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Elektromobilität Neues Tesla-Modell fängt Feuer während der Fahrt – Anwalt fordert Verkaufsstopp

Bei der Weltpremiere nannte Tesla-Chef Elon Musk das Luxusauto „sicherer als Volvo und schneller als Porsche“. Nun ist ein Exemplar davon in Flammen aufgegangen.
02.07.2021 Update: 02.07.2021 - 15:51 Uhr 2 Kommentare
Der Wagen des US-Elektroautopioniers wird erst seit Juni ausgeliefert. Quelle: VIA REUTERS
Tesla-Topmodell „S Plaid" in Flammen

Der Wagen des US-Elektroautopioniers wird erst seit Juni ausgeliefert.

(Foto: VIA REUTERS)

San Francisco, Düsseldorf Ein gerade ausgeliefertes neues Tesla-Topmodell „S Plaid“ ist nach Angaben eines Anwalts in Flammen aufgegangen. Der Fahrer, ein Unternehmenschef, habe sich nur unter Einsatz von Gewalt aus dem brennenden Fahrzeug retten können, weil das elektrische Türschloss blockierte, erklärte dessen Anwalt Mark Geragos am Freitag.

Der Wagen sei kurz nach dem Anrollen in einem Wohngebiet in Pennsylvania zu einem Feuerball geworden. „Das war eine grauenhafte und entsetzliche Erfahrung“, sagte Geragos. Tesla nahm dazu auf Anfrage nicht unmittelbar Stellung.

Der neueste Luxuswagen des US-Elektroautopioniers wird erst seit Juni ausgeliefert. Mit einem Preis ab umgerechnet 109.000 Euro und rasanter Beschleunigung konkurriert S Plaid zum Beispiel mit dem Porsche Taycan. Pro Woche sollen 1000 Exemplare vom Band rollen.

Das Topmodell ist damit nicht von der Stückzahl, aber als Imageträger wichtig für die Kalifornier. Denn mit der wachsenden Konkurrenz müsse Tesla stärker darum kämpfen, dass die Kunden nicht zu anderen Marken wechseln, erklärte Ed Kim, Branchenexperte von Auto Pacific, zur Weltpremiere Mitte Juni.

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    Tesla Plaid S sollte Anführer im Luxussegment werden

    Seine Oberklasse-Modelle S und X hatte Tesla seit 2012 nicht mehr grundlegend überarbeitet. Konkurrenten wie Audi mit dem E-Tron oder Porsche mit dem Taycan sind vorbeigezogen. Seit Anfang dieses Jahres produziert Tesla seine angestaubten Modelle gar nicht mehr.

    Zwar ist Tesla noch immer der wertvollste Autobauer der Welt, auch nachdem die Aktie seit ihrem Jahreshöchststand Ende Januar 30 Prozent ihres Werts verloren hat. Doch auch die Konkurrenten von Mercedes bis Ford drängen mit neuen Modellen in Teslas Spur und wollen dem Elektropionier weltweit Marktanteile abjagen.

    Am Freitag meldete Tesla für das abgelaufenen Quartal die Rekordauslieferung von 201.250 Autos. Damit wurde der Rekord von 184.800 Fahrzeugen aus dem Vorquartal gebrochen. Trotz der starken Zuwächse blieben die Zahlen aber leicht unter den Markterwartungen.

    Das neue Modell S Plaid sollte nun alle überholen. Konzernchef Elon Musk pries das Elektroauto bei der Vorstellung als „Raumschiff“. Mit 1020 PS, einer Rekordbeschleunigung von weniger als zwei Sekunden von null auf hundert Kilometer pro Stunde und einer Spitzengeschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde wollte sich Tesla wieder als Vorreiter im Elektro-Luxussegment etablieren.

    Das Modell S Plaid beweise, so Musk, dass ein emissionsfreies Auto das schnellste und sicherste sein könne. Es sei „schneller als jeder Porsche und sicherer als jeder Volvo.“ Die Entwicklung der Batterie sei wegen Sicherheitsfragen aufwendiger gewesen.

    Ein sogar noch stärkeres Modell des Tesla S Plaid, der S Plaid +, cancelte Elon Musk sogar ganz, weil „Plaid einfach so gut“ sei, wie er in einem Tweet schrieb. Die Variante hätte eine noch leistungsfähigere Batterie tragen sollen, knapp 130.000 Euro gekostet und sollte mit 836 Kilometern die höchste Reichweite der ganzen Industrie haben.

    In Deutschland soll das Modell S Plaid im ersten Quartal 2022 auf den Markt kommen. „Das Modell S ist schon lange auf dem Markt, die Veralterung setzt ein“, sagte Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach.

    Rund zwei Dutzend Unfälle

    Der aktuelle Brandfall in Pennsylvania werde jetzt untersucht, erklärte Anwalt Mark Geragos weiter. Er forderte Tesla auf, das Modell vom Markt zu nehmen, bis die Ursachen des Brandes klar wären.

    Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erklärte, sie werde den Fall untersuchen und eingreifen, wenn die Öffentlichkeit geschützt werden müsse. Die Behörde prüfte schon rund zwei Dutzend Unfälle, einige davon mit Todesopfern, von Tesla-Fahrern aufgrund der automatisierten Fahrfunktion.

    Auch in China, dem zweitwichtigsten Markt, hat Teslas Ruf bereits stark gelitten, nachdem das Unternehmen auf Verbraucherbeschwerden nicht ausreichend ehrerbietig reagiert hatte. Der Absatz brach im April laut Chinas Autoverband um 27 Prozent ein, hat sich im Mai aber schon wieder ebenso stark erholt.

    Zwar erreichte Tesla im ersten Quartal erneut einen Auslieferungsrekord. Doch Gewinne schrieb das Unternehmen aus Palo Alto nur dank des Verkaufs von Emissionszertifikaten und Bitcoin.

    Mehr: Softwareprobleme beim Taycan: Porsche steht weltweiter Rückruf bevor.

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    • dpa
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    2 Kommentare zu "Elektromobilität: Neues Tesla-Modell fängt Feuer während der Fahrt – Anwalt fordert Verkaufsstopp"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Herr Torsten Gröschel
      Ja, Sie sind "der böse Verbrennerumweltsünder" - in den Augen der Grünen. Ideologisch sind für die Grünen und ihren Verkehrsminister in spe, Anton Hofreiter, NUR e-Autos wirklich ökologisch.

      Im Ernst: Ihr Auto ist gut, und wenn Sie irgendwann mal ein neues Auto brauchen, denken Sie bitte an einen Hybrid, die haben kleine Batterien, die deutlich weniger die Umwelt bei der Rohstoffgewinnung verschmutzen und in der Herstellung Energie verbrauchen als die e-Autos. Zuhause geladen vielleicht noch mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, ist man dann wirklich ökologisch unterwegs.
      Alte Autos einfach wegzuschmeißen ist der ökologische Gau - besser fahren solange es geht und dann: Hybrid!
      Ich habe einen Mercedes-Hybrid und kann damit 90% meiner Fahrten elektrisch erledigen - vorrangig mit Photovoltaikstrom*! Mir ist bewusst, dass sich nicht jeder ein neues Auto leisten kann oder will und ökologisch macht es keinen Sinn ein gutes Auto zu verschrotten. Also fahren Sie ihr schönes Auto, behalten Sie es möglichst lange, das ist gut so!
      Zu Tesla: Musk zieht die EU mit dem Nasenring durch die Manege: Europäische Automobilhersteller zahlen Tesla, ihren Konkurrenten, Gelder wegen irgendwelchen dummen EU Regeln - statt das Geld in Forschung und Entwicklung zu investieren.
      Was haben wir für schwachsinnige EU Gesetze? Wie wirkt der amerikanische Lobbyismus auf die EU? Wie selbstständig ist die EU?

      *das rechnet sich!

    • Wow. Über 1000 PS und so schnell auf hundert, dass es selbst 100jährigen die Gesichtsfalten glättet. Bravo Elon. Und wie umweltfreundlich. Die Fans der Batterieautos freuen sich sicher. Und ich mit meinem Verbrenner KIA, 84 PS und 4,2 Liter Verbrauch auf 100 Km bin der böse Verbrennerumweltsünder.

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