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Energiekonzern Dong legt deutsches Windparkprojekt auf Eis

Tennet und mangelnde Regelungen zur Haftung sind Schuld: Dänemarks Energiekonzern Dong setzt den Windpark-Bau vor der Nordseeinsel Borkum aus. Die Niederländer von Tennet sehen indes die Politik in der Pflicht.
21.10.2012 - 18:54 Uhr 7 Kommentare
Windrad von Dong Energy: Die Dänen stoppen den Windparkbau vor Borkum. Quelle: dapd

Windrad von Dong Energy: Die Dänen stoppen den Windparkbau vor Borkum.

(Foto: dapd)

Kopenhagen/Frankfurt Rückschlag für die Pläne der Bundesregierung zum Ausbau der Windkraftwerke auf hoher See: Der dänische Energiekonzern Dong stoppt den milliardenschweren Bau eines Windparks vor der Nordseeinsel Borkum und gibt dem Stromnetzbetreiber Tennet und mangelnden Haftungsregeln die Schuld. "Wir sind gezwungen, Entwicklung und Bau des Projekts Borkum Riffgrund II auszusetzen", sagte der Deutschland-Chef von Dong Energy, Christoph Mertens, der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag.

Da der Netzbetreiber Tennet kein Datum für den Anschluss des Parks ans Stromnetz genannt habe, könne Dong den Netzbetreiber nicht zur Verantwortung ziehen, wenn die Anlagen nach Fertigstellung nicht angeschlossen würden, erläuterte eine Dong-Sprecherin. Das Unternehmen bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Der Spiegel". Eine Gesetzesnovelle zu Windparks auf See soll am Montag bei einer Anhörung im Bundestag mit Experten und Lobbyisten beraten werden.

Die Firmensprecherin sagte, Dong werde nun statt dessen ein Projekt in Großbritannien vorziehen. Das Unternehmen strebe eine Einigung mit den Zulieferern für Riffgrund II an, denen nun entsprechende Aufträge entgehen. Nicht äußern wollte sie sich zu Informationen des Magazins, wonach Dong die Bestellung von 97 Windrädern bei Siemens vorläufig storniert habe. Von Siemens war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Riffgrund II wäre das zweite von insgesamt sechs Offshore-Vorhaben des dänischen Konzerns gewesen. In den Windpark mit einer veranschlagten Leistung von 340 Megawatt - etwa ein Drittel der Leistung eines Atomkraftwerks - wollte Dong 1,3 Milliarden Euro investieren.

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    Für den Schwesterprojekt Riffgrund I mit einer Investitionssumme von 1,2 Milliarden Euro und einer geplanten Leistung von 277 Megawatt haben die Vorbereitungen an Land bereits begonnen. Die Arbeiten auf See sollen nach Angaben der Sprecherin im Sommer 2013 starten. "Wir glauben weiterhin an den deutschen Offshore-Wind-Markt, deshalb bleibt Deutschland ein wesentlicher Teil unserer Strategie", erklärte Mertens.

    Tennet sieht Politik in der Pflicht
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    7 Kommentare zu "Energiekonzern: Dong legt deutsches Windparkprojekt auf Eis"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zitat: "Allerdings kann ein KKW etwa 90%, oder 8000 Vollaststunden betrieben werden."

      Es mag sein, dass die Wasserkocher 8000 Volllaststunden im Jahr erreichen KÖNNEN; das tun sie aber nicht.

      Kernkraftwerke hatten z.B. 2009 im Schnitt 6230h Laufzeit, Braunkohlekraftwerke 6640h, Biomasse ca 5000h.

      Und im Gegensatz zu Windkrafwerken Offshore, bedeutet bei den nicht geregelten KKW und Braunkohlekraftwerken die Zeit außerhalb der Volllaststunden, dass dort dann überhaupt kein Strom produziert wird.

      Windparks haben die höchste technische Verfügbarkeit aller Kraftwerke und Windparks und haben Onshore die geringsten Stromgestehungskosten. Dieser Vorsprung wird sich weiter erhöhen.

    • Schlimm, wie wenig differenziert in Deutschland gedacht und gehandelt wird und wie mächtig die jeweiligen Lobbyisten hier sind. Zunächst wird der Ausstieg aus der Kernenergie rundweg abgelehnt, dann im ebenso idiotischen Hauruckverfahren von heute auf morgen beschlossen, wobei gleichzeitig der umweltverträglichen und geräuschlosen Solarengerie die Mittel entzogen und dafür aberwitzige Summen in die ineffiziente und nachhaltig natur-, wasser- und landschaftzerstörende Erdwärmenutzung zwecks Stromgewinnung durch Gigabohrungen und -werke geschüttet, die ganze Regionen erbeben lassen, oder in Gigawindanlagen im Meer, wo sie unter Wasser durch ihr ständiges Gewummer sämtliche Meeresbewohner zum Wahnsinn und zur Orientierungslosigkeit treiben und über Wasser die Vogelschwärme wegrasieren und in die Irre leiten. Ein Wahnsinn, der nicht nur von Schwarz-Gelb, sondern ebenso von Rot-Grün betrieben wird, man sehe sich nur mal die regionalen Abstimmungsergebnisse zum Thema an. Mich kann man mit diesen Geld- und Umweltvernichtungsparteien nur noch jagen. Zum Glück gibt es wirtschaftskompetente Alternativen, die sich herauszubilden beginnen. Sonst muss man halt je nach Region seine Protestpartei wählen.

    • Hi Energystar..wenn man zig-Milliarden für nutzlosen Zufallsstrom ausgibt, muss dies jemand bezahlen.

      Die Marxisten weisen dann auf einen Anderen den man ausrauben möge und der sich idealerweise nicht wehren kann, in diesem Beispiel die Industrie.

      Allerdings werden viele Industriebetriebe sicherlich keine Kosten für Oekostrom tragen können..O Ton Trimet Aluhütte..wir könnten mit der EEG Umlage nicht existieren..
      Andere Betriebe wie Verkehrsbetriebe würden die Zusatzkosten unverzüglich an die Kundschaft weiterreichen.

      Die Unternehmen haben keine ausserirdischen Geldquellen. Alle Steuern, Abgaben und Auflagen werden am Ende vom Kunden bezahlt, oder wenn sich dies nicht umlegen lässt, müssen die Mitarbeiter ein wenig schneller ins Hamsterrad treten.

      Vandale

    • @vandale

      Zitat aus Ihrem Kommentar:

      "Die Nachricht ist natürlich eine Freude für alle Deutschen Stromkunden die diese ökologischen Monumente über den Strompreis und Steuern (KfW Subventionen) bezahlen müssen."

      Das die deutschen Stromkunden (Privatverbraucher & viele Mittelständler) so einen hohen Strompreis zahlen müssen, liegt an der Regierung bestehend aus CDU/CSU und FDP. Diese Regierung hatte es in der Hand, die Umlagebefreiungen, die um das Fünffache unter Schwarz-Gelb ausgeweitet wurden, einzufrieren.

      Milliardensubventionen, die kontinuierlich in die Landwirtschaft fliessen sind hier noch nicht mal eingerechnet.

      Ein schwacher Umweltminister und ein Wirtschaftsminister, der sich eher Lobbyminister nennen müßte, tragen zu der Kostenexplosion bei.

      Weder CDU/CSU noch FDP verstehen etwas von dem komplexen Thema. 1,5 Jahre Stillstand und Unsicherheit kennzeichnen Frau Dr. Merkels Regierungskabinett hinsichtlich der Energiepolitik.

      Die Unfähigkeit dieser Regierung müssen Privatverbraucher und Mittelstand nun ausbaden!

    • Im HB werden regelmässig die Kapazitäten von Windparks mit Kernkraftwerken, oder einer fiktiven Zahl von Haushalten verglichen.

      Beide Zahlen sind regelmässig irreführend, bzw. missverständlich.

      Ein Windpark mit einer Kapazität von 340MW hat 1/3 der Kapazität eines modernen, umweltfreundlichen Kernkraftwerks. Allerdings kann ein KKW etwa 90%, oder 8000 Vollaststunden betrieben werden. Meereswindmühlen ca. 40%, Landwindmühlen 15,5%, Solarkraftwerke Deutschland ca. 9%. Das heisst ein 1000MW KKW liefert ein Vielfachs an Strom 3 x Windparks mit je 340MW. Damit ist der obige Vergleich irreführend.

      Vielfach wird der Satz verwendet, dass man mit dem Strom x-1000 Haushalte versorgen könne. Das Gewerbe und die Industrie die auch zum Leben gehören sind hier herausgerechnet. Windmühlen die lediglich Zufallsstrom gem. der Launen des Wetters liefern, können keine Haushalte versorgen.

      Vandale

    • Die Nachricht ist natürlich eine Freude für alle Deutschen Stromkunden die diese ökologischen Monumente über den Strompreis und Steuern (KfW Subventionen) bezahlen müssen.

      1 kWh Strom aus Meereswindmühlen wird mit 15.5c/kWh vergütet. Als wetterabhängiger Zufallsstrom hat dieser Strom einen Wert von ca. 1c/kWh. Der Anschluss an das etz muss vom Netzbetreiber bezahlt werden. Allein diese Kosten kann man auf ca. 3,5c/kWh rechnen. Weitere Subventionen fliessen über 1% KfW Darlehen.

      Vandale

    • Sind es wirklich Haftungsregeln oder ehr die Haftungsbereitschaft. In Deutschland gibt es immer noch die Vertragsfreiheit, die Haftungszuweisungen mit einschließt?

      Irgendwie kann ich das nicht nachvollziehen.

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