Energieversorger EnBW kämpft mit sinkenden Strompreisen

Sinkende Großhandelspreise für Strom belasten das Ergebnis des Stromkonzerns. In einigen Bereichen machte EnBW mehr als ein Viertel weniger Umsatz. Trotzdem rechnet der Versorger damit, die Jahresprognose zu erfüllen.
Update: 09.11.2012 - 12:31 Uhr 25 Kommentare
Der Stromkonzern EnBW hat sein Ergebnis stabilisiert. Quelle: dpa

Der Stromkonzern EnBW hat sein Ergebnis stabilisiert.

(Foto: dpa)

KarlsruheDer Atomausstieg belastet nach wie vor die Bilanz beim Energiekonzern EnBW. In den ersten neun Monaten hat sich zwar das Ergebnis stabilisiert, doch der Stromumsatz brach ein. Wie das drittgrößte deutsche Stromunternehmen am Freitag in Karlsruhe mitteilte, führte vor allem die Abschaltung von zwei der vier Atomkraftwerke zu starken Einbußen. Der Umsatz im Geschäftsfeld Erzeugung und Handel brach um 27 Prozent auf 2,95 Milliarden Euro ein. Unterm Strich weist EnBW einen Überschuss von 565,6 Millionen Euro aus, nach einem Fehlbetrag von 542 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Um die notwendigen Investitionen für die Energiewende zu stemmen, soll dennoch weiter gespart werden. Die EnBW rechnet noch mit zwei schwierigen Jahren.

Angesichts neuer Herausforderungen und schwieriger Marktbedingungen sei die Geschäftsentwicklung im Rahmen der Erwartungen verlaufen, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer.

Die EnBW verkaufte in den ersten neun Monaten mit 101,7 Milliarden Kilowattstunden deutlich weniger Strom, der Umsatz im Geschäftsfeld Erzeugung und Handel brach um mehr als ein Viertel auf 2,95 Milliarden Euro ein. Der gesamte Konzernumsatz legte indes um 4,4 Prozent auf knapp 14,4 Milliarden Euro zu - auch weil mit 46,2 Milliarden Kilowattstunden 20 Prozent mehr Gas verkauft wurde. Auch höhere Netznutzungsentgelte sowie mehr Strom aus Wasserkraftwerken und Windrädern schlugen positiv zu Buche.

Die Schulden gingen aufgrund der Kapitalerhöhung im Juli und Verkäufen auf rund acht Milliarden Euro zurück. Bis 2014 plant EnBW weitere Verkäufe in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Trennen wollen sich die Karlsruher unter anderem von der österreichischen EVN. Zudem sollen im Rahmen des Sparprogramms „Fokus“ bis Ende 2014 insgesamt 750 Millionen Euro eingespart werden, davon 250 Millionen Euro beim Personal. Die EnBW will das Gasgeschäft weiter vorantreiben, etwa mit dem direkten Gasliefervertrag mit dem russischen Anbieter Novatek.

Mit der Neun-Monats-Bilanz ist die Ära des Ende September aus dem Amt geschiedenen EnBW-Chefs Hans-Peter Villis auch zahlenmäßig zu Ende. Seit Oktober ist der frühere Eon-Manager Frank Mastiaux am Ruder. Die EnBW ist mit ihren beiden Großaktionären, dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband OEW, mehrheitlich in öffentlichem Besitz.

 
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25 Kommentare zu "Energieversorger: EnBW kämpft mit sinkenden Strompreisen"

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  • KKWs als Stromlieferanten bei Windstille oder Dunkelheit fallen aus. Mir ist jedenfalls kein Kernkraftwerk auf der Welt bekannt, dass nur rumsteht und auf den Sonnenuntergang warten.

    Wenn Sie wissen wollen, wo der Strom bei Dunkelheit und Windstille z.B. herkommen könnte, fragen Sie doch mal die Norweger. Die heizen sogar mit Strom und ihre Stromversorgung ist fast 100 % regenerativ.

    Sie müssen sich also keine Sorge um die Probleme der Energiewende machen. Auch wennn Sie nicht alles verstehen, können Sie mir glauben: Es gibt Menschen, die lösen diese Probleme.

    Vor ca. 30 Jahren hat man den GROWIAN gebaut;um "zu zeigen, dass es nicht funktioniert". Die notorischen Pessimisten von damals lagen falsch. Und heute wird mit den gleichen Argumenten aus der Klamottenkiste der Energieerzeugung behauptet: Die Energiewende funktioniert nicht. Sie wird funktionieren; da können Sie völlig beruhigt sein.

  • Ja nun, die Leute die ich aus dem Bereich kenne haben vor der Ihrerseits genannten Fiktion keine Angst. Die meisten können aufgrund ihrer Ausbildung solche Geschichten bewerten.

    In den Deutschsprachigen Ländern hat man grosse Angst vor ökoreligiösen Amokläufen. Ich und Andere suchen ihre Kinder so auszubilden, dass diese ggf. auch ausserhalb Europas eine gut bezahlte Arbeit finden können.

    Ausserhalb Europas, ich hatte ein paar Jahre im Nahen Osten gelebt, sind diese Fiktionen nicht populär. Man erfreut sich des steigenden Strombedarfs und plant entsprechend.

    Vandale

  • Seit der AKW-Abschaltung hat sich in Deutschland viel geändert:
    Die Preise für Energie an den Strombörsen sind in den letzten Jahren deutlich gesunken.
    Je nach Stromliefervertrag sprechen Experten von den niedrigsten Tarifen der letzten drei bis sieben Jahre, schreibt Die Welt.

    Während sich etliche Leute immer noch bemühen Ängste zu schüren und auf eine Stromverknappung hinzuweisen, ist der Netto-Export in diesem Jahr bis August auf 12,4 Terawattstunden - ein neues Hoch gestiegen (Angaben BDEW)- gestiegen.

    Ein Staat der seit seiner Gründung nur in einem Jahr keine Schulden gemacht hat, braucht enorm viel Geld. Daher gibt es so horrende Abgaben und Steuern die auf den Strompreis draufgeschlagen werden, dass die Haushalte gar nicht mehr mitkriegen, wie billig Strom mittlerweile ist.

    Gott sei dank, schreitet die Entwicklung zur Energieerzeugung für private Leute weiter voran.
    Es entsteht eine neue zwei Klassengesellschaft:
    Die einen nehmen es hin und zahlen und die anderen erzeugen Energie, beteiligen sich an Energieprojekten etc. und drehen den Politikern eine lange Nase.
    Jeder kann frei entscheiden, wohin er gehört!

  • Wie soll ein "intelligentes" Stromnetz bei Dunkelheit und Windstille den Strom herbekommen? Aus russischen Atommeilern? Ausreichende Vernetzung - wie soll das gehen bei 20 BI gegen jeden einzelnen Mast? Ausreichende Speicherkapazität ? Da gibt es aber noch keine wirtschaftlich vernünftige Lösung. Es gibt Träumer, die alle Probleme negieren und auftretende Probleme immer und in jedem Fall den bösen Stromkonzernen anlasten.

  • Mir fällt zu solchen Kommentaren von (Kerkraft-) vandale, hofmannM, karstenberwanger, ..., die die erneuerbaren Energien verteufeln, das Zitat vom deutschen Kaiser Wilhelm II ein:

    „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“


    Das Pferd als Forbewegungsmittel als auch der Kaiser selbst waren nur wenige Jahre später Geschichte. So ergeht es vermutlich auch den oben genannten Kommentatoren zu diesem Thema.

  • @HofmannM

    Sie kommen hier mit Sprüchen aus den frühen 80er Jahren.

    Bitte erkundigen Sie sich über die Entwicklung der Rohstoffpreise und über die Entwicklung der erneuerbaren Energien weltweit.

  • @Sonnenschein
    Ich weis ja nicht auf welchen Planeten Sie zuhause sind. Aber von knappen und steigenden Rohstoffen/Preise ist keine Rede. Die USA schwimmen im Oel. Das Angebot an Oel übersteigt die Nachfrage. Das Gasangebot steigt dank Gasfracking und lässt die Gaspreise in den USA nach unten sinken. Finnland,England,Tschechien,Russland,USA,Brasilien,China,Indien,Frankreich setzen weiter auf Uran und bauen Ihre Kernkraftwerke aus bzw. bauen neue!
    Auf dem globalen Energiemarkt spielen die Erneuerbaren Energien so gut wie keine Rolle! Und wenn Sie eine Rolle spielen, dann nur wenn diese, wie in Deutschland bekannt, durch den Stromendverbraucher über die EEG-Zwangsabgabe subventioniert am Markt angeboten werden. Mit diesem EEG-Werkzeug wird Abzocke am deutschen Bürgerwohlstand betrieben auf Kosten von zukünftigen Wohlstandschancen vieler deutscher sozial- und einkommensschwachen Bürger!

  • Und wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, setzen wir uns alle auf den Heimtrainer und erzeugen unseren Strom selbst.

  • Zitat:" Was hilft es ihnen, wenn Deutschland diesen Strom nur dann produziert, wenn dieser nicht nachgefragt wird und somit ins Ausland verschenkt werden muss?"

    Zunächst einmal bedeutet jede umweltfreundlich eingespeiste kWh, dass dieser Strom nicht auf anderem, umweltschädlicherem Weg erzeugt werden muss. Als erstes werden alte, unproduktive, dreckige Kraftwerke aus dem Markt gedrängt.

    Zweitens wäre es schon ein ziemlicher Zufall, wenn erneuerbare Energie immer dann erzeugt würde, wenn sie nicht gebraucht wird. Für Strom aus direkter Sonnenenergie trifft das schon einmal NIE zu, da tagsüber immer rund 50 % mehr Strom gebraucht wird, als nachts.

    Die ökonomische und ökologische Sinnhaftigkeit der Energiewende ist offensichtlich. Die Kosten für alle endlichen Rohstoffe steigen. Sonne, Wind, Gezeitenströmungen, Gravitation, Erdwärme ist und bleibt immer kostenlos.

  • @ihr
    Hör doch bitte mit deinen verstands- und vernunftslosen Geschwafel auf!
    Das EEG ist ein wohlstands- und wettbewerbsverzerrendes Gestz! Das war schon immer so von euch ökoszialisten gedacht. Damit wollt ihr der Energiepolitik und damit dem ganzen deutschen Volk schaden!
    Und wie richtig/falsch dieses EEG ist, das erfahren alle, die auf Grund dieses Gesetzes die Erneuerbaren Energiearbeitsplatze als zukunftssicher verkauft bekommen haben und jetzt reihenweise in die Insolvenz bzw. in die Arbeitslosigkeit gehen. Ohne staatliche EEG-Zwangssubventionen, die jeder Stromverbraucher auf seiner Stromrechnung sehen kann, funktioniert dieses erneuerbaren Energieabzocker und Schneeballsystem nicht!
    Auf Kosten von den zukünftigen Wohlstandschancen vieler deutscher Bürger!

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