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Elektromobilität Holländische AMG plant erste Lithium-Raffinerie in Deutschland

Der niederländische Konzern will einen wichtigen Teil der Wertschöpfung für Elektroautos nach Deutschland holen. Sachsen-Anhalt kann auf Millionen hoffen.
14.11.2019 - 11:40 Uhr 1 Kommentar
AMG will das sogenannte „technische“ Lithiumhydroxid zunächst aus Brasilien einführen.
Lithium-Mine von AMG in Brasilien

AMG will das sogenannte „technische“ Lithiumhydroxid zunächst aus Brasilien einführen.

Frankfurt Der niederländische Konzern Advanced Metallurgical Group (AMG) plant den Bau einer Raffinerie für Lithiumhydroxid in Zeitz in Sachsen-Anhalt. Dort soll das Metall so aufbereitet werden, dass es in der Produktion für Elektroauto-Batterien eingesetzt werden kann. Nach Unternehmensangaben wäre das die erste Anlage deutschlandweit, die Lithiumhydroxid in einem Reinheitsgrad herstellen kann, der für die Batteriezellfertigung nötig ist.

Dafür will AMG einen zweistelligen Millionenbetrag in Deutschland investieren, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Für Deutschland spreche neben den gut ausgebildeten Fachkräften die Nähe zu den Abnehmern, sagt Stefan Scherer, Projektverantwortlicher und Chef der Deutschland-Tochter von AMG. „Es hat ein Umdenken stattgefunden. Die Automobil- und Batteriehersteller haben festgestellt, dass es durchaus Sinn macht, Batterien für Elektroautos in Europa zu bauen und hier zu etablieren.“

Lithiumhydroxid wird für die Herstellung von Kathoden benötigt, einem zentralen Bestandteil einer Batterie. Die Produktion von Hydroxid in der für die Zellfertigung nötigen Reinheit wäre ein weiterer wichtiger Schritt in der Produktion von Elektroautos für Deutschland.

So hat Tesla gerade erst angekündigt, seine Autos in einer Gigafactory bei Berlin bauen zu wollen. CATL, einer der weltgrößten Produzenten von Batteriezellen, plant ein Werk in Erfurt. Schon heute sind deutsche Chemieunternehmen, beispielsweise BASF, bei der Herstellung von Kathoden für Batteriezellen führend.

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    Die Nachricht, dass in Zeitz künftig Lithiumhydroxid raffiniert werden soll, dürfte auch im Erzgebirge mit Interesse verfolgt werden. Dort plant die Deutsche Lithium den Bau einer Mine für den Abbau des Leichtmetalls. Werden all diese Projekte Wirklichkeit, könnte in Zukunft die gesamte Wertschöpfung, vom Abbau des Rohstoffs bis zur Produktion des E-Autos, in Deutschland erfolgen.

    Bis es so weit ist, dürfte es jedoch noch etwas dauern: Ende des Jahres will AMG mit den technischen Planungen für die Raffinerie beginnen, in zwei bis drei Jahren soll die Fabrik ihre Produktion aufnehmen können. „Wir sind überzeugt, dass die Raffinerie genau zum richtigen Zeitpunkt kommt“, sagt Scherer.

    AMG betreibt bereits seit Kurzem ein Labor in Frankfurt, in dem das Unternehmen an Batteriemetallen forscht. Insgesamt will das Unternehmen bis zu 60 Millionen Euro in seine Standorte in Deutschland investieren. Das Vorprodukt, sogenanntes „technisches“ Lithiumhydroxid, will AMG zunächst aus Brasilien einführen, wo das Unternehmen auch eine Mine betreibt.

    Wie hoch die Kapazität der Raffinerie in Deutschland ausfallen soll, verrät AMG noch nicht. Nur so viel: Bei Bedarf könne die Kapazität leicht aufgestockt werden. Bislang sind die Batteriehersteller extrem abhängig von Lithiumhydroxid aus China. So sagt Andrew Miller, Lithium-Experte beim Analysehaus Benchmark Minerals: „Das Angebot außerhalb Chinas ist sehr gering.“

    Das Lithiumhydroxid, das außerhalb Chinas hergestellt werde, sei meist nicht dafür geeignet, in Batterien für Elektroautos weiterverarbeitet zu werden. „Wegen der Dominanz Chinas in der Wertschöpfungskette suchen viele Endkunden nach einem Weg, ihren Nachschub langfristig zu diversifizieren.“

    Aus Sicht von Joe Lowry, einem langjährigen Manager bei US-Lithiumproduzenten und einem der führenden Experten auf dem Gebiet, ist die Investitionssumme von AMG in Deutschland eher gering. „Sie werden mehr Geld ausgeben müssen, um eine Fabrik mit einer nennenswerten Größe bauen zu können.“ So plane ein großer chinesischer Hersteller aktuell eine Lithium-Raffinerie in Australien – für das Zehnfache der Summe.

    Mehr: Boliviens Regierung hat ein Joint Venture zur Lithium-Gewinnung mit der schwäbischen ACI-Gruppe annulliert. Erst vor einem Jahr war das Joint Venture ins Leben gerufen worden.

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    1 Kommentar zu "Elektromobilität: Holländische AMG plant erste Lithium-Raffinerie in Deutschland"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn ich mir dieses Bild anschaue, dann frage ich mich, was da mit der Umwelt passiert. Aber: dann kann die "umweltfreundliche" E-Mobilität voran getrieben werden.

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