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Elon Musk vollzieht Kehrtwende Tesla bleibt an der Börse

Tesla-Chef Elon Musk beerdigt seine Pläne, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Der Widerstand der Aktionäre sei zu groß gewesen.
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Doch kein Börsen-Rückzug – Elon Musk bringt Tesla erneut in Bedrängnis

San FranciscoElon Musk will Tesla nun doch nicht von der Börse nehmen. Das kündigte der Tesla-Chef Freitagabend kalifornischer Zeit in einem Blogeintrag an. Wichtige Investoren hätten sich dagegen ausgesprochen.

Der Tesla-Chef ist bemüht, einen schnellen Schlussstrich unter eine Geschichte zu ziehen, die beinahe ihn und sein Unternehmen versenkt hätte. Vor knapp drei Wochen hatte in einem Tweet angekündigt, er werde den Autobauer Tesla von der Börse nehmen. Später konkretisierte er in einem Brief an die Mitarbeiter die Pläne noch einmal. In seinem Tweet hatte er zudem geschrieben, die „Finanzierung ist gesichert“. Doch das konnte bis heute nicht belegt werden. Die Aktie wurde zeitweilig vom Börsenhandel ausgesetzt.

In einem Interview mit der New York Times beschrieb er kurz danach die Situation, in der er sich persönlich zuletzt befunden habe. Er sprach von Stress und 120-Stunden-Wochen, Nächten auf einer Couch in der Fabrik, Schlaftabletten und der Angst von den „Short-Sellern“, den Leerverkäufern von Tesla-Aktien, die an fallenden Kursen verdienen wollen.

Die Situation für ihn und Tesla wurde immer verfahrener, teilweise kamen Gerüchte auf, Apple werde Tesla kaufen. Jetzt zog Musk die Notbremse. „Staying public“ ist sein Blog knapp überschrieben – Wir bleiben an der Börse.

Er habe sich am Donnerstag mit dem Aufsichtsgremium von Tesla getroffen und die Entscheidung mitgeteilt, so Musk. Zuvor habe er mit Silver Lake, Morgan Stanley und JP Morgan zusammengearbeitet. Letztlich seien es die Reaktionen der Anleger gewesen, die ihn überzeugt hätten, an der Börse zu bleiben. Sie hätten überwiegend die Börsennotierung als bessere Alternative gesehen.

Außerdem hätten einige Investoren interne Vorschriften angeführt, die es ihnen verbieten würden, mehr als eine bestimmte Summe in private Unternehmen zu investieren. Sie hätten bei einem Rückzug von der Börse ihre Anteile auf den Markt werfen oder private Käufer finden müssen. Daneben sei es auch für Kleinanleger schwierig in einem privaten Unternehmen Anteile zu halten. Kurz zusammengefasst, so Musk, war die Reaktion: „Lass es“.

Daneben sei ihm auch persönlich klar geworden, dass der Vorgang der Privatisierung sehr aufwändig und zeitraubend sein würde. Das sei nicht gut in einer Zeit, in der man sich voll auf die Produktion des Model 3 und die Profitabilität des Unternehmens konzentrieren müsse.

Ganz zum Schluss merkt Musk aber auch noch an, dass er immer noch glaubt, es stünde genug Kapital bereit, um Tesla von der Börse zu nehmen. Aber weiter belegen, will Musk das nicht.

Musks ursprünglicher Plan sah vor, die Aktien des E-Autopioniers für einen Kurs von 420 Dollar zurückzukaufen oder Investoren zu ermöglichen, ihre Aktien über eine spezielle rechtliche Konstruktion als privates Investment zu behalten. Der Kurs der Tesla-Aktie war nach der Ankündigung kurzfristig auf fast 400 Dollar gestiegen. Mit der Zeit verdeutlichte sich die Problematik der Aktion immer mehr. Als keine Großinvestoren aus der Deckung kamen und ihre finanzielle Rückendeckung anboten, fiel der Kurs unter 300 Dollar.

Musk bedankte sich zudem bei Investoren, Mitarbeitern und Kunden und erklärte, er freue sich darauf, Tesla weiter als börsennotiertes Unternehmen leiten zu können. Ob das allerdings so sein wird, ist nicht sicher. Nicht zuletzt nach dem jüngsten Interview waren immer mehr Stimmen laut geworden, die sich dafür aussprachen, Musk einen Manager für das Tagesgeschäft an die Seite zu stellen.

Ob mit dem Rückzug vom Rückzug für den 47-jährigen persönlich alle Probleme beendet sind, ist auch noch unklar. Die Börsenaufsicht SEC ermittelt noch wegen seiner Tweets zu dem Thema, die den Kurs stark bewegt hatten, vor allem wegen der Aussage, die Finanzierung sei „gesichert“. Die Frage ist, ob Musk mit seiner Twitter-Attacke die Informationspflichten der Börse verletzt oder sogar eine Kursmanipulation geplant hat. Auch Privatanleger wollen gegen Musk und Tesla klagen.

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