Singapur.

Der Standort gilt darüber hinaus als relativ teuer und der Markt ist mit sechs Millionen Einwohnern überschaubar. Wegen der strengen Zulassungsregeln kosten Autos in Singapur etwa viermal so viel wie in den USA. Doch vor allem die Infrastruktur soll Dyson überzeugt haben.

Denn Singapur verfügt über den zweitgrößten Containerhafen der Welt – mit bestem Anschluss an den lukrativen chinesischen Markt, mit dem Singapur ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Schon heute beschäftigt Dyson am Standort 1100 Mitarbeiter und bedient den asiatischen Markt. Rund drei Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Dyson in Asien.

Außerdem ist mit dem Turbinenhersteller Rolls-Royce ein weiteres britisches Hochtechnologieunternehmen in Singapur zu Hause. „Die Entscheidung, wo wir unser Auto bauen wollen, war komplex“, betont Dyson-Chef Jim Rowan. Besonders die Expertise vor Ort sei entscheidend gewesen.

Darüber hinaus dürfte die Standortwahl aber auch mit der Skepsis des Firmengründers James Dyson zusammenhängen. Der hatte China in der Vergangenheit mehrfach einen fragwürdigen Umgang mit dem geistigen Eigentum ausländischer Unternehmen unterstellt. In Singapur fühlt der Brite sich sicherer vor Ideendiebstahl.

Die Konkurrenz ist da weniger zurückhaltend: Tesla hatte zuletzt angekündigt, direkt in China – in der Nähe von Schanghai – ein eigenes Werk für den chinesischen Markt zu bauen. Und auch BMW hatte zuletzt die Mehrheit an einem Joint-Venture mit dem chinesischen Partner Brilliance übernommen und die Kapazität der Werke ausgebaut, um Elektroautos direkt vor Ort zu fertigen.

Von Januar bis September haben die Elektroverkäufe in China um 80 Prozent auf 718.000 Fahrzeuge zugelegt, zeigt die jüngste Statistik des Center of Automotive Management der Fachhochschule Bergisch-Gladbach (FHDW). Der Marktanteil von Elektroautos ist in China mit 3,5 Prozent schon heute höher als in den meisten anderen Weltregionen.

Und das Potenzial scheint noch größer: Bis mindestens 2040 bleibe China der wichtigste Elektroautomarkt der Welt, sagt der Branchendienst Bloomberg BEF voraus. Dann sollen die Hälfte aller weltweit verkauften Fahrzeuge elektrisch unterwegs ein. Es gehe um einen Markt von 559 Millionen Autos.

Mit der Ankündigung, ein eigenes Elektroauto bauen zu wollen, tritt Dyson auch direkt in Konkurrenz mit den deutschen Autoherstellern BMW, Daimler und VW, die ihre Elektrooffensive ebenfalls in den kommenden Jahren starten wollen.

Offen ist allerdings immer noch, wie das Auto aussehen soll, mit dem Dyson in den Automarkt einsteigen will. 400 Entwickler arbeiten am Testgelände im englischen Hullavington an einem serienreifen Modell. Nach früheren Informationen der „Financial Times“ könnten ab 2021 allerdings zunächst nur einige tausend Fahrzeuge mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus gebaut werden, um die Zuliefererkette aufzubauen und den Markt zu erkunden.

Erst zwei bereits geplante weitere Modelle mit den hauseigenen Feststoff-Batterien solle es in erheblich größeren Stückzahlen geben.

Mit Bloomberg

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