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Elektromobilität So verbünden sich BMW und Mercedes gegen VW

Die beiden langjährigen Rivalen kooperieren bei autonomem Fahren und der Elektromobilität. Dadurch sparen beide Konzerne Milliarden.
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Vor allem bei Elektroautos forcieren die Bayern die Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten aus Stuttgart. Quelle: Bloomberg
BMW Concept 4

Vor allem bei Elektroautos forcieren die Bayern die Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten aus Stuttgart.

(Foto: Bloomberg)

München Im Kerngeschäft sind Mercedes und BMW seit mehr als hundert Jahren erbitterte Rivalen. Die Stuttgarter und die Münchener wetteifern seit jeher darum, wer weltweit mehr Premiumautos verkauft. Doch in Bereichen, in denen sich die beiden Konzerne nicht grundlegend voneinander differenzieren können, arbeiten sie zusammen.

So kaufen die Konzerne etwa gemeinsam nicht markenprägende Teile ein, das Volumen soll bereits rund fünf Milliarden Euro pro Jahr betragen. Gemeinsam will man nun auch Systeme zum automatisierten Fahren entwickeln, die hohen Investitionen in Radare, Sensoren und Software drohen die Budgets in München und Stuttgart zu sprengen.

Und auch bei Mobilitätsdiensten kooperiert man seit Anfang des Jahres. Weil aber auch im Joint Venture „Share now“ die Kosten aus dem Ruder laufen, suchen BMW-Chef Oliver Zipse und Daimler-Boss Ola Källenius Investoren, die ihnen beim Ausrollen des Geschäftskonzeptes unter die Arme greifen.

Nun könnte die Partnerschaft ausgeweitet werden. Über das Heben von Skaleneffekten bei Elektroautos erhoffen sich beide Unternehmen die Kosten deutlich zu senken. Konkret wird diskutiert, ob sich teure Komponenten für Stromautos wie Batterien, Elektromaschinen oder Lade- und Leistungselektronik vereinheitlichen lassen.

„Das Ganze ist alles andere als trivial“, heißt dazu aus Unternehmenskreisen. Ein Problem sind die unterschiedlichen Entwicklungszyklen: Während Mercedes noch in der Entwicklungsphase seiner neuen Kompaktklasse ist, hat BMW die Arbeiten an seinen Modellen weitgehend abgeschlossen. Mercedes drängelt, BMW ziert sich noch, berichten die beteiligten Manager. Es wird taktiert. Doch alle Beteiligten wissen: Gelingt das Unterfangen, könnten beide Häuser enorm profitieren.

VW hat enorme Kostenvorteile

Der Druck wächst: Die beiden Premiumhersteller haben bislang kaum ein Rezept gegen die hohen Ausgaben für ihre Stromer. So beziffert die Londoner Investmentberatung ISI Evercore die Mehrkosten alleine bei BMW für Hybridmodelle auf 3000 bis 5000 Euro pro Auto gegenüber Verbrennern. Bei reinen Elektroautos dürften die zusätzlichen Aufwendungen noch höher ausfallen.

Zwar wollen die Autohersteller die Preise möglichst an die Kunden weitergeben, doch ob das in vollem Umfang gelingt, ist angesichts der kippenden Autokonjunktur mehr als fraglich. Soll die Rendite nicht weiter sinken, braucht man kreative Lösungen.

Benchmark ist Volkswagen. Die Wolfsburger sind in der Lage, Kosten und Stückzahlen über mehr als ein halbes Dutzend Automarken verteilen zu können. Im Premiumgeschäft haben sich Porsche und Audi verbündet und arbeiten an einer gemeinsamen Elektroplattform. Im Massengeschäft mit dem Golf, dem Tiguan oder den kompakten Audi-Modellen entwickelt Volkswagen den „Modularen E-Antriebs-Baukasten“.

Hier haben die VW-Ingenieure und Einkäufer jedes Teil definiert und können so eine enorme Verhandlungsmacht gegenüber den Zuliefern ausspielen. „Wir konkurrieren mit VW um die Kosten der Komponenten“, heißt es bei BMW. VW-Chef Herbert Diess, der einst das Einkaufs- und Entwicklungsressort bei BMW leitete, kennt die Nöte seines alten Arbeitgebers.

Neben den technischen Details müssen die BMW- und Daimler-Manager vor allem über ihren Schatten springen. In der Vergangenheit, als die Gewinne noch sprudelten, sind alle Versuche gemeinsame Motoren oder Getriebe zu entwickeln gescheitert. Die sorgsam gepflegte Rivalität ließ eine Kooperation jenseits von Gurtstraffern und Fensterhebern nicht zu. Dieses Denken zu überwinden, wird für Oliver Zipse und Ola Källenius eine der wichtigsten Aufgaben ihrer Amtszeit.

Mehr: Klimadebatte – Gegen eine Dämonisierung der Branche: Betriebsräte kämpfen ums Auto

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