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Energiewende Stromkonzerne preschen bei Atomkraft vor

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Zwar erwarten auch die LBBW-Analysten, dass die Politik direkt oder indirekt einen großen Teil der Zusatzeinnahmen abschöpfen wird. Unter dem Strich sehen sie aber einen deutlich positiven Effekt für die Aktien. Auch die Analysten der Privatbank Sal. Oppenheim kalkulieren mit entsprechenden Modellen und hoben gestern ihre Bewertungen für die Eon - und RWE-Aktien an.

Wie viel Geld die Politik am Ende konkret einfordern wird, ist noch offen. Lediglich eine Größenordnung zeichnet sich ab: Man rede "auf jeden Fall über zweistellige Milliardenbeträge", sagte der energiepolitische Koordinator der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU). Das Geld soll in einen Fonds fließen. "Dieser Fonds soll dazu dienen, die erneuerbaren Energien voranzubringen sowie in die Erforschung der kerntechnischen Sicherheit zu investieren", sagt Unionsfraktionsvize Reiche. Pfeiffer fordert zusätzlich, dass die Verbraucher profitieren - etwa durch eine Senkung der Stromsteuer.

Bei Eon, RWE und EnBW herrscht Einigkeit, dass die Branche für die Fehler von Vattenfall beim Umgang mit der Panne im Kernkraftwerk Krümmel in diesem Sommer bezahlen muss. Das mache für Union und FDP die Revision des Atomausstiegs schwieriger, sagt ein Manager: "Uns drohen knallharte Verhandlungen." Unions-Experte Pfeiffer will den Betreibern jedenfalls keine Blankoschecks ausstellen: "Die Laufzeitverlängerung orientiert sich am Sicherheitsniveau jeder einzelnen Anlage", sagt Pfeiffer. Schwierige Verhandlungen sind somit programmiert.

Wettbewerbshüter betrachten die Laufzeitverlängerung mit Sorge. "Gerade für kleinere Energiekonzerne wird es deutlich unattraktiver, neue Kraftwerke zu bauen", sagte Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, dem Handelsblatt. Die Monopolkommission berät die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen. Tatsächlich stehen die vier Kernkraftwerksbetreiber für mehr als 80 Prozent der Stromversorgung hierzulande. Diese große Marktmacht wird von vielen Fachleuten als Wettbewerbshindernis betrachtet. Die Politik hat sich daher in den vergangenen Jahren bemüht, Hürden für den Markteintritt von Newcomern aus dem Weg zu räumen. Bislang sind die Resultate bescheiden. Allerdings ist die abschreckende Wirkung einer Laufzeitverlängerung für Newcomer auch den Politikern bewusst. Der Wettbewerb dürfe durch die Verlängerung "nicht negativ beeinflusst werden", sagt Pfeiffer, ohne jedoch Details zu nennen.

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