Elektromobilität: Service- und Qualitätsprobleme: Teslas aggressive Strategie funktioniert in China nicht
Der US-Autobauer muss sich zahlreichen Beschwerden chinesischer Kunden stellen.
Foto: ReutersPeking, Düsseldorf, Berlin. Wenn man bei dem chinesischen Amazon-Pendant Taobao das Wort „Tesla“ eingibt, werden alle möglichen Produkte angezeigt – vom Tesla-Schlüsselanhänger bis zu Tesla-Aufklebern. Seit Neuestem gibt es dort auch ein Produkt, das dem Unternehmen gar nicht gefallen dürfte: Für umgerechnet etwas mehr als vier Euro verkauft ein Händler ein T-Shirt mit dem Logo des US-Konzerns, darüber steht in chinesischen Schriftzeichen: „Die Bremsen funktionieren nicht“.
Dahinter steckt eine Geschichte, die viele in China kennen. Vor gut einem Monat stieg eine Frau auf der Automesse in Schanghai auf das Dach eines Model 3 und beschwerte sich lautstark über die Bremsen. Frau Zhang hatte einen Unfall mit ihrem Model 3, ihr Vater wäre beinah ums Leben gekommen. Frau Zhang trug genau ein solches T-Shirt.
Das Video von ihrem Auftritt und der anschließenden Festnahme ging in China viral. Chinesische Behörden luden den Autobauer wegen zahlreicher Kundenbeschwerden schließlich zum Rapport.
Und Frau Zhang ist kein Einzelfall: Seit Monaten steht der Konzern in seinem wichtigsten Auslandsmarkt aufgrund von Qualitäts- und Serviceproblemen unter Beschuss. Tesla-Chef Elon Musk muss lernen, dass seine aggressive Strategie aus den USA in China an ihre Grenzen stößt. Das kompromisslose, arrogante Auftreten wird zum Bumerang.