Energiespeicher Siemens verbündet sich mit Stromkonzern AES

Siemens gründet zusammen mit dem US-Stromkonzern AES ein Joint Venture. Beide Unternehmen wollen sich so im wachsenden Segment der Energiespeichersysteme gegenseitig stärken.
Kommentieren
Der deutsch Technologiekonzern arbeitet künftig mit dem US-Stromkonzern AES zusammen. Quelle: dpa
Siemens

Der deutsch Technologiekonzern arbeitet künftig mit dem US-Stromkonzern AES zusammen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Münchener Technologiekonzern Siemens hat sich im rasch wachsenden Bereich Energiespeichersysteme mit dem US-Stromkonzern AES zusammengetan. Die beiden Unternehmen wollen ein 50:50-Joint Venture mit dem Namen Fluence gründen, das weltweit in mehr als 160 Ländern unterwegs sein soll, wie Siemens und AES am Dienstag mitteilten. Nach den kartellrechtlichen Genehmigungen werde das Gemeinschaftsunternehmen mit etwa 100 Mitarbeitern voraussichtlich im vierten Quartal an den Start gehen.

Fluence wird den Angaben zufolge unabhängig von beiden Mutterkonzernen arbeiten. Siemens werde das Joint Venture aber mit seiner internationalen Vertriebsaufstellung und seinem modularen Speichersystem Siestorage unterstützen. Insgesamt seien Siemens und AES derzeit an 46 Projekten mit batteriebasierten Energiespeichern beteiligt.

Ein Weltkonzern in stetem Wandel
1847
1 von 15

Werner von Siemens wurde 13. Dezember 1816 in Niedersachsen geboren. Nach der Konstruktion des Zeigertelegrafen gründet er im Oktober 1847 zusammen mit dem Feinmechaniker Johann Georg Halske die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ in Berlin. Der heutige Siemens-Chef Joe Kaeser betont gern, dass der Konzern in Berlin in einem Hinterhof gegründet wurde, als es im Silicon Valley noch gar keine Garagen gab. Auch Siemens war einmal ein Start-up, soll das heißen.

1866
2 von 15

Die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips im Jahr 1866 legt die Basis für den Einsatz der Starkstromtechnik. Die Elektrifizierung ist bis heute neben der Industrieautomatisierung und der Medizintechnik zentrales Standbein des Technologiekonzerns.

1879
3 von 15

Auf der Berliner Gewerbeausstellung 1879 präsentiert Siemens & Halske die erste elektrische Eisenbahn der Welt mit Fremdstromversorgung. Heute macht Siemens mit Hochgeschwindigkeitszügen, U-Bahnen und anderen Zügen Milliardenumsätze. Die Sparte wurde durch den Kauf des Bahngeschäfts des britischen Invensys-Konzerns zudem in der Signal- und Leittechnik gestärkt. Allerdings ist die langfristige Zukunft der Sparte offen, Siemens hatte sich schon öfter nach Partnern umgesehen, um zum Beispiel einen europäischen Bahnchampion nach dem Vorbild von Airbus zu formen. 1903 werden die Starkstromabteilungen von Siemens & Halske mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. zur Siemens-Schuckertwerke GmbH fusioniert.

1919
4 von 15

1919 schließen sich die führenden Glühlampenhersteller Deutschlands zur Osram GmbH KG zusammen. Siemens & Halske ist mit 40 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Später wird Siemens Alleineigentümer von Osram – bis sich der Konzern entschied, die Tochter an die Börse zu bringen. Noch hält Siemens 17,5 Prozent an der Osram Licht AG, wird sich aber wohl in absehbarer Zeit auch von dieser Restbeteiligung trennen.

1932
5 von 15

1932 gründet Siemens zusammen mit der Erlanger Firma Reiniger, Gebbert & Schall die Siemens-Reiniger-Werke AG. Das Joint Venture entwickelt sich rasch zu einer führenden elektromedizinischen Spezialfirma. Die Medizintechnik gilt heute als Ertragsperle im Konzern. Vorstandschef Joe Kaeser hat angekündigt, sie an die Börse zu bringen. Mit einem Wert von 25 bis 30 Milliarden Euro könnte sie den Einzug in den Dax schaffen. Während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt Siemens auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in seinen Werken. Zu Kriegsende ist auch Siemens in der Existenz bedroht. Die meisten Gebäude und Werksanlagen sind zerstört, das Vermögen wird konfisziert.

1945
6 von 15

Teile der Unternehmensführung werden noch im Februar 1945 nach München, Mülheim a.d. Ruhr und Hof verlagert. Siemens & Halske bekommt den Hauptsitz in München, die Siemens-Schuckertwerke in Erlangen. Berlin bleibt jeweils zweiter Firmensitz. In diesem Jahr eröffnete Konzernchef Joe Kaeser die neu gebaute Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz in München.

1966
7 von 15

Die Unternehmensteile werden zusammengelegt. Zum 1. Oktober 1966 wird die Siemens Aktiengesellschaft gegründet. 1969 gründen Siemens und die AEG die Kraftwerk Union AG. Im Jahr 2001 ging Siemens auch an die US-Börse. 2014 kündigte der Konzern aber den Rückzug von der Wall Street an. Die Kosten für eine US-Notierung sind hoch, der Nutzen aber überschaubar.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien führt zu einem steigenden Bedarf an Energiespeichern und -Systemen. Das US-Analysten-Haus IHS Markit erwartet bis 2022 einen Anstieg der netzverbundenen Energiespeicherung auf 28 Gigawatt (GW) installierter Leistung von zuletzt drei GW. Vor drei Jahren hatten bereits die Schweizer ABB und das chinesische Hightech-Unternehmen BYD eine strategische Partnerschaft für die gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen für Energiespeicher gegründet. 

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Energiespeicher - Siemens verbündet sich mit Stromkonzern AES

0 Kommentare zu "Energiespeicher: Siemens verbündet sich mit Stromkonzern AES"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%