Energieversorger Netzagentur senkt Eons Preise

Der Energiekonzern Eon darf für die Durchleitung von Strom durch seine Netze nicht den erhofften Preis nehmen. Wenige Tage nach dem angekündigten Verkauf seines Höchstspannungsnetzes versetzte die Bundesnetzagentur Eon einen Dämpfer bei seinem Gebührenantrag.

HB DÜSSELDORF. Die Bonner Wettbewerbshüter erkannten am Mittwoch rund ein Viertel der von Eon für 2008 zugrunde gelegten Kosten nicht an. Privatkunden können sich jedoch keine Hoffnungen auf deutliche Preissenkungen machen. Die Gebühren für die Nutzung der Überlandleitungen machen nur einen Bruchteil der Stromrechnung aus. Die von Eon Netz im Gebührenantrag eingereichten Kosten seien zu knapp 25 Prozent nicht anerkannt worden, teilte die Bundesnetzagentur mit. Bei einem erheblichen Teil davon handle es sich um Kosten, die die Behörde bereits beim letzten Antrag nicht akzeptiert habe. Eon Netz teilte mit, im Vergleich zu den bisherigen Gebühren würden die Netzentgelte im Hoch- und Höchstspannungsnetz um durchschnittlich gut zwei Prozent sinken.

Die Entscheidung stehe in keinem Zusammenhang mit dem von Eon angekündigten Verkauf der Höchstspannungsnetze, betonte die Netzagentur. Eon -Chef Wulf Bernotat hatte mit dem Plan in der vergangenen Woche für Furore gesorgt. Der größte deutsche Versorger bot der EU-Kommission an, neben seinem Übertragungsnetz in der Bundesrepublik auch Kraftwerks -Kapazitäten in Deutschland von 4 800 Megawatt an Konkurrenten zu verkaufen. Im Gegenzug soll die EU laufende Kartellverfahren gegen Eon einstellen. Dem Konzern hätte eine Strafe von mehreren hundert Mill. Euro gedroht.

Bernotat hatte zudem darauf verwiesen, dass sich wegen des Drucks durch die Regulierung der Betrieb der Netze kaum noch lohne. Die 2006 gegründete Bundesnetzagentur prüft die Höhe der Gebühren, die die Versorger für die Nutzung ihrer Netze in Rechnung stellen können. Die Bundesnetzagentur hatte in den vergangenen Wochen auch die Gebührenanträge der Energieriesen RWE, EnBW und Vattenfall Europe zusammengestrichen. Am höchsten fiel die Kürzung bei den Höchstspannungsnetzen von EnBW mit 30 Prozent aus. Bei RWE strich die Behörde 28 Prozent, bei Vattenfall Europe 15 Prozent.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote