Energie-Erzeugung Siemens steht im Irak vor einer schwierigen Aufgabe

15 Jahre nach Ende des Krieges halten religiöse Konflikte das Land in Atem. Auf den Industriekonzern Siemens warten im Irak heikle Bedingungen.
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Immer wieder gibt es blutige Auseinandersetzungen, die Infrastruktur des Landes kann nur langsam aufgebaut werden. Quelle: AFP
Wiederaufbau im Irak

Immer wieder gibt es blutige Auseinandersetzungen, die Infrastruktur des Landes kann nur langsam aufgebaut werden.

(Foto: AFP)

BerlinSeit der zweiten US-Invasion im Jahr 2003 ist der 38 Millionen Einwohner zählende Staat nie zur Ruhe gekommen. Sunniten, Schiiten und Kurden: Die faktische Dreiteilung lähmt die Zentralregierung. Auch nach einer Neuauszählung der Stimmen zur Parlamentswahl im Mai ist es bis heute nicht möglich, eine neue Regierung zu bilden. Die verschärften US-Sanktionen gegen Iraks Nachbarn Iran, die schiitische Vormacht in der Region, schaden dem proamerikanischen irakischen Premier Haider al-Abadi schwer.

Gerade im schiitischen Süden des Landes, um die Regionalhauptstadt Basra, kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Die Menschen gehen gegen die grassierende Armut, die Unfähigkeit der Verwaltung und Veruntreuungen auf die Straße. Der für die Wasserversorgung im Irak wichtige Fluss Schatt al-Arab versalzt immer mehr, viele Menschen im Süden haben kein sauberes Trinkwasser. Es fehlt an Kraftwerken, die Strom zur Meerwasserentsalzung bereitstellen.

Trotz Öleinnahmen von jährlich rund 90 Milliarden Dollar im Jahr ist Bagdad auf das Ausland angewiesen. Der Irak braucht 88 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau. Bei einer Geberkonferenz im Februar 2018 kamen knapp 30 Milliarden Dollar zusammen, davon 350 Millionen von Deutschland. Laut Oliver Hermes, Vorsitzender des Nah- und Mittelostvereins der deutschen Wirtschaft, gibt es ein „enormes Potenzial im Irak mit dem Wiederaufbau“.

Siemens hat schon vor Jahrzehnten große Kraftwerke und Stromnetze im Irak errichtet. Und die Bundeswehr steht mittendrin: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will bis Jahresende gut 50 Soldaten dorthin schicken – zur Ausbildung der irakischen Armee.

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