Elektromobilität Querköpfe erobern die Autoindustrie

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Hunderte Neugründungen

Die Branche erlebt deshalb einen Gründerboom wie zuletzt bei der Erfindung des Verbrennungsmotors. Allein in China wurden in den vergangenen Jahren rund 200 Elektro-Start-ups gegründet, darunter ambitionierte Projekte wie Nio, Faraday Future und die Future Mobility Corporation. Die steigende Zahl der Gründungen beunruhigte zuletzt die chinesischen Behörden so sehr, dass man eine Lizenz für die Elektrotüftler einführte, um gewisse Qualitätsstandards zu garantieren.

Auch in Deutschland gibt es etliche neue Anbieter, die sich mit der etablierten Industrie messen. Der Streetscooter der Deutschen Post schickt sich schon im ersten vollständigen Produktionsjahr an, zum erfolgreichsten Elektrotransporter des Landes zu werden.

Am Mittwoch verkündete die Deutsche Post sogar, eine zweite Fabrik für ihren Elektro-Transporter Streetscooter im nordrhein-westfälischen Düren zu eröffnen - in der leerstehenden Halle eines Automobilzulieferers. Die Post fertigt die Transporter bereits in Aachen, wegen der wachsenden Nachfrage soll der neue Standort im kommenden Jahr seine Produktion aufnehmen. Dann soll die Jahresproduktion auf 30.000 Fahrzeuge steigen.

So sieht BMWs elektrische Zukunft aus
Präsentation des BMW i Vision Dynamics auf der IAA
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BMW plant eine Elektroauto-Offensive. Bis 2025 wollen die Münchner 12 reine E-Mobile im Programm haben. Geplant sind außerdem 13 Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb.

Der Startschuss fällt auf der IAA in Frankfurt (14. bis 24. September), wo auch diese Studie eines rein elektrischen BMW-Viertürers präsentiert wird, der nach 2020 auf den Markt kommen könnte...

BMW i8
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BMW zählt mit i3 und i8 zu den Vorreitern des elektrifizierten Antriebs in Deutschland. Mit Ankündigungen neuer Modelle hatten sich die Münchner zuletzt aber eher zurückgehalten. Die postulierte Elektro-Offensive soll nun nicht nur Konkurrent Tesla etwas entgegensetzen, sondern auch Mercedes und Audi, die bereits neue E-Modelle angekündigt haben...

BMW i3s und der Elektro-Scooter namens Link
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Bereits in Kürze zu kaufen ist der geliftete BMW i3 und die erstmals aufgelegte Sportvariante i3s...

BMW Vision i Dynamics
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Mit dem Konzeptfahrzeug verbindet BMW seine Elektrosparte mit den Markenkernwerten: Das viertürige Gran Coupé i Vision Dynamics ist optisch dynamisch-elegant und fährt elektrisch: Mit einer Reichweite von 600 Kilometer, mehr als 200 km/h Spitzengeschwindigkeit und einer Beschleunigung von 4,0 Sekunden beim Standardsprint auf 100 km/h.

BMW Vision i Dynamics
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Die klassischen BMW-Proportionen sind in der Silhouette weiterentwickelt: langer Radstand, fließende Dachlinie und kurze Überhänge. Aerodynamische Anforderungen, wie kaum sichtbare Fugen oder die bündige Integration der Scheiben, prägen die Optik mit.

BMW Vision i Dynamics
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Waren der Elektro-Kleinwagen i3 und der Hybrid-Sportler i8 elektrifizierte Extreme des Produktportfolios, bildet die nun gezeigte Studie die Verbindung zwischen klassischen BMWs und künftiger E-Mobilität. „Damit zeigen wir auf, wie die Produktpalette und die Formensprache von BMW i in anderen Konzepten weiterentwickelt werden kann“, so Designchef Adrian van Hooydonk. BMW will 2025 schon 25 Modelle mit elektrifiziertem Antrieb anbieten, davon zwölf rein elektrisch, 13 als Hybride.

BMW Vision i Dynamics
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Die für das Markengesicht typische Doppelniere in der Front ist geschlossen, dahinter liegt Sensorik des Fahrzeugs. Das klassische Vieraugengesicht ist in den LED-Scheinwerfern sehr reduziert interpretiert. Prominentestes Merkmal im Heck sind L-förmige Heckleuchten. Die eingezogene Fahrgastzelle sorgt für breite Schultern und einen soliden Stand.

Der Erfinder des Streetscooters arbeitet unterdessen bereits an einem Projekt, das noch radikaler demonstriert, wie stark Kosten für den Einstieg in die Autobranche gesunken sind. Mit seinem neuen Unternehmen „Ego Mobile“ will Professor Günther Schuh von der RWTH Aachen schon im kommenden Jahr einen elektrischen Kleinwagen für 15.000 Euro verkaufen. Gebaut wird es in Kleinserie.

Für die Entwicklung hat das Unternehmen nach Auskunft von Schuh gerade einmal 30 Millionen Euro investiert. „In brutaler Konsequenz“ habe man das Modell so entworfen, dass es auch bei niedrigen Stückzahlen gebaut werden kann. Statt aus Blech wird sein Modell beispielsweise aus Kunststoff gebaut. Damit kommt die Produktion ohne Presswerk und Lackiererei aus.

Direktvertrieb statt Händlernetz
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17 Kommentare zu "Elektromobilität: Querköpfe erobern die Autoindustrie"

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  • ... alle M ö g l i c h k e i t e n , natürlich. Sorry.

  • Wäre schön, wenn man sich einfach darauf konzentrieren könnte, alle Mögliche auszuprobieren. Also nicht gleichzeitig ständig das Geld (bzw. die "Kosten") im Auge haben müsste.

    Es gibt schließlich wichtigere - da tatsächlich knappe – Ressourcen, die man im Blick behalten muss (und noch ein paar andere Dinge, die ebenfalls unbedingt berücksichtigt werden müssen).

    Letztlich kommt man ohnehin nur mit der „Trial-and-Error-Methode“, also nach vielen (Fehl-)versuchen, aus denen man lernen kann, zu einem optimalen Ergebnis.

    Hauptsache, man geht zielgerichtet vor. Vorausgesetzt natürlich, man hat das richtige Ziel.

    Aber darüber, was das richtige Ziel ist, dürfte immerhin grenzüberschreitend weitestgehender Konsens herrschen.

  • Wir haben einen E-Golf in der Tiefgarage meines Arbeitgebers stehen. Der war nach 40.000 km noch nie an einer öffentlichen Tankstelle.

    Wenn ich mir ein Elektroauto kaufe, werde ich vermutlich weniger als ein Mal im Jahr an einer öffentlichen Tankstelle stehen. Das heißt ich würde mit einem Elektroauto jährlich mehr als vier Stunden Zeit fürs Tanken sparen.

  • Herr Peter Kastner - 28.09.2017, 08:46 Uhr

    Wir haben nicht nur potentielle Tankstellen in Fußballplatzgröße sondern in Städtegröße. Oder haben Sie keinen Parkplatz vor der Haustür oder dem Arbeitsplatz und eine Steckdose dazu? Die eine Kilowattstunde, mit der Sie und die Nachbarn das Stromnetz belasten, wenn sie nachts oder tagsüber die verbrauchten 10 kWh wieder aufladen sind für unser Stromnetz Kinderkram. In jeder Halbzeitpause eines Länderspiels wird es mehr belastet.

    Das Netz mit Lademöglichkeiten wird für die Fahrzeuge benötigt, die weite Strecken fahren und abends nicht in der heimischen Garage stehen. Das ist nur ein Bruchteil der vorhandenen PKW.

  • Am Anfang sind alle Geldverbrennungsmaschinen

  • Welch reißerische Überschrift, um danach über ein paar zehntausend Fahrzeuge zu berichten, die im Jahr produziert werden. Selbst der "Marktführer" Tesla" ist zur Zeit noch eine reine Geldverbrennungsmaschine und der Rest sind Nischenanbieter. Vertreiben kann man die Autos direkt, aber wie sieht es mit dem Service aus. Einschicken kann man die Auto ja schlecht. Außerdem ist der batteriegetriebene Elektromotor nur am Einsatzort ökologisch, ansonsten eine einzige Katastrophe

  • In der freien Wirtschaft kann jeder das Geld seiner Aktionaere verbrennen, wie z. B.
    die hochgelobte Tesla. Ich wuerde keine Aktien von Dyson kaufen, nachdem dieser
    sich bei Autos engagieren will.

  • ELEKTROMOBILITÄT
    Querköpfe erobern die Autoindustrie
    von:
    Lukas Bay
    Datum:
    28.09.2017 06:10 Uhr
    Selbst der Staubsaugerhersteller Dyson will nun Elektrofahrzeuge bauen. Nie war es leichter, eine eigene Automarke zu gründen. Doch Erfolg haben die Neulinge bislang nur in der Nische.

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    NISCHE HIN ODER NISCHE HER !!!

    AUDI ist AUCH HEIMLICH IN DER HINTERSTE ECKE DER WERKSTATT VON VW ENTSTANDEN ???

    Man erkundige sich bitte genau wie so manche Marke entstand !!!

  • "Querköpfe erobern die Autoindustrie"

    Nicht nur die, die ganze Welt der Wirtschaft und Politik. So lange, bis irgendwann hoffentlich jeder zum "Querkopf" geworden ist.

    Es wird nämlich Zeit, dass man sich von der (George W. Bush zugeschriebenen, in "linken" Kreisen aber mindestens ebenso beliebten) Devise "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" frei macht.

    Sonst kommen wir nämlich alle miteinander nicht weiter.

    Sondern nur, wenn jeder wirklich seine eigenen Entscheidungen treffen - und sich zu diesem Zwecke selbst informieren - muss.

  • Ab einer unbestimmten Zahl fahrender (nicht nur zugelassener ) Elektro-Autos ,
    wird es eine Studie geben , die belegt , dass durch Elektro-Smog weit mehr gesundheitliche Schäden entstehen als bisher bekannt ! Was dann ?

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