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EM in der Ukraine Deutsche Sponsoren wackeln, aber fallen nicht

Continental will sich auf Polen konzentrieren, Beiersdorf meidet die Ukraine, andere geben sich unpolitisch. Zwar wird der Wert der Menschenrechte betont, für einen Boykott der Sponsoren gibt es aber keine Anzeichen.
08.06.2012 - 06:17 Uhr Kommentieren
Finale der Fußball-EM 2008 in Wien: Viele der Sponsoren waren damals schon dabei. Quelle: picture alliance / augenklick/La

Finale der Fußball-EM 2008 in Wien: Viele der Sponsoren waren damals schon dabei.

(Foto: picture alliance / augenklick/La)

Hamburg Bundestrainer Joachim Löw positioniert sich auch abseits des Spielfeldrands eindeutig. "Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass Menschenrechte eines unserer höchsten Güter sind", sagte Löw am Montag bei der Präsentation seines Spielerkaders für die in einem Monat startende Europameisterschaft. Lange war ein Fußballturnier nicht mehr so umstritten wie die Euro 2012 in Polen und der Ukraine. Die Inhaftierung und vermutliche Misshandlung von Oppositionsführerin Julia Timoschenko in der Ukraine sorgen für eine heftige Debatte über die richtige Reaktion. Die EU-Kommission will der Europameisterschaft in der Ukraine sogar geschlossen fernbleiben, heißt es in Brüssel.

Löw hält einen sportlichen Boykott der politisch umstrittenen Sportveranstaltung jedoch "nicht für sinnvoll". Boykott nein, kritische Beteiligung ja - der Kurs des Bundestrainers gilt für die meisten Unternehmen, die als Sponsoren das Fußballturnier fördern.

Der deutsche Reifenhersteller und Euro-Sponsor Continental sieht die Politik in der Verantwortung. "Grundsätzlich sollten politische Themen wie die aktuelle Lage in der Ukraine, die ja in der Tat als schwierig zu bezeichnen ist, auch von der Politik gelöst werden", sagte Contis Reifenvorstand Nikolai Setzer dem Handelsblatt. Der Konzern ist seit Jahren offizieller Sponsor des weltweiten Fußballverbands Fifa und des europäischen Verbands Uefa. "Fußball ist eine wichtige Plattform für Continental als Reifenmarke", unterstrich Setzer. Trotz der aktuellen Debatte will das Unternehmen sich auch bei zukünftigen Turnieren beteiligen.

"Rein geschäftlich gesehen, ist die Ukraine für Conti ein kleiner Reifen-Importmarkt. Für uns heißt das: Wir werden schon aus diesem Grund dort sicher weniger Flagge zeigen als bei vergleichbaren Veranstaltungen, etwa 2008 in Österreich, 2014 in Brasilien oder 2016 in Frankreich", sagte Setzer.

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