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Elektromobilität „Ladestrom muss billiger sein als Diesel“: VDA fordert Elektro-Gipfel

Verbandschefin Müller möchte einen „Ladenetz-Gipfel mit allen Playern“ – noch vor Weihnachten. Ziel ist ein besserer Ausbau der Ladeinfrastruktur.
13.11.2020 - 07:41 Uhr 3 Kommentare
Die Verbandschefin will ein baldiges Spitzentreffen. Quelle: dpa
Hildegard Müller

Die Verbandschefin will ein baldiges Spitzentreffen.

(Foto: dpa)

Berlin Das deutsche Netz der Ladesäulen für E-Autos muss aus Sicht der Autoindustrie schleunigst ausgebaut werden. Die Weichen dazu sollen nach den Vorstellungen des Branchenverbandes VDA zügig bei einer Konferenz mit Bund, Ländern und Kommunen sowie Vertretern weiterer Branchen gestellt werden. „Ich möchte einen Ladenetz-Gipfel mit allen Playern, und der sollte noch vor Weihnachten stattfinden“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitagausgaben).

Daran sollten laut Müller außer Bund, Ländern und Kommunen auch Gebäudewirtschaft, Mineralölfirmen, Parkhausbetreiber und Flughäfen teilnehmen. „Wir brauchen die neuen Akteure am Tisch, alle, die für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur mitziehen müssen.“ Zu den wichtigen Themen gehörten beschleunigte Planungsverfahren und erleichterte Genehmigungen für Ladestationen an Tankstellen, der Ausbau des Ökostroms und eine Befreiung des Ladestroms von der EEG-Umlage. „Ladestrom muss billiger sein als Diesel“, sagte Müller und forderte zudem von den Städten und Gemeinden: „Jede Kommune sollte jetzt einen Ausbauplan für Elektromobilität vorlegen, jeder Bürgermeister muss das ganz oben auf die Agenda setzen.“

Die Nachfrage nach E-Autos boomt nicht nur hierzulande, auch wegen erhöhter staatlicher Kaufprämien, die die Nachfrage inmitten der Corona-Pandemie ankurbeln sollen. Im Oktober lag die Zahl neu zugelassener Pkw mit Elektro- oder Plug-In-Hybrid-Antrieb nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) bei fast 48 000. Das entspricht einem Marktanteil in dem Monat von 17,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Januar war es mit gut 16.000 Autos noch ein Marktanteil von 6,7 Prozent. Die Bundesregierung hält sieben bis zehn Millionen E-Autos auf deutschen Straßen in Deutschland bis 2030 für notwendig, um Klimaschutzziele zu erreichen.

Von diesem Ziel ist der Autoverkehr allerdings noch weit entfernt: Anfang 2020 waren im gesamten Pkw-Bestand von 47,7 (2019: 47,1) Millionen lediglich 0,5 (0,3) Prozent reine E-Autos oder Plug-In-Hybride. Nachholbedarf sehen Experten vor allem beim Ladenetz. Unlängst hatte der europäische Herstellerverband Acea darauf hingewiesen, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht mit der stark wachsenden Nachfrage nach E-Autos Schritt halte.

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    Wenn das so bleibe, werde das Interesse der Kunden schnell wieder sinken, „und das wäre nicht gut für die Klimaziele“, beklagte Müller. Aktuell stehe im Schnitt für 13 Elektroautos ein Ladepunkt zur Verfügung, schon in einem halben Jahr müssten sich voraussichtlich 20 Autos einen teilen. Müller nannte als Beispiel den neuen Hauptstadtflughafen BER, der bei 18 000 Parkplätzen nur 20 Ladestationen habe. „Das kann nicht deren Ernst sein“, sagte Müller.

    Mehr: Volkswagen schlägt Alarm – „Das Ladenetz ist ausgereizt“.

    • dpa
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    3 Kommentare zu "Elektromobilität: „Ladestrom muss billiger sein als Diesel“: VDA fordert Elektro-Gipfel"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mit dieser VDA-Initiative scheint der Turnaround in den Köpfen der Autoindustriellen endlich vollzogen. Das sind offensichtlich keine Lippenbekenntnisse mehr. Ab jetzt dreht sich der Wind und die Industrie treibt die Politik zu den erforderlichen Maßnahmen an, die diese anscheinend aus Angst vor der eigenen Courage bisher nur zögerllich verfolgt hat. Mit Oberbremser Andreas Scheuer an der Spitze. Anstelle über Ersatztreibstoffe für Verbrenner zu fabulieren sollte jetzt mit Macht die Stromversorgung der vielen neuen batteriegetriebenen Fahrzeuge vorankommen. Bisher können vielfach nur Hausbesitzer uneingeschränkt und kostengünstig mit Strom tanken. Die vielen Städter, die über kein Wohneigentum verfügen schauen derzeit noch zu oft 'in die Röhre'.
      Stromanbieter sollten verpflichtet werden den Fußweg zur nächsten freien Ladestätion in weniger als 10 Minuten zu gewährleisten. Und diese sollten in ausreichender Menge entsprechend der Zahl der Elektrofahrzeuge pro Stadtteil zur Verfügung stehen. Man kann doch nicht ersthaft erwarten, dass die Elektroautofahrer sich in ausreichendem Maße an Supermärkten bedienen können. Die lassen nächtens in sehr vielen Fällen sowieso keine Fahrzeuge auf ihrem Grund parken. Und abgelegene Gewerbegebiete sind nicht nur für Fahrerinnen am frühen Morgen oder am Abend nicht zu empfehlen.

    • @ H. Peter Michael,
      traurig, traurig, aber wahr.

    • Die Elektromobilität ist einfach noch nicht konkurrenzfähig, und da bringt im Ergebnis auch eine abermalige, Erhöhung der Subventionierung dieser Technologie nichts.
      Wir brauchen nur diesen unnötigen Atomausstieg zu vertagen und schon haben wir weniger Schadstoffausstoß, wenn wir es mit dem CO2-Ausstoss wirklich ehrlich meinten.
      Andere Länder (Holland, Schweden, Finnland, Russland, Großbritannien, Frankreich, China u.a.) sind da schlauer als wir und nutzen die weiterentwickelte Technologie.
      In unserer ausufernden Staatsplanwirtschaft hat man diesen Mut nicht.

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