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Elektromobilität Warum VW den Einstieg in die Batteriezellenfertigung wagt

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VW-Töchter stehen zum Verkauf

Der Autokonzern Volkswagen hat einiges mit einem Sammler gemein. Über die Jahre hat der Konzern etliche neue Fahrzeugmarken gesammelt und ist so immer größer und auch komplexer geworden. Zwölf verschiedene Ableger mit mehr als 660.000 Beschäftigten wurden so unter dem Dach des Konzerns gebündelt. Das soll sich nun ändern: Erstmals seit Jahren will sich VW von Teilen trennen – der Aufsichtsrat hat dazu den Weg auf seiner Sitzung vor der Hauptversammlung frei gemacht.

Das Gremium billigte den Plan des Konzernvorstands, die Lkw-Sparte Traton (MAN und Scania) noch vor der Sommerpause an die Börse zu bringen. Veräußert werden sollen zudem die Anteile an der Maschinenbaufirma Renk und dem Turbinenhersteller MAN Energy Solutions, wie das Unternehmen nach der Sitzung des Kontrollgremiums mitteilte. Alle Aktivitäten zusammen haben einen Wert im unteren zweistelligen Milliardenbereich.

Der größte Brocken entfällt dabei auf die Lkw-Sparte Traton, deren Börsengang überraschend jetzt doch noch beschlossen worden ist. Denn noch vor wenigen Wochen im März hatte Volkswagen die Pläne mit dem Verweis auf die vermeintlich schwachen Aktienmärkte zurückgestellt. Eine vorgeschobene Begründung wie auch die intern geäußerte Sorge vor Abschreibungen auf Traton.

Der Hauptgrund war vielmehr, dass sich die Familien Porsche und Piëch nicht mit dem Verkaufsgedanken hatten anfreunden können, verlautete aus dem Unternehmen. Da die Familien größter Aktionär sind, ist deren Wort Gesetz, wie es in Kreisen des Aufsichtsrats hieß. Die Vertreter der Familien Porsche und Piëch gelten als Sammler von Marken.

In guten Zeiten sei es vertretbar, an allen Marken festzuhalten. Aber die Lage habe sich verändert, sagte ein hochrangiger Manager. Mit dem Ende des Verbrenners und der Digitalisierung verändert sich das Geschäftsmodell für den Konzern. „Volkswagen muss wie seine Wettbewerber flexibler werden, um schneller reagieren zu können.“

Das Management und auch die Betriebsräte hätten bei den Vertretern der Familien nach dem ersten vorläufigen Stopp des Traton-Börsengangs vom März nachgearbeitet. Die Familienvertreter seien jetzt doch von der Sinnhaftigkeit der Verkäufe überzeugt. „Volkswagen wird auf diesem Weg schlanker und somit besser zu steuern“, ergänzte der Manager.

Nach einem Verwendungszweck für die Verkaufserlöse wird VW-Chef Herbert Diess nicht lange suchen müssen. Am Rande der Hauptversammlung sagte der Vorstandschef von Volkswagen, dass der Börsenerlös in das internationale Geschäft von Traton gesteckt werden solle. Volkswagen will rund 25 Prozent an die Börse bringen, die fünf bis sechs Milliarden Euro Wert sein könnten.

Traton ist eine Partnerschaft in den USA mit dem Konkurrenten Navistar eingegangen und hält eine Minderheitsbeteiligung. Mit dem Börsenerlös könnte Traton das Unternehmen vollständig übernehmen.

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