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Elektromobilität Volkswagen steigt bei Batteriezell-Partner Northvolt ein

2020 soll der Bau einer Zellfabrik in Salzgitter beginnen. Jetzt beteiligt sich Volkswagen dafür an seinem schwedischen Partner Northvolt.
Update: 12.06.2019 - 15:08 Uhr 1 Kommentar
Volkswagen startet im Herbst mit der Produktion von E-Autos der neuen Modellfamilie. Quelle: AFP
Elektroauto ID.3 von Volkswagen

Volkswagen startet im Herbst mit der Produktion von E-Autos der neuen Modellfamilie.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Volkswagen-Konzern beteiligt sich mit 20 Prozent am schwedischen Batteriehersteller Northvolt. Das gaben beide Unternehmen am Mittwoch bekannt. Der Wolfsburger Autohersteller bekommt dafür im Gegenzug einen Platz im Aufsichtsrat von Northvolt. Die Schweden sind der Partner, mit dem der VW-Konzern seine erste eigene Batteriezellfabrik in Deutschland errichten will.

„Volkswagen schafft auf allen Ebenen die Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung seiner Elektrifizierungsstrategie“, sagte VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer zu der Vereinbarung. Für den Bau der ersten Zellfabrik im niedersächsischen Salzgitter werden VW und Northvolt ein Joint Venture gründen, an dem sich beide Seiten jeweils mit 50 Prozent beteiligen.

Für den Northvolt-Anteil und das neue Joint Venture nimmt Volkswagen rund 900 Millionen Euro in die Hand. An den Finanzmärkten wird der schwedische Batteriehersteller mit mehr als zwei Milliarden Euro bewertet. Volkswagen und Northvolt verbindet bisher eine Kooperation auf Forschungsebene.

Salzgitter ist heute einer der wichtigsten Motorenstandorte für den Volkswagen-Konzern. Mit dem langsamen Zurückfahren von Verbrennerfahrzeugen werden künftig deutlich weniger Diesel- und Benzinaggregate aus der niedersächsischen Industriestadt benötigt. Als Ausgleich für die dort wegfallenden Arbeitsplätze soll nach und nach eine eigene Zellfertigung für den Volkswagen-Konzern aufgebaut werden.

VW beginnt zunächst mit einer kleineren Pilotproduktion, die später zu einer Großserienfertigung ausgebaut werden soll. Das neue Werk in Salzgitter dürfte in der ersten Aufbaustufe etwa 700 Mitarbeiter haben.

Der Aufbau der eigenen Zellfertigung ist allerdings noch nicht zu 100 Prozent beschlossen. „Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind“, ergänzte VW-Vorstand Stefan Sommer.

Bislang gilt eine Zellfertigung in Deutschland vor allem wegen der hohen Energiepreise als unwirtschaftlich. Ähnlich wie etwa in der Aluminiumproduktion werden auch in der Zellfertigung große Mengen an Strom benötigt.

VW hat einen enormen Bedarf

Der VW-Konzern setzt darauf, dass die neue Fabrik in Salzgitter künftig von der EEG-Umlage befreit wird und damit deutlich günstiger produzieren. Wegen der zusätzlichen Umlage für erneuerbare Energien etwa aus Wind und Sonne sind die Strompreise in Deutschland deutlich höher als im europäischen Ausland. Große Zellhersteller aus Asien wie LG Chem und Samsung hatten sich deshalb bei ihren neuen Europa-Projekten für Standorte in Polen und in Ungarn entschieden.

Volkswagen bereitet den Aufbau einer eigenen 16-Gigawattstunden-Batteriezellfertigung vor. Mit dem Start der Bauarbeiten wird frühestens für das kommende Jahre gerechnet. Mit dem Beginn der eigentlichen Produktion wird es noch etwas länger dauern: Ende 2023 oder Anfang 2024 ist der Start der Zellproduktion in Salzgitter vorgesehen.

Mit dem Bau der Zellfabrik wird der Volkswagen-Konzern seinen eigenen Bedarf unter keinerlei Umständen decken können. Allein für die künftig in Europa verkauften Elektrofahrzeuge braucht der Wolfsburger Autohersteller etwa das Zehnfache an Kapazität, also rund 150 Gigawattstunden. Mit einer ähnlichen Menge kalkuliert der VW-Konzern auch für Asien, in China ist Volkswagen Marktführer.

Volkswagen wird auch in Zukunft in großem Stil von den Lieferungen führender asiatischer Zelllieferanten abhängig sein. VW hatte angekündigten, dass in den kommenden Jahren Batteriezellen mit Wert von 50 Milliarden Euro eingekauft werden sollen. Das ist eines der größten Einkaufsvolumen, die es jemals in der Automobilindustrie gegeben hat.

Die Wolfsburger setzen in Europa auf die Batteriezellen von LG Chem, Samsung und SKI und in China auf die des lokalen Produzenten CATL. Mit diesen Partnern hat VW-Vorstandschef Herbert Diess einiges vor: Für seine E-Offensive benötigt Volkswagen vom Jahr 2025 an mindestens vier große Fabriken mit einer Jahresproduktion von 150 Gigawattstunden.

Mit der eigenen Fabrik will sich Volkswagen ein Stück weit aus der Abhängigkeit der großen asiatischen Hersteller befreien. Außerdem will der VW-Konzern lernen, die Zellproduktion zu beherrschen. Die Batterie macht einen Großteil des Wertes eines Elektroautos aus. Rund 40 Prozent gelten dabei als realistisch. Zusätzlich könnte Volkswagen auch einen zweiten deutschen Standort für die Zellfertigung errichten. Im Gespräch ist immer wieder Emden, wo der VW-Konzern heute mit einer Fahrzeugfertigung vertreten ist.

Dreierbündnis möglich

Northvolt gab zugleich bekannt, rund eine Milliarde US-Dollar im Rahmen einer Kapitalerhöhung eingesammelt zu haben, an der sich unter anderem Volkswagen, die US-Investmentbank Goldman Sachs sowie mit BMW ein weiterer deutscher Autokonzern beteiligt hätten. Ein BMW-Sprecher wollte zur Höhe der finanziellen Beteiligung keine Angaben machen.

Northvolt will mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung die Fertigung seiner ersten Lithium-Ionen-Batteriezellen in Schweden finanzieren. Dort entsteht derzeit ebenfalls eine Zellfabrik mit einer Kapazität von etwa 16 Gigawattstunden. Die Pläne für die schwedische Fabrik ließen sich wahrscheinlich möglichst einfach auf Salzgitter übertragen. Volkswagen spricht zudem mit BMW über Kooperationsvorhaben in der Zellfertigung.

Möglicherweise entsteht ein Dreierbündnis aus VW, BMW und Northvolt. Zu den industriellen Partnern von Northvolt zählen außer Volkswagen auch Scania, ABB, BMW, Siemens, Vattenfall und Vestas.

Allein VW will bis zum Jahr 2028 etwa 70 Elektromodelle auf den Markt bringen. Auch BMW und Daimler forcieren ihre E-Offensive mit neuen Modellen. Um diese mit Batterien zu bestücken, haben die Konzerne langfristige Verträge mit Lieferanten geschlossen.

Vorangegangen war Tesla: Der kalifornische Konzern hat mit Panasonic ein gigantisches Zellwerk in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada gebaut, um seine E-Autos zu elektrifizieren.

Mehr: Volkswagen braucht für ihre E-Auto-Offensive große Mengen an Batterien. 80 Prozent des Weltmarktes beherrschen aber asiatische Unternehmen. Das soll sich jetzt ändern.

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1 Kommentar zu "Elektromobilität: Volkswagen steigt bei Batteriezell-Partner Northvolt ein"

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  • VW sollte Überprüfen, wie die Batteriezelltechnik für die Zukunft ausgelegt ist. Die Mobilität der Zukunft ist elektrisch – das ist auch für die Berliner Neutrino Energy Group vollkommen klar. Allerdings werden Zwischenstopps an den Ladesäulen demnächst der Vergangenheit angehören. Die Autos der Marke Pi beziehen ihre Energie aus Energiewandlern, die diese aus Strahlung gewinnen. Dabei geht es um sehr leichte Elektrofahrzeuge, deren Karosserie nicht aus Aluminium besteht, sondern aus Karbon. Dieses Kohlenstoffverbundmaterial ist nicht nur extrem leicht, sondern ermöglicht auch die problemlose Integration der Energiewandler. Somit kann der gesamte Fahrzeugkörper für die Energiegewinnung genutzt werden. Der griechische Buchstabe Pi wurde als Markenname gewählt, weil er für Unendlichkeit steht. So wie Fotovoltaikanlagen Strom aus dem sichtbaren Licht gewinnen, wandelt die Neutrino-Voltaik nicht-sichtbare Strahlung in Energie um. Damit ergibt sich ein bedeutender Vorteil: diese Energiegewinnung ist nicht vom Tageslicht abhängig. Die extrem kleinen, hochenergetischen Teilchen stehen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, an jedem beliebigen Ort zur Verfügung. Hier muss VW EINSTEIGEN - DAS IST SAUBERE ELEKTROMOBILITÄT.

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